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Tanzlinde

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Eine Tanzlinde ist eine meist mehrere hundert Jahre alte Linde, die ein Podest trägt, welches zum Tanzen genutzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Konstruktion

Eine Tanzlinde besteht aus einer meist älteren Linde, die um den Stamm herum ein begehbares Podest in mehreren Metern Höhe trägt. Dieses Podest trägt ein Geländer und ist über eine Treppe zu erreichen.

Die ersten und stärksten Äste des Baumes wachsen unter dem Podest entlang, tragen es und wachsen dann außerhalb wieder nach oben, bis der ganze Aufbau vom Baum verdeckt ist. So entsteht ein imposanter, hoher Baumpavillon, der innen einen luftigen und schattigen Raum mit guter Aussicht bietet.

Geschichte

Tanzlinden wurden oft in einer doppelten Funktion auch als Gerichtslinden genutzt, auf dem Podest wurde getanzt und unter der Linde wurde Gericht abgehalten. Dies kam noch aus der vorchristlichen germanischen Zeit, wo die Linde als der Baum Freyas, der Göttin der Liebe, Lustbarkeit und Wahrheit galt. Deshalb wurden alle Feste, Vermählungen und Feiern unter Linden abgehalten (oder später auf den Podesten), aber auch alle Thingversammlungen fanden dort statt. In diesen Versammlungen ging es um Pfründe, Recht und Wahrheit. Die Rechtsfindung wurde getragen von der Überzeugung, dass niemand es wagen würde, unter einer Linde zu lügen, denn er hätte ja den Zorn Freyas auf sich gezogen. Diese hohe Einschätzung des Lindenbaumes blieb grundsätzlich erhalten – auch nach der Einführung des christlichen Glaubens – und wird oft besungen („Unter den Linden, wo wir uns finden…“). Bis vor etwa 200 Jahren war es bindend vorgeschrieben, dass Gerichtsverhandlungen öffentlich im Freien abgehalten werden mussten, und zwar hauptsächlich unter Linden.

Verbreitung

Tanzlinden sind oft in kleinen Orten zu finden, die das Recht der Gerichtsbarkeit besaßen. In größeren Orten sind sie oftmals Baumaßnahmen zum Opfer gefallen. Folgende Orte besitzen eine Tanzlinde:

Literatur

  • Anette Lenzing: Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland (Die Blauen Bücher), Königstein im Taunus 2005, ISBN 3-7845-4520-3

Weblinks

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