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Syrakus

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<td align="center" width="50%">Bild:Siracusa-Stemma.png</td> <td>
Comune
Bild:SIC-Mappa.png

</div> </td>

<tr><td valign="top" style="text-align:left">Region:</td><td valign="top">Sizilien</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Provinz:</td><td valign="top">Syrakus (SR)</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Geographische Koordinaten:</td><td valign="top">Koordinaten: 37° 05′ ″ N, 15° 17′ ″ O37° 05′ ″ N, 15° 17′ ″ O</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Höhe:</td><td valign="top">17 m s.l.m.</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Fläche:</td><td valign="top">204 km²</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Einwohner:</td><td valign="top">123.019 (2006)</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Bevölkerungsdichte:</td><td valign="top">604 Einw./km²</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Postleitzahl:</td><td valign="top">96100</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Vorwahl:</td><td valign="top">0931</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">ISTAT-Nummer:</td><td valign="top">089017</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Einwohner:</td><td valign="top">Siracusani</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Schutzpatron:</td><td valign="top">Santa Lucia</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Website:</td><td valign="top">Syrakus</td></tr>
Siracusa (Syrakus)
Staat:Italien

Die Stadt Syrakus (italienisch: Siracusa, sizilianisch:Sarausa) liegt an der Ostküste der italienischen Region Sizilien und ist Hauptstadt der Provinz Syrakus. In der Antike war Syrakus über mehrere Jahrhunderte die mächtigste Stadt der damals bekannten Welt und Cicero beschrieb sie als „die größte und schönste aller griechischen Städte“.

2005 erklärte die UNESCO Syrakus zusammen mit der Nekropolis von Pantalica zum Weltkulturerbe mit der Begründung,

dass die Orte und Bauwerke, die das Ensemble Syrakus/Pantalica bilden, eine einzigartige Ansammlung bemerkenswerter Zeugnisse der Mittelmeerkulturen über die Jahrhunderte an derselben Stelle darstellt. Das Ensemble Syrakus/Pantalica bietet durch seine bemerkenswerte kulturelle Vielfalt ein außergewöhnliches Zeugnis der Entwicklung der Zivilisation über mehr als drei Jahrtausende. Die Gruppe von Bauwerken und archäologischen Stätten, die in Syrakus liegen (von dem Kern auf Ortygia bis zu den Überresten, die über den gesamten Stadtbereich verstreut sind), ist das beste Beispiel einer hervorragenden architektonischen Leistung, die verschiedene kulturelle Aspekte umspannt (griechisch, römisch, Barock). Das antike Syrakus war direkt mit Ereignissen, Ideen und literarischen Werken von hervorragender weltweiter Bedeutung verbunden.[1]


Inhaltsverzeichnis

Geographie

Syrakus liegt an der südöstlichen Küste Siziliens im Mündungsgebiet der Flüsse Anapo und Ciane. Die Stadt zählt 123.019 Einwohner (Stand am 31. Juli 2006).

Der Kern der Altstadt befindet sich auf der 40 ha großen Insel Ortigia. Diese liegt zwischen zwei Naturhäfen und ist nur durch eine enge Durchfahrt vom Festland getrennt. Die Insel ist mit einer ergiebigen Süßwasserquelle versehen.

Vom Festland und der Neustadt aus ist Ortigia über die Brücke Ponte Nuovo zu erreichen. Richtung Norden liegt der Porto piccolo (kleiner Hafen), Richtung Süden der Porto grande (großer Hafen). Hier fand 413 v. Chr. die für Syrakus erfolgreiche Seeschlacht gegen Athen statt. Heute dient der Hafen als Anlegeplatz für große Mittelmeerfähren und Frachtschiffe.

Die Ortsteile von Syrakus sind Belvedere, Cassibile Fontane Bianche, Isola, Santa Teresa Longarini Scalo und Targia .

Die Nachbargemeinden sind Avola, Canicattini Bagni, Floridia, Melilli, Noto, Palazzolo Acreide, Priolo Gargallo und Solarino.

Geschichte

Bild:Thesaurus opticus Titelblatt.jpg Funde beweisen, dass die Gegend von Syrakus schon um 1400 v. Chr. von Sikulern besiedelt war. Erste schriftliche Überlieferungen stammen von 734 v. Chr., als griechische Siedler aus Korinth die Stadt Syrakus (griechisch: Συράκουσαι) gründeten. Sie nannten die Gegend „Syrakka“ (Sumpf) nach den nahegelegenen Sumpfgebieten an den Ufern des Ciane und des Anapo.

