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Tahāra
Aus Kefk.
Ṭahāra (arabisch: طهارة
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) bzw. Tahara (hebr. טהרה
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) bedeutet im Islam und Judentum das Konzept der „rituellen Reinheit“, die zur Verrichtung des Gebets (siehe Salat (Gebet)) notwendig ist. Im Islam wird der Begriff auch im Zusammenhang mit der Operation zur Beschneidung des Mannes verwendet. Im Iran und den sprachlich vom Persischen beeinflussten Gebieten (z. B. Indien) ist der Begriff zusätzlich Synonym für die rituelle Waschung; im Judentum auch für die Totenwaschung.
Unreinheit entsteht z. B. durch die Verletzung der islamischen Speisegebote, Alkoholgenuss und die Berührung von Exkrementen; Verunreinigungen durch diese Dinge müssen vor dem Gebet gründlich beseitigt werden.
Im schiitischen Islam ist es erforderlich, dass man zur Erreichung der rituellen Reinheit zuvor eine Niya („Absicht“) ausspricht, ohne die die rituelle Reinheit wertlos ist. Im sunnitischen Islam genügt es, dass die Niya besteht; sie muss nicht ausgesprochen werden. Das ist umso wichtiger, weil das folgende Gebet auch nur mit einer Niya gültig ist.
Bei der „rituellen Unreinheit“ (arabisch حدث
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ḥadaṯ) werden zwei Formen unterschieden:
- Die kleine Unreinheit, die eine blutende Wunde, das Verrichten des Bedürfnisses, Blähungen, durch Berührung einer nicht nahe verwandten Frau (nur nach Imam Schafii, nicht bei allen anderen Madhahib), Schlaf oder Bewusstlosigkeit entsteht, wird durch die kleine Waschung (arabisch وضوء
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wudūʾ, persisch آبدست
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ābdast, ab = „Wasser“, dest = „Hand“) beseitigt.
- Die große Unreinheit entsteht zum Beispiel durch Samenerguss oder Geschlechtsverkehr und kann nur durch eine Ganzkörperwaschung (arabisch غسل
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ghusl) beseitigt werden. Das Ganzkörperbad gilt allgemein als umso verdienstvoller, je kürzer der zeitliche Abstand zum Gebet ist. Ein ghusl ist für das Freitagsgebet optional, aber besonders verdienstvoll und wird daher vor allem dann oft durchgeführt.
Literatur
- Marion Holmes Katz: Body of Text: The Emergence of the Sunni Law of Ritual Purity. State University of New York Press, 2002
- Rachel Adler: Tumah and Taharah: Ends and Beginnings, in: The Jewish Woman, hrsg. Elizabeth Koltun. New York: Schocken Books, 1990
