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Teehaus
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Der Begriff Teehaus hat eine Vielzahl an Bedeutungen und Hintergründen. Oftmals kommt es einfach auf das Auge des Betrachters an, je nachdem was gesehen wird und was gesehen werden möchte.
In weiten Teilen Europas findet man in Teehäusern eine mehr oder weniger große Auswahl an Tees zum Kauf oder, ähnlich wie in Cafés, zum Teetrinken und Verweilen. Teezubehör und Porzellan ist meist nur ein Teil der Sortimentserweiterung, bis hin zu Kunstgewerbe und Geschenkartikeln.
Je nachdem wie man hierzulande den Besuch eines Teehauses empfindet, kann er ganz kommerzieller Natur sein, oder zu einem wahren Fest der Sinne werden. Die verschiedensten Düfte der ausgefallensten Teekompositionen, die Vielzahl an Formen und Farben des Blattgutes und als Höhepunkt, das Geschmackserlebnis vor Ort oder in gemütlicher Atmosphäre zu Hause. So kann jeder ein Stück der Teekultur mit nach Hause nehmen und verinnerlichen.
Teehäuser erschienen zunächst in den Parks der Könige und Fürsten Europas in der Folge der China-Begeisterung des Barock. Schöne Beispiele sind das Teezimmer in der Pagodenburg des Schlosses Nymphenburg (München), sowie das Chinesische Teehaus Friedrichs des Großen in Sanssouci.
Die Teehäuser in Asien, vornehmlich China und Japan, haben eine Jahrtausend alte Tradition. So haben die Japaner die Teezeremonie als solche immer weiter verfeinert und hoch hinausgehoben, hingegen ist die Chinesische Teekultur durch politische Einflüsse gebremst worden, so dass viele Teehäuser schließen mussten. In den Familien wurden diese Traditionen bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben.
Japanische Teehäuser
In der japanischen Tradition ist ein Teehaus (jap. 茶室, chashitsu wörtl. „Teeraum“) ein spezielles Gebäude für die Japanische Teezeremonie.
Teeräume für die Teezeremonie heißen auch cha-shitsu, befinden sich aber als Raum in einem anderen Gebäude. Teehäuser in Japan sind gewöhnlich kleine, hölzerne Gebäude in entlegenen, ruhigen Gegenden oder in den Gärten oder Grundstücken größerer Häuser.
Die Gestaltung der Teehäuser ist stark von der Zen- buddhistischen Philososophie geprägt. Das typische Teehaus ist von einem kleinen japanischen Garten, oft mit einem Wasserbecken, umgeben. Im Garten gibt es auch einen Wartebereich für die Gäste und einen Roji (路地), oder „taubedeckter Pfad“, der - nie in gerader Linie - zum Teehaus führt.
Das Teehaus wird meist aus Holz und Bambus gebaut und der einzige Eingang ist eine kleine, rechteckige Schiebetür, die symbolisch den kleinen, einfachen, ruhigen Innenraum von der Welt außerhalb trennt. Sie ist so niedrig, dass sie nur im Knien passiert werden kann - dies soll einen Geist der Bescheidenheit fördern.
Teehäuser bestehen gewöhnlich aus zwei Räumen, einer der zur Vorbereitung der Speisen, Snacks und Teegeräte dient, der andere für die Teezeremonie selbst. Der Hauptraum ist oft sehr klein, oft 4 1/2 Tatami groß, die Decke ist niedrig. Es gibt keine Möbel oder Einrichtung, außer der für die Teezeremonie selbst nötigen. Es gibt meist eine Grube für ein Holzkohlenfeuer (炉, ro) in der Raummitte, um das Teewasser zu erwärmen. Der Boden ist mit Tatamimatten bedeckt. Die Gäste und der Gastgeber sitzen daher im Seiza auf dem Boden. Es gibt gewöhnlich wenig Dekoration. Es gibt eine Tokonoma (eine Nische, in der eine Schriftrolle, eine Pinselzeichnung oder ein einfaches, kleines Blumengesteck (茶花, cha-bana) ausgestellt ist. Alle Materialien sind absichtlich einfach und bäuerlich.
Türen und Fenster sind traditionelle shōji, aus dünnen Holzstreifen (oft Zeder), die mit durchscheinendem Japanpapier beklebt sind. Dieses lässt das Licht gleichmäßig gestreut in den Raum fallen, jedoch keinen Blick nach außen zu. Allenfalls bemerkt man den Schatten eines sich bewegenden Zweiges oder den Gesang eines Vogels draußen. Der Boden liegt erhöht, um ihn trocken zu halten.
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Teehäuser sind speziell für die Teezeremonie gebaut und jedes Detail wird mit größter Sorgfalt gestaltet. Das Haus selbst kann als eines der „Geräte“ für die Teezeremonie gelten. Die schlichte, nüchterne Architektur der Teehäuser hatte auch die nächsten Jahrhunderte großen Einfluss auf die japanische Architektur.
Teehäuser kamen zuerst in der Sengoku-Zeit auf, zu einer Zeit als die Zentralregierung nahezu machtlos war, das Land im Chaos versank und Kriege und Aufstände Alltag waren.
Um eine Neuaufteilung Japans ringend, eroberten und verteidigten die Samurai Ländereien, förderten aber auch den Handel und das Gedeihen ihrer Landwirtschaft, Mühlen und Bergwerke. Sie regierten auf ihren Ländereien de facto als Alleinherrscher und viele aus der einfachen Bevölkerung suchten Befreiung in den Lehren des Buddhismus.
Teehäuser wurden meist von Mönchen , Daimyo, Samurai, und Händlern gebaut, die die Teezeremonie praktizierten. Sie suchten Einfachheit und Ruhe, was mit den Werten des Zen übereinstimmte, dem viele Samurai anhingen.
Literatur
- William T. DeBary: Introduction to oriental civilizations. CUP, New York
- 1. Sources of the japanese tradition. 1971, ISBN 0-231-02254-9
- Rhoads Murphey: East Asia. A new history. Pearson/Longman, New York 2004, ISBN 0-321-16336-2
- Morgan Pitelka: Japanese tea culture. Art, history and practice. Routledge Curzon Books, London 2003, ISBN 0-415-29687-0
- Paul Varley: Japanese Culture. 4th ed. Updated and Expanded. University of Hawaii Press, Honolulu 2000, ISBN 0-8248-2292-7
- Arend Vollers: Tee, Heyne Verlag 1996, ISBN 3-453-09379-8
Siehe auch
- Tee
- Chinesische Teekultur
- Teezeremonie
- Das Teehaus im Weißenburgpark in Stuttgart
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