Auf Grund der beiden natürlichen Häfen wurde es bald zu einer der wichtigsten Städte im Mittelmeerraum. Unter Gelon wuchs der Stadtstaat zur Pentapolis mit fünf verschiedenen Stadtteilen. 500.000 freie Griechen bewohnten die Stadt und zusammen mit den Frauen, Kindern und Sklaven geht man heute von etwa einer Million Einwohnern aus.

Auch wissenschaftlich und kulturell spielte die antike Stadt eine bedeutende Rolle. Platon lehrte hier Philosophie, Archimedes entwickelte die Archimedische Schraube und entdeckte das Archimedische Prinzip. Dramatiker wie Aischylos, Lyriker wie Pindar, Bakchylides und Simonides versammelten sich in der Stadt.

Zwischen 600 und 400 v. Chr. beherrschte Syrakus nicht nur große Teile Siziliens, sondern das gesamte Mittelmeer. Es besiegte 474 v. Chr. die Etrusker in der Seeschlacht vor Cumae. Im peloponnesischen Krieg konnte sich Syrakus gegen Athen behaupten . Gegen Karthago erlitt das Heer von Syrakus 406 v. Chr. allerdings eine Niederlage und holte in späteren Kämpfen Pyrrhos zu Hilfe.

Im ersten punischen Krieg stand Syrakus auf der Seite Roms. Im zweiten punischen Krieg jedoch kämpfte Syrakus auf der Seite Karthagos. Trotz der Versuche des Archimedes, mittels großer Brennspiegel feindliche Schiffe in Brand zu setzen, fiel Syrakus nach anderen Gebieten Siziliens 212 v. Chr. in römische Hand und wurde römische Provinzhauptstadt.

Nach dem Untergang Roms plünderten um 450 die Vandalen die Stadt und gliederten sie später mit fast ganz Sizilien ihrem Reich ein. Um 535 fiel die Stadt für mehrere Jahrhunderte zurück an das Oströmische Reich. Unter Kaiser Konstans II. wurde Syrakus von 661 bis 668 sogar dessen Regierungssitz, da die Stadt strategisch günstig zur Sicherung des Mittelmeeraums gegenüber den Arabern lag. Doch der Nachfolger Konstantin IV. kehrte wieder nach Konstantinopel zurück. 878 wurde die Stadt schließlich durch arabische Truppen erobert und blieb bis Ende des 11. Jahrhunderts ein Zentrum des Islam in Italien.

Im Jahr 1038 wurden Syrakus und weitere Gebiete Siziliens von Georg Maniakes zurückerobert. Als zu Beginn des 12. Jahrhunderts Palermo zur Hauptstadt wurde, verlor Syrakus allerdings nach und nach an Bedeutung. 1693 und 1757 zerstörten heftige Erdbeben Teile der Stadt, 1729 fielen zahlreiche Bewohner der Pest zum Opfer.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als sich Syrakus als strategisch günstig gelegene Hafenstadt für die italienischen Kolonien in Nord- und Ostafrika erwies, setzte wieder wirtschaftlicher Aufschwung ein. Heute ist Syrakus ein wichtiger Industriestandort Siziliens, Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte und bedeutendes Touristenzentrum.

