Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Tango (Musikrichtung)

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Tango ist eine Musikrichtung, deren Zentren Buenos Aires, Argentinien, und Montevideo, Uruguay, sind. Heute gibt es hauptsächlich drei Stilrichtungen: Den Tango im 4/4-Takt, die Milonga im 2/4-Takt und den Vals im 3/4-Takt. Weitere Stilrichtungen sind z.B. Candombe (mit afrikanischen Einflüssen) und Canyengue. Tango-Musik wurde ab etwa 1920 in alle Teile der Welt exportiert (insbesondere nach Europa und Japan in den jeweiligen Tango-Modewellen) und in vielen Ländern musikalisch adaptiert zu eigenständigen Kunstformen weiterentwickelt (siehe hierzu Deutscher Tango und Finnischer Tango). In die E-Musik wurde der Tango insbesondere durch das Werk von Astor Piazzolla integriert. Aktuell findet man auch Ansätze, den Tango mit Pop-Strömungen zu verbinden (siehe Electrotango). Zur Kunstform des Tango kommen neben der Musik noch der lyrische Anteil der Textdichtung und die Interpretation im Tanz hinzu.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliche Entwicklung

Tango entstand als eine Melange vieler europäischer Musikformen in Buenos Aires zwischen 1850 und 1900 aus der Konfrontation europäischer Musikstile mit lateinamerikanischer Musik (Habanera) und afrikanischer Rhythmik (Milonga, Candombe). Der harmonische Unterbau des Tangos ist europäisch, die Rhythmik beinhaltet jedoch z.T. noch afrikanische und lateinamerikanische Vorbilder (z.B. Habanera Rhythmus). Die ersten Tangos wurden im 2/4-Takt notiert, spätestens ab etwa 1920 wurde der 4/4-Takt bevorzugt. Die Spielweise der Tango-Orchester ist teilweise polyphon und zwischen den Instrumentengruppen weitgehend gleichberechtigt, in der Form, dass sich die Instrumente in ihrer Funktion als Rhythmusinstrument oder als tragende Instrumente für Thema und Contrecanto abwechseln.

Interpretationspraxis

Ein typisches Tango-Orchester (sogenanntes Sexteto típico) besteht aus einem Klavier, einem Kontrabass, zwei Violinen und zwei Bandoneóns. Je nach musikalischer Ausrichtung sind jedoch weite Variationen in der Instrumentierung möglich, dies reicht von minimalen Instrumentierungen (Bandoneón solo) bis zu den in der goldenen Tangozeit (um 1940) üblichen Mammutorchestern (Orquestas típicas) mit teilweise über 30 Musikern, wobei jedoch das Bandoneón das tangotypische Instrument schlechthin darstellt. Das Bandonion wurde von Einwanderern um 1880 importiert und versinnbildlicht im Klangbild den melancholischen Charakter des Tango. Weiterhin klingt das Bandoneon in den höheren Lagen wie eine Violine, was das Zusammenspiel mit diesen vereinfacht und interessant gestaltet. Die Spieltechnik und der Einsatz des Klangcharakters in der Instrumentierung waren nicht festgelegt und konnten in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Virtuosität entwickelt werden. Das Klavier wurde von Roberto Firpo in das Tangoorchester eingeführt, während der Kontrabass durch die Integration eines Jazz-Bassisten in das Orchester von Francisco Canaro zum festen Bestandteil des Tango-Orchesters wurde. Neben instrumentellen Interpretationsformen gibt es auch die Form des Tango canción, bei welchem ein Sänger (eine Sängerin) instrumentell begleitet wird. Der bekannteste und verehrteste Tango-Sänger ist Carlos Gardel.

Osvaldo Pugliese, Aníbal Troilo und Juan D'Arienzo gründeten die bekanntesten Orchester. Auch Astor Piazzolla formierte 1946 sein eigenes orquesta típica. Bis in die fünfziger Jahre war Tango die Musik und der Tanz aller Gesellschaftsschichten Argentiniens. In der Zeit nach dem Sturz des argentinischen Präsidenten Juan Perón 1955 durch das Militär schwand auch die Popularität der Tangomusik - sie galt in dieser Zeit des Umbruchs als Musik der Alten und unmodisch. Die letzten großen orquestas verschwanden um das Jahr 1960.

Beispiele

Die auch im Ausland und bei vielen Tango-Laien bekanntesten Stücke sind La Cumparsita und El Choclo, außerdem der Libertango von Astor Piazzolla sowie Por Una Cabeza.

Bekannte Komponisten und Musiker sind: Carlos Gardel (Sänger), Roberto Firpo (Pianist), Francisco Canaro (Violinist), Aníbal Troilo, Osvaldo Fresedo und Astor Piazzolla (Bandoneonisten), Osvaldo Pugliese (Pianist).

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Tango_%28Musikrichtung%29, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen