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Thomas Ruff
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Thomas Ruff (* 10. Februar 1958 in Zell am Harmersbach) ist einer der international bedeutenden deutschen Fotokünstler. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.
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Leben
Thomas Ruff studierte von 1977 bis 1985 bei Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf Fotografie. Ruff sieht sich u.a. beeinflusst von Walker Evans, Eugène Atget, Karl Blossfeldt, Stephen Shore und William Eggleston. 2000 bis 2006 leitete Thomas Ruff die Klasse für Fotografie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (die ehemalige „Becher-Klasse“).
Schon während seines Studiums begann er seine Praxis konzeptueller Fotografie in Serien; Thema waren Interieurs, Innenansichten von deutschen Wohnräumen mit typischen Einrichtungen der 1950er bis 1970er Jahre (Raumansichten und Details). Hierauf folgten Porträts und Ansichten von Gebäuden. Die Portraits zeigen in der Regel passbildartig in Übergröße Personen aus Ruffs Freundeskreis in hoher Detailschärfe und ernstem Blick. In einem Gespräch mit Philip Pocock (Journal for Contemporary Art, 1993) zieht Ruff eine Verbindung zwischen dieser Portraitreihe und den polizeilichen Überwachungsmethoden in den 1970er Jahren im Kontext der Berufsverbote und des RAF-Terrorismus. Thomas Ruffs Gebäudeaufnahmen sind gleichfalls distanziert und zur Entfernung störender Einzelheiten mit dem Computer bearbeitet – ein typisierendes Vorgehen, das den Ansichten einen exemplarischen Charakter verleiht. (Ruff: „Solche Gebäude repräsentieren mehr oder weniger Ideologie und Geschäft in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten dreißig Jahren.“) Die Aufnahmetechnik ist, bezogen auf Licht, Perspektive und Standort, standardisiert. Auf diese Reihen folgen ab 1989 Aufnahmen des Sternenhimmels, die nicht auf eigenen Fotografien beruhen. In den Jahren von 1992 bis 1995 entstehen Nachtaufnahmen (nächtliche Außen- und Gebäudeansichten) mit einem Nachtsichtgerät, das offenbar bewusst analog zum militärischen wie Spionageeinsatz benutzt wird. 1994 bis 1996 entstehen Stereo-Fotografien. Eine weitere Serie der 1990er Jahre stellen die „Zeitungsfotos“; ähnlich wie bei den Sternenaufnahmen benutzt Ruff hier Fotografien anderer. Er benutzte Zeitungsausschnitte, die er ohne den originalen Untertitel vergrößert.
Im Jahre 2003 veröffentlicht Thomas Ruff den Foto-Band „Nudes“ mit einem Text des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq. Ruffs Aufnahmen liegen in diesem Falle Porno-Fotos aus dem Internet zugrunde, die er mit Hilfe elektronischer Bildbearbeitung verfremdet.
Ausstellungen (Auswahl)
- 1988 Schloss Hardenberg, Velbert, Porticus (Frankfurt)
- 1992 DOCUMENTA IX, Kassel
- 1995 Biennale Venedig, Italien
- 2000 Museum Haus Lange, Frankfurt
- 2001 Chabot Museum, Rotterdam, Niederlande; Kunsthalle Baden-Baden
- 2002 Folkwang Museum, Essen; Städt. Galerie Lenbachhaus, München; Artium Centro Museo Vasco de Arte Contemporaneo, Vitoria (Gasteiz), Spanien
- 2003 Museu de Arte Sontemporanea de Serralves, Porto, Portugal; Tate Liverpool, Großbritannien; Kestner Gesellschaft Hannover; Busan Metropolitan Art Museum, Busan, Südkorea
Preise (Auswahl)
- 1988 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstler
- 1990 Dorothea von Stetten-Kunstpreis, Kunstmuseum Bonn
- 2003 Hans-Thoma-Preis, Hans-Thoma-Museum, Bernau
Weblinks
- Literatur von und über Thomas Ruff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- „Nackte, Sterne und Pixel“, Deutschlandfunk, 23. Januar 2007
- Ausstellungsankündigung der Kunsthalle Baden-Baden, 2001
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ruff, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | Deutscher Fotograf und Künstler |
| GEBURTSDATUM | 1958 |
| GEBURTSORT | Zell am Harmersbach |
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