Liste der Herrscher von Syrakus

Bild:Syrakus Ohr des Dionysios.jpg
Das „Ohr des Dionysios“ - Felsenhöhle
Bild:Ara ierone.jpg
Der Altar des Hieron II.
  • Gelon von Gela (485 v. Chr.- 478 v. Chr.)
  • Hieron I., sein Bruder, (478 v. Chr.- 467/466 v. Chr.)
  • Thrasybulos, Hierons Sohn (467/466 v. Chr.- 465 v. Chr.)
  • Demokratie (465 v. Chr.- 405 v. Chr.)
  • Dionysios I. (405 v. Chr.- 367 v. Chr.)
  • Dionysios II., sein Sohn, (367 v. Chr.- 357 v. Chr.)
  • Dion, (357 v. Chr.- 354 v. Chr.)
    • Kalippos, Rivale (354 v. Chr.- 352 v. Chr.)
    • Hipparinos und Aretaios (Rivalen 352 v. Chr.- 350 v. Chr.)
  • Nysaios (350 v. Chr.-346 v. Chr.)
  • Dionysios II., 2. Mal, (347 v. Chr.- 344 v. Chr.)
  • Timoleon (344 v. Chr.- 337 v. Chr. als Aisymnet)
  • Oligarchie (347 v. Chr.- 317 v. Chr.)
  • Agathokles (316 v. Chr.- 289 v. Chr., ab 304 v. Chr. als König)
  • Iketas (289 v. Chr.- 280 v. Chr.)
  • Toinon (280 v. Chr.)
  • Sosistratos (280 v. Chr.- 277 v. Chr.)
  • epirotische Herrschaft (277 v. Chr.- 275 v. Chr.)
  • Hieron II. (275 v. Chr.- 215 v. Chr., ab 260 v. Chr. als König)
    • Gelon II., Mitregent (240 v. Chr.- 216 v. Chr.)
  • Hieronymos (215 v. Chr.- 214 v. Chr.)
  • Adranodoros (214 v. Chr.- 212 v. Chr.) mit
    • Hippokrates, Mitregent, (213 v. Chr.- 212 v. Chr.)
    • Epikydes, Mitregent, (213 v. Chr.- 212 v. Chr.)
  • Syrakus wird von der Römischen Republik übernommen

Altstadt

Die Altstadt auf der Insel Ortigia drohte nach dem 2. Weltkrieg zu verfallen. Viele Bewohner zogen um in die modernen Wohnviertel auf dem Festland. Durch umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten von 1990 an wurde die Altstadt wieder aufgewertet und belebt. Hier befindet sich auch ein Großteil der historischen Bauten und Sehenswürdigkeiten.

Fonte Arethusa

Bild:SNGANS 259.jpg
Griechische Münzen mit dem Haupt der Arethusa

Die Süßwasserquelle, bzw. der Brunnen Fonte Arethusa liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt. Das Wasserbecken ist mit Steinen eingefasst und von Papyrusstauden umrahmt. Nördlich des Brunnens befindet sich die Strandpromenade Foro Vittorio Emanuele II.

Der Sage nach verwandelte sich die griechische Nymphe Arethusa mit Hilfe der Göttin Artemis in eine Quelle, um sich den Nachstellungen eines Jägers zu entziehen, und entsprang auf Ortigia. Der Jäger Alpheios verwandelte sich daraufhin in einen Fluss und erreichte, ohne sich mit dem Meer zu vermischen, die Insel Ortigia, um sich mit Arethusa zu vereinen.

In der Antike genoss die Nymphe große Verehrung, denn die Quelle ermöglichte die Stadtgründung und den Widerstand gegen feindliche Belagerungen. Als Wahrzeichen der Stadt schmückte Arethusas Kopf die Münzen von Syrakus, die einige Jahrhunderte lang zu den wichtigsten Währungen der griechischen Welt zählten.

Palazzi und Museen

Bild:Syracuse Palazzio Beneventano Del Bosco2.jpg
Innenhof des Palazzo Beneventano Del Bosco
  • Die Piazza Archimedes ist der Mittelpunkt der Altstadt. Der Platz ist umgeben von alten Palästen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Dazu zählen im Westen der Uhrenpalast, heute Sitz der Banca d'Italia, nordöstlich des Platzes der Palazzo Montalto und der Palazzo Lanza. Der Artemisbrunnen in der Mitte des Platzes stellt dar, wie sich Arethusa mit Hilfe der Göttin Artemis in eine Quelle verwandelt.
  • Zu einem ehemaligen Benediktinerkloster aus dem 13. Jahrhundert gehören der Palazzo Parisio und der Palazzo Bellomo. Dieser beherbergt das größte Museum der Altstadt, das Museo Regionale di Palazzo Bellomo. Zu den Exponaten zählen ein Gemälde von Caravaggio: „Die Grablege der Hl. Lucia“, der Schutzpatronin von Syrakus, und ein Gemälde von Antonello da Messina: „L'Annunciazione“, die Verkündigung.
  • Auf der Piazza Duomo stehen der Palazzo Vermexio aus dem 17. Jahrhundert, in dem sich das Rathaus der Stadt befindet, und der Palazzo Beneventano del Bosco. Der ursprünglich mittelalterliche Bau ging 1778 in den Besitz der Familie Beneventano über und wurde von Luciano Ali im Stil des Barock umgebaut. Der Palazzo, noch heute im Familienbesitz, beherbergte auch Admiral Nelson und König Ferdinand IV von Bourbon.
  • Im erzbischöflichen Palast gegenüber des Doms befindet sich die Alagoniana-Bibliothek, die griechische, lateinische und arabische Handschriften sowie eine umfangreiche Sammlung antiker Münzen aufbewahrt.

