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Therese Huber

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Therese Huber (* als Therese Heyne 7. Mai 1764 in Göttingen; † 15. Juni 1829 in Augsburg) war eine deutsche Schriftstellerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Therese Huber ragte als Schriftstellerin und Persönlichkeit aus ihrer Zeit heraus. Sie war Redakteurin des Morgenblatts für gebildete Stände und Verfasserin zahlreicher Essays. Ihr Vater Christian Gottlob Heyne war einflussreicher Professor für Altphilologie an der Universität Göttingen, doch bildete sich Therese Huber großteils autodidaktisch in der Bibliothek, die ihm unterstand.

Ihr Hauptwerk bilden Romane, Erzählungen und Reiseberichte. Auch war sie als Übersetzerin tätig. Ihre 4500 Briefe (viele an bekannte Zeitgenossen) werden von Literaturwissenschafter/innen der Universität Osnabrück seit 1988 für eine neunbändige "Briefausgabe Therese Huber" (Niemeyer-Verlag in Tübingen) aufbereitet, vier Bände (1,2,4 und 5) sind bereits erschienen. Die Themen ihrer Briefe sind ungewöhnlich weitgestreut:

Alltägliches und hohe Politik, intellektuelle Modethemen, Kriege und Heilpflanzen, allgemeine Themen von intellektuellem Interesse: über den Sauerampfer, Gesellschaft und Mode, Erziehungstheorien und eine von ihr unterstützte Erziehungsanstalt bei Bern, die Sprachentwicklung ihrer Kinder, Leseabende mit der Familie und Bekannten, Geburt und Tod – und natürlich über die zahlreichen Pläne, Mühen und Freuden ihrer Schriftstellerei.

Den aufkommenden Deutschnationalen stand sie kritisch gegenüber und schrieb über ihre Gefühle in Bezug auf diese Bewegung. Die Briefthemen kommen aus verschiedensten Situationen und sind je nach Empfänger gefärbt und gewichtet.

Therese Huber gebar zehn Kinder, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten. Ihr erster Mann war der bedeutende Naturforscher und Revolutionär Georg Forster (1754–1794), mit dem sie von 1785 bis 1787 in Polen und von 1787 bis 1792 in Göttingen und Mainz lebte. Die Französische Revolution erlebte sie aus nächster Nähe – ebenso die "Mainzer Republik".

In zweiter Ehe heiratete sie 1794 den Schriftsteller und Redakteur Ludwig Ferdinand Huber (1764-1804). Sie lebten von 1794 bis 1798 in Bôle bei Neuchâtel, 1798-1805 in Stuttgart und Ulm. Nach seinem Tod wohnte sie zwölf Jahre bei ihrer zweiten Tochter Claire von Greyerz in Stoffenried (Landkreis Günzburg) und 1807-1816 in Günzburg. Dann übernahm sie die Redaktion des von Cotta herausgegebenen Morgenblatts in Stuttgart für insgesamt sieben Jahre. Nach Augsburg übersiedelte sie 1823 und starb fast blind im Jahre 1829.

Eine ihrer jüngeren Töchter, Luise Huber (1795-1831), war ab 1813 mit dem Forstverwalter Emil von Herder (1783-1855) verheiratet, wurde 1816 von ihm geschieden und heiratete ihn 1822 erneut. Der Sohn Victor Aimé Huber (1800-1869) war Gymnasiallehrer, Reiseschriftsteller und setzte sich für Sozialreformen ein. Die älteste Tochter, Therese Forster (1786-1862), arbeitete als Erzieherin in der Schweiz, Holland, Berlin und Arnstadt.

