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Tetrazen

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Strukturformel
Bild:1(5-tetrazolyl)-4-guanyl tetrazene hydrate.png
Allgemeines
Name Tetrazen
Andere Namen Guanyl-Nitrosaminoguanyltetrazen ; 5-(4-Amidino-1-tetrazeno)-5H-tetrazol-Hydrat ;

4-Amidino-1-(nitrosaminoamidino)-1-tetrazen ; (5-Tetrazolyl)-4-guanyltetrazen-Hydrat ; Tetrazolyl-guanyl-Tetrazen-Hydrat ;
Tetrazene ; Tetracene ; 4-(1H-Tetrazol-5-yl)-3-tetrazene-2-carboximidamide ; 1-(5-Tetrazolyl)-4-guanyltetrazene ;
1-Amino-1-(1H-tetrazol-5-yl)azoguanidine ; 1-Guanyl-4-nitrosaminoguanylisotetrazene

Summenformel C2H6N10.H2O
CAS-Nummer 31330-63-9
Kurzbeschreibung schwach gelbe flockige Kristalle
Eigenschaften
Molmasse 188,15 g·mol-1
Aggregatzustand fest
Dichte 1,65 kg·m-3
Schmelzpunkt ~136 °C (Zersetzung)
Siedepunkt ? °C
Dampfdruck ? Pa (? °C)
Löslichkeit ?
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
Bild:Hazard E.svg
E
Explosions-
gefährlich
R- und S-Sätze

R: ?
S: ?

MAK ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Tetrazen, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Tetrazen ist eine energetische, feste Stickstoffverbindung, die beim Entzünden unter Entwicklung von schwarzem Rauch verpufft. Tetrazen ist ein wichtiger Bestandteil von stich-, schlag- und wärmeempfindlichen Zündsätzen, die unter anderem in elektrischen Brückenzündern für Airbags verwendet werden.

Die Bezeichnung Tetrazen wird auch für die Verbindungen mit der Summenformel N4H4 verwendet.
Zum Beispiel hat das trans-Tetrazen-(2) die folgende Struktur:
H2N-N=N-NH2
Ein weiteres Tetrazen hat diese Struktur:
H2N-NH-N=NH

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Farblose bis schwach gelbe, flockige Kristalle. Polymorph. Existiert in kristallinem Zustand als hydratisiertes Zwitterion. Dichte: 1,65 g·cm-3 ; Schmp. ~136°C (Zers.) ; Explosiv! Stabil bis etwa 75°C ; verpufft bei 140°C nach wenigen Sekunden. Trockenes Tetrazen ist sehr leicht entzündlich und hat eine hohe Explosionsenergie. Schlagempfindlichkeit: ~ 1 Nm . Unlöslich in Wasser, Alkohol, Ether, Benzol, Tetrachlorkohlenstoff. Wird von kochendem Wasser oder wässrigen Alkalien zersetzt. Löslich in Ameisensäure/Essigsäure/Essigsäureanhydrid. Tetrazen löst sich in Salzsäure 30% und in kalter konzentrierter Salpetersäure (0-5°C) ohne Zersetzung und wird durch Verdünnen mit Wasser wieder ausgeschieden. Trotz der geringen thermischen Stabilität zeigen 8 Jahre unter Normalbedingungen gelagerte Tetrazen-Proben noch eine Reinheit von 99,9 %.

Gewinnung und Darstellung

Aminoguanidin CH6N4 [79-17-4] reagiert mit Salpetriger Säure in wässriger Lösung zu Tetrazen.

  • Zu einer auf 0°C gekühlten Lösung von 10 g Aminoguanidiniumnitrat CH7N5O3 [10308-82-4] in 90 ml Wasser wird portionsweise unter äußerer Kühlung 7,0 g Natriumnitrit gegeben. Nach 6 Std. bei ~ 20°C beginnt sich Tetrazen abzuscheiden, das nach 40 Std. abfiltriert und mit Wasser, Ethanol und Wasser gewaschen wird.
    Ausbeute: 6,1 g Tetrazen (88% d. Th.).

Reinigung

1 g Tetrazen werden in 10 g kalter konz. HNO3 bei 0-5 °C gelöst und durch Zugabe von 150 ml Wasser wieder ausgeschieden.

Geschichte

Tetrazen wurde erstmals hergestellt durch Hoffmann und Roth (1910); siehe Ber. dtsch. chem. Ges. 43, 682 (1910)

Verwendung

Tetrazen dient als energiereicher Sensibilisator in Zündsätzen auf der Basis von Bleistyphnat; der Zusatz von Tetrazen erhöht die Ansprechempfindlichkeit und die Zuverlässigkeit. Bleiazid wird durch Beimischen von 5% Tetrazen gegen Stich und Schlag sehr empfindlich. Tetrazen allein ist ein schlechter Initialsprengstoff, der durch zu starke Verdichtung seine Empfindlichkeit verliert, d.h. Tetrazen kann leicht "totgepresst" werden.

Recht

Die Herstellung und Verarbeitung von Tetrazen ist ohne Genehmigung nach dem Sprengstoffgesetz verboten!

Literatur

  • P. S. Burge, M. Hendy, E. S. Hodgson: Thorax 39(6), 470-1 (1984)
    ("Occupational asthma, rhinitis, and dermatitis due to tetrazene in a detonator manufacturer")

Weblinks

Verwechslungsgefahr

Tetrazen kann leicht mit Tetracen C18H12 verwechselt werden.
Das Tetracen setzt die Reihe Benzol, Naphthalin und Anthracen logisch fort, weil es aus vier an einander gereihten Benzolringen besteht.

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