Tempel und Kirchen

Bild:It si dom1.jpg
Der Dom von Syrakus

Der Apollontempel wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. erbaut und ist der älteste größere griechische Tempel Siziliens, der bisher gefunden wurde. In byzantinischer Zeit diente der Tempel als Kirche, in arabischer Zeit als Moschee, dann wieder als christliche Kirche. Von 1930 bis 1940 wurden die Überreste ausgegraben. Erhalten sind das Fundament, Teile der Cellawand und Reste einiger dorischer Säulen.

Der Dom Santa Maria delle Colonne (Heilige Maria der Säulen) wurde im 7. Jahrhundert n. Chr. durch einen Umbau des Tempels der Athene errichtet. Dieser Tempel stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., seine Säulen sind heute an der Hauptfassade und im Innenraum zwischen den Schiffen zu sehen. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Dom von Andrea Palma vergrößert und erhielt seine heutige Barockfassade.

In einer der Seitenkapellen des Doms wird die Statue der Heiligen Lucia aufbewahrt. Anlässlich des Gedenktags der Schutzheiligen am 13. Dezember und jeweils am ersten Maisonntag wird die fast 4 m hohe Silberstatue aus dem 16. Jahrhundert auf feierlichen Prozessionen durch die Straßen der Stadt getragen.

Ebenfalls auf dem Domplatz steht die Barockkirche Lucia alla Badia. Sie wurde zwischen 1695 und 1707 erbaut.

Castello Maniace

Das Castello Maniace liegt an der Südspitze von Ortigia. Die rechteckige Festungsanlage mit vier runden Türmen wurde im Jahr 1038 von dem Feldherrn Georg Maniakes, der die Stadt von den Arabern befreite, aufgebaut und im 13. Jahrhundert von Friedrich II. erweitert. Es demonstriert noch heute die damalige, militärische Bedeutung der Stadt.

Neustadt

Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. unter Gelon weitete sich Syrakus von Ortigia auf das Festland aus. Die maximale Ausdehnung erreichte die Stadt unter Dionysios I. Auf dem Gebiet, auf dem sich der fünfte und neueste Stadtteil (Neapolis) des antiken Syrakus befand, wurde im vorigen Jahrhundert ein archäologischer Park eingerichtet.

Parco Archeologico della Neapoli

Bild:Siracusa Teatro.jpg
Das griechische Theater

In der Neustadt befindet sich der Parco Archeologico della Neapoli mit Bauwerken des alten Syrakus. So steht hier das Teatro Greco, welches im 6. Jahrhundert v. Chr. erbaut und 300 Jahre später erweitert wurde. Mit einem Durchmesser von 138 m und Platz für 15.000 Zuschauer ist es eines der größten griechischen Theater. Von den 60 in den Fels geschlagenen Sitzreihen sind noch 42 erhalten. Heute finden hier im Sommer regelmäßig Theateraufführungen und Konzerte statt.

Westlich des Theaters liegt der Opferaltar Hierons II. Der Altar war 198 m lang, 22 m breit und über 10 m hoch. Über zwei Rampen wurden an den Festtagen bis zu 450 Opfertiere auf den Altar getrieben und getötet. Das römische Amphitheater aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. ist 140 m lang und 119 m breit. Der Bühnenraum ließ sich mit Wasser füllen, so dass hier auch Seeschlachten nachgestellt werden konnten.

In über zehn großen Latomien, den Steinbrüchen, wurden Kalksteine zum Aufbau der antiken Stadt gewonnen. Zu den größten Steinbrüchen zählen Latomia dei Cappuccini und Latomia del Paradiso. Das „Ohr des Dionysios“ ist eine künstliche, in den Fels gehauene Höhle. Sie ist etwa 64 m lang, über 20 m hoch und bis zu 11 m breit.

Museo Archeologico Regionale

Das Museo Archeologico Regionale Paolo Orsi im Park der Villa Landolina wurde nach dem Archäologen Paolo Orsi benannt, der es von 1895 bis 1934 leitete. Es ist eines der bedeutendsten archäologischen Museen Italiens und zeigt über 18.000 Exponate von Syrakus und anderen Fundorten Ostsiziliens, die von der Vorgeschichte bis zur römischen Antike reichen. Durch eine Erweiterung des Museums bis 2009 sollen der Öffentlichkeit weitere Ausstellungsstücke zugänglich gemacht werden.

Kirchen

Die Kirche San Giovanni Evangelista (Johannes der Täufer) wurde in byzantinischer Zeit erbaut. Seit dem Erdbeben 1693 sind nur Teile des Gebäudes aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Unter den Resten der Kirche liegt die Krypta San Marziano. Marcian war ein Schüler des Apostel Petrus und gründete im Jahr 44 die erste christliche Gemeinde in Syracus. In der Krypta befinden sich seine Grabstätte und ein Altar, an dem Apostel Paulus auf seinem Weg nach Rom predigte. Von der Krypta aus gelangt man zu den Katakomben von Syrakus, die zu den größen Katakomben nach denen von Rom gehören.

Die Kirche Madonna delle Lacrime mit der Statue der weinenden Madonna ist die größte Wallfahrtskirche Siziliens. Sie wurde 1994 eingeweiht und bietet Platz für 11.000 Gläubige. Erbaut wurde die Kirche zu Ehren einer eher unscheinbaren Madonnenstatue aus Gips. Angesichts des Leids einer todkranken Frau floss im August 1953 einige Tage lang Flüssigkeit aus den Augen der Madonna und eine chemische Analyse ergab die Übereinstimmung mit menschlicher Tränenflüssigkeit. Nach der Genesung der Kranken und weiteren Heilungen wurde die weinende Madonna Ziel für Gläubige und Pilger aus aller Welt.

Demeter- und Koreheiligtum

Südlich der Kirche Madonna delle Lacrime wurde ein antikes Wohngebiet gefunden, das vom 6. Jahrhundert bis in byzantinische Zeit bewohnt war. Auch ein Brunnen und die Reste eines Demeter- und Koreheiligtums wurden hier entdeckt. Im Felsboden lassen sich Einschnitte für die Fundamente eines Tempels mit den Maßen 10 m x 18 m finden.

Castello Eurialo

Das Castello Eurialo befand sich auf dem höchsten Punkt der antiken Stadt. Heute liegt es etwa 7 km außerhalb von Syrakus. Die Festungsanlage wurde von Dionysios I. in der Zeit von 402 bis 397 v. Chr. als Eckpunkt der nördlichen und südlichen Stadtmauer errichtet. Bis zu 3000 Soldaten und 400 Reiter fanden innerhalb der Festung Platz, die durch Geheimgänge mit den verschiedenen Stadtteilen verbunden war. Hier sollen auch die Brennspiegel gestanden haben, mit denen Archimedes die Segel feindlicher Schiffe in Brand setzte. Erst durch einen Verrat konnte die Festung 212 v. Chr. von den Römern eingenommen werden. Das Kastell ist eine der stärksten Festungsanlagen aus griechischer Zeit und wurde mehrmals umgebaut. Die heutige Anlage entspricht der nach den letzten byzantinischen Umbauten.

Weitere Informationen

  • An der Arethusaquelle auf Ortigia und an den Ufern der Flüsse Anapo und Ciane, die bei Syrakus ins Meer münden, befinden sich die einzigen Stellen Europas, an denen noch wilde Papyrusstauden wachsen. Die Gebiete wurden unter Naturschutz gestellt. Das Museo del Papiro im Park der Villa Landolina informiert über die Papyruspflanzen und die Herstellung von Papier.
  • Im Park der Villa Landolina befindet sich auch die Grabstätte des Dichters August Graf von Platen.
  • Friedrich Schiller erwähnte in seinem Gedicht Die Bürgschaft die Stadt Syrakus und einen ihrer Tyrannen: „Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich Damon, den Dolch im Gewande: Ihn schlugen die Häscher in Bande,... Da schimmern in Abendrot Strahlen, von Ferne die Zinnen von Syrakus.“
  • In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es sieben Städte, die nach Syrakus benannt wurden. Die größte und bekannteste ist Syracuse im Staat New York.

Söhne und Töchter der Stadt

Quellenangaben

  1. Unesco-Liste

Literatur

  • Hans-Peter Drögemüller: Syrakus. Zur Topographie und Geschichte einer griechischen Stadt, in: Gymnasium, Beiheft 6 (1969).

Weblinks

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