Werke

  1. Bd.1: Briefe 1774-1803. Hrsg. von Magdalene Heuser in Zusammenarbeit mit Corinna Bergmann-Törner, Diane Coleman Brandt, Jutta Harmeyer und Petra Wulbusch. Tübingen 1999.
  2. Bd. 2: Briefe 1804-Juni 1807. Bearb. von Magdalene Heuser, Petra Wulbusch, Andrea Kiszio, Jessica Kewitz und Diane Coleman Brandt. Tübingen 2003.
  3. Bd. 4: Briefe 1810-1811. Bearb. von Petra Wulbusch. Tübingen 2001.
  4. Bd. 5: Briefe 1812-Juni 1815. Bearb. von Petra Wulbusch, Magdalene Heuser, Andrea Kiszio. Tübingen 2005.
  • Romane und Erzählungen [=Repr.]. Hrsg. von Magdalene Heuser. Hildesheim: Olms 1989ff. (= Frühe Frauenliteratur in Deutschland. Hrsg. von Anita Runge).
  1. <Therese Huber:> Die Familie Seldorf. Th. 1.2. Tübingen: Cotta 1795/6 [= Repr.]. Mit einem Nachwort von Magdalene Heuser. Hildesheim: Olms 1989 (= Romane und Erzählungen. Bd. 1).
  2. <Therese Huber:> Luise. Leipzig: Wolf 1796 [= Repr.]. Mit einem Nachwort von Magdalene Heuser. Hildesheim: Olms 1991 (= Romane und Erzählungen. Bd. 2).
  3. Therese Huber: Hannah, der Herrnhuterin Deborah Findling. Leipzig: Brockhaus 1821 [= Repr.]. Das Urtheil der Welt. Frankfurt u. Leipzig 1805 [=Repr.]. Mit einem Nachwort von Diane Coleman Brandt. Hildesheim: Olms 2001 (= Romane und Erzählungen. Bd. 3.1 und 3.2).
  4. Therese Huber: Ellen Percy. Th. 1.2. Leipzig: Brockhaus 1822 [= Repr.]. Mit einem Nachwort von Magdalene Heuser. Hildesheim: Olms 1996 (= Romane und Erzählungen. Bd. 4).
  5. <Therese Huber>: Erzählungen von L. F. Huber. Sammlung 1-3. Braunschweig: Vieweg 1801-1802 [= Repr.]. Mit einem Nachwort von Sylvia Cordie. Hildesheim: Olms 1999 (= Romane und Erzählungen. Bd. 7 und 8).
  6. Therese Huber: Erzählungen. Gesammelt und herausgegeben von V<ictor> A<imé> H<uber>. Th. 1-6. Leipzig: Brockhaus 1830-1833 [=Repr.]. Mit einem Nachwort von Petra Wulbusch. Hildesheim: Olms 2006 (= Romane und Erzählungen. Bd. 9-12).

Literatur

  • Ludwig Geiger: Therese Huber 1764 bis 1829. Leben und Briefe einer deutschen Frau. Nebst einem Bildnis von Therese Huber. - Stuttgart 1901.
  • Sibylle Obenaus-Werner: .. Literaturblatt 1820-1825. Ein Beitrag zum literarischen Leben der Restaurationsepoche. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Frankfurt/M. 21 (1965), p.291-385.
  • Andrea Hahn (Hrsg.): Die reinste Freiheitsliebe, die reinste Männerliebe: ein Lebensbild in Briefen und Erzählungen zwischen Aufklärung und Romantik, Therese Huber. Berlin 1989.
  • Andrea Hahn u. Bernhard Fischer (Hrsg.): "Alles von mir!": Therese Huber (1764-1829), Schriftstellerin und Redakteurin. Marbach 1993.
  • Bernhard Fischer: Cottas´ "Morgenblatt für die gebildeten Stände" von 1807 bis 1823 und die Mitarbeit Therese Hubers. AGB 43 (1995), p.203-239.
  • Brigitte Leuschner: Schriftstellerinnen und Schwesterseelen. Der Briefwechsel zwischen Therese Huber (1764-1829) und Caroline Pichler (1769-1843). Herausgegeben von Brigitte Leuschner. Marburg 1995.
  • Andrea Hahn: "Wie ein Mannskleid für einen weiblichen Körper": Therese Huber (1764-1829). Beruf Schriftstellerin/ Schreibende Frauen im 18. und 19. Jahrhundert. Hsg. Karin Tebben, Göttingen 1998 p.103-131.
  • Andrea Hahn: Szenen aus dem publizistischen Alltag: Therese Huber, Maler Müller und die Geschichte einer mißlungenen Lektor-Autor-Beziehung. In: Maler Müller zum 250 Geburtstag am 13. Januar 1999, p.104-116, Reibingen 1998.
  • Brigitte Leuschner: Der Briefwechsel zwischen Therese Huber (1764-1829) und Karoline von Woltmann (1782-1847). Ein Diskurs über Schreiben und Leben. Marburg 1999.
  • Carola Hilmes: Georg Forster und Therese Huber: Eine Ehe in Briefen. In: Das literarische Paar. Le couple littéraire. Intertextualität der Geschlechterdiskurse. Intertextualité et discours des sexes, hrsg. von Gislinde Seybert, Bielefeld: Aisthesis 2003, S. 111–135. Online-Version (frei herunterladbares PDF bei www.goethezeitportal.de)
  • Jessica Kewitz (Hrsg.): Kommen Sie, wir wollen 'mal Hausmutterles spielen«. Der Briefwechsel zwischen den Schriftstellerinnen Therese Huber (1764-1829) und Helmina von Chézy (1783-1856). Marburg 2004.
  • Petra Wulbusch: Therese Huber und Emil von Herder. Zum Geschlechterdiskurs um 1800. Tübingen 2005.


Weblinks


Wikipedia
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