Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Sympathie

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Sympathie ist ein altes Wort. Die Griechen schrieben ἡ συμπᾰϑεια - die Sympathie. Es stellt sich zu dem Verbum συμπᾰϑέω, zusammengesetzt aus συν (syn) = "mit" und πάσχω (pas-cho) = "empfinden; leiden". Die weithin anzutreffende Übersetzung "Mitleid" ist zu kurz. Es geht genausogut bei der Sympathie um Mitfreude und anderes. Der Kern des griech. Wortes ist, dass alle Empfindungen zwischen den Sympathieträgern gemeinsam erlebt werden. Da der Schmerz wohl die Hauptempfindung des Menschen ist, hat sich die Bedeutung auf Mitleid verengt. Eine verstärkende Rolle bei dieser Verengung wird sicherlich die mittelalterliche Schmerzensmystik und -theologie gespielt haben, siehe Thomas a Kempis "de imitatione christi", wo es darum geht, über die Vorstellung der Schmerzen Christi am Pfahl diesem ähnlich zu werden und sympathisch dessen Schmerzen mitzutragen.

Inhaltsverzeichnis

Heutige Bedeutung

In der heutigen Bedeutung (vgl. Mitleid) ist Sympathie ein menschliches Gefühl. Die Wahrnehmung dieses Gefühls ist subjektiv und für Beobachter nicht unbedingt nachvollziehbar.

Sympathie ist positiv wertend und bezeichnet in der Regel eine emotionale Beziehung zu einem Menschen, einem Tier oder auch zu einer Idee oder Ideologie. Niemals aber zu einem Gegenstand.

Das Gefühl der Sympathie kann verschiedene Ausprägungen haben bzw. verschieden stark empfunden werden (jemand hat sympathische Züge, ist sympathisch oder sehr sympathisch; umgekehrt hegt man umgangssprachlich wenig Sympathie, die bis zur Antipathie wachsen kann).

Sympathie als eine primär einseitige Empfindung kann Voraussetzung für emotionale Beziehungen wie Freundschaft oder Liebe sein, was umgekehrt nicht vorstellbar wäre. Sympathie wäre daher als distanziertes Wohlwollen zu verstehen. Zwar wird ein Mensch, für den man Freundschaft oder Liebe empfindet, so gut wie immer auch als sympathisch wahrgenommen, unbedingte Voraussetzung oder Vorstufe dafür ist Sympathie jedoch nicht („Hassliebe“).

Von der Liebe (oft ist damit aber auch die Verliebtheit gemeint) sagt man, dass sie blind macht. Gemeint damit ist, dass die Entscheidungsfreiheit bzw. rationale Entscheidungen vom subjektiven Liebesempfinden überlagert werden. Die Auswirkungen auf Entscheidungen sind beim Gefühl der Sympathie rational kontrollierbar. Bei genügend Selbstdistanz kann ein Mensch selbst für seinen Feind oder doch für dessen Handlungsmotive Sympathie fühlen.

Sympathie wird in der Literatur thematisiert von Christoph Wilhelm Hufeland über Max Scheler bis zu Dorothee Sölle. - In der erzählenden Literatur wird Sympathie vor allem zur Darstellung von Stimmungsbildern und der Erklärung von Beziehungsgeflechten handelnder Personen verwendet.

Das sympathische Nervensystem ist Teil des vegetativen Nervensystems.

Sympathie in der Geschichte

Bevor das Wort die obige Bedeutung annahm, hatte es eine etwas andere in der klassischen Physik, womit nicht die Unterscheidung zwischen Atomphysik und Mechanik etwa gemeint ist, sondern der Physik-Begriff des Aristoteles etwa, der sich vom griechischen physis φυσις - Körper ableitet, und im Prinzip alle heutigen Naturwissenschaften, Biologie, Chemie, Astronomie, etc. umfasste. Um sich dem Begriff zu nähern, sei hier Samuel Hahnemann mit similia similibus curantur zitiert, welches landläufig durch "Gleiches wird mit Gleichem geheilt" übersetzt wird, was bedeutet, dass eine Sache durch eine ihr Ähnliche kuriert wird. Die Sympathie ist die Beziehung, welche aus der Annahme einer Teilidentität zweier, objektiv getrennter Dinge hervorgeht. In der Wissenschaft der Alten war die Sympathie kein postuliertes Prinzip, sondern erkannte Tatsache. Diese sympathischen Beziehungen im Einzelnen aufzudecken, war Aufgabe der Wissenschaft. So besteht etwa eine sympathische Beziehung zwischen dem Namen eines Dinges und dem Ding selber, bzw. dem Namensträger selbst. Die gesamte Kunst der Magie beruht auf der Sympathie, indem der Mensch fähig ist, eine sympathische Beziehung, eben Sympathie zwischen zwei bislang nicht in Konnex gebrachten Dingen herzustellen. So wird im Altägyptischen das Wort Magie mit einem Knoten und dem Ka-Zeichen dargestellt, He-Ka, ein Wort, welches übrigens auch "regieren" bedeutet. Eine eher unbekannte Tatsache ist, dass im 3.ten Reich das Wort "Sympathie" ebenfalls zur Propaganda für Adolf Hitler missbraucht und sinnverändernt verwendet wurde. Damals bedeutete "Sympathie" zum Führer in etwa Loyalität zum Führer und dessen "Führer Prinzip". Das positive Wort rückte die Nationalsozialistische Bewegung in ein "gutes Licht".

Literatur

  • Passow: Handwörterbuch der griech. Sprache, Darmstadt, 1983
  • Christian Jacq: die Welt der Hieroglyphen, Berlin, 2000

Siehe auch

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Sympathie, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge