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Susan Atkins
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Susan Denise Atkins-Whitehouse alias „Sadie Mae Glutz” (* 7. Mai 1948 in San Gabriel, Kalifornien) ist ein Mitglied der berüchtigten Manson Family und ist - neben weiteren Verbrechen - die verurteilte Mörderin der Filmschauspielerin Sharon Tate.
Leben
Susan Atkins stammt aus einer Familie der unteren amerikanischen Mittelschicht. Ihr Vater war Bauarbeiter; ihre Mutter machte Gelegenheitsjobs, um die Familie mit drei Kindern (sie hat zwei Brüder) zu ernähren. Beide Eltern waren Alkoholiker. Susans Mutter starb an Krebs, als das Mädchen erst vierzehn Jahre alt war. Ohne wirkliches Elternhaus oder Bezugspersonen - die Brüder waren mittlerweile beim Militär - begann sich der Teenager in der Szene von San Francisco herumzutreiben und warf mit 18 ihre Schulausbildung hin. Sie schloss sich einem entflohenen Sträflingspärchen an. Zusammen begingen sie einige bewaffnete Raubüberfälle entlang der Westküste. Schließlich wurden sie gefasst und Susan musste für drei Monate hinter Gitter. Danach verdingte sie sich als Nackttänzerin oder „Oben-ohne”-Bedienung in schäbigen Bars; nebenbei verkaufte sie Drogen und wirkte in Bühneninszenierungen (Witches Sabbath) des bekennenden Satanisten Anton Szandor LaVey mit.
In einer Wohngemeinschaft, in der sie mit mehreren gleichaltrigen Frauen zusammenlebte, traf sie bei einer Party auf Charles Manson. Der junge Musiker zog Susan sofort in seinen Bann. Manson gab ihr den Namen „Sadie”, den er dem Beatles-Song Sexy Sadie entnommen hatte. Sie folgte ihm und seiner Kommune, die zumeist aus jungen rothaarigen Frauen bestand. Die Gruppe reiste in einem schwarzbemalten Schulbus durch Kalifornien und experimentierte mit LSD und anderen Drogen. Susan/Sadie sagte später: „Charles Manson war für mich zu dieser Zeit Jesus und Satan in einer Person”. Manson war bereits begeisterter Anhänger der Ideologien des Nazismus und des Satanismus. Mit einer Gruppe Familymitglieder wohnte Susan eine Zeit lang in Mendocino (Kalifornien). Dort verteilte sie mit anderen Family-Mitgliedern LSD an Kinder. Als man sie später festnahm und verurteilte bekamen sie den Spitznamen: „Witches of Mendocino“ (Hexen von Mendocino).
Mansons schnell wachsende Sekte, die sich als „Family” (Familie) bezeichnete, bezog Ende der 1960er eine Ranch bei San Fernando, Kalifornien. Hier brachte Susan „Sadie” Atkins einen Sohn zur Welt. Ihren Angaben nach soll Manson aber nicht der Vater gewesen sein. Der Junge bekam den Namen ZeZoZeCee Zadfrack. Der Name wurde später in „Paul“ geändert.
In der Nacht vom 8. zum 9. August 1969 brach Susan Atkins zusammen mit den drei weiteren Manson-Mitgliedern Charles „Tex” Watson, Patricia Krenwinkel und Linda Kasabian in das Anwesen von Terry Melcher am Cielo Drive in Beverly Hills ein. Das Haus war zuvor von Melcher an das junge Ehepaar Sharon Tate / Roman Polanski vermietet worden. Die hochschwangere Sharon Tate war mit ihren Freunden Jay Sebring, Abigail Folger und Voyteck Frykowski zuhause, als die Sektenmitglieder - mutmaßlich im Drogenrausch - mit Messern und Pistolen bewaffnet ein Massaker unter den Anwesenden anrichteten. Auch der eher zufällig auf dem Grundstück anwesende Steven Parent wurde ermordet. Der wirkliche Tathergang ist nicht genau rekonstruierbar, zeugt aber von einer unglaublichen Brutalität. In den folgenden Tagen beging die Manson Family noch zahlreiche weitere Morde in der High Society von Los Angeles.
Susan „Sadie” Atkins wurde im November 1969 eher zufällig zusammen mit anderen Mitgliedern der Manson Family wegen Autodiebstahl und Brandstiftung verhaftet und brüstete sich beim anschließenden Polizeiverhör mit den Morden an Tate und dem Supermarktbesitzer Leno LaBianca und dessen Frau Rosemary.
Bei der Gerichtsverhandlung schilderte sie ausführlich, wie sie die um Gnade flehende Sharon Tate gefoltert und mit zahllosen Messerstichen niedergemetzelt habe. Atkins wurde am 29. März 1971 zur Todesstrafe in der Gaskammer verurteilt, aber durch eine gerade laufende Gesetzänderung zu lebenslanger Freiheitsstrafe begnadigt (die Todesstrafe wurde erst 1977 wieder in Kalifornien eingeführt).
In den ersten Jahren ihrer Inhaftierung zeigte sie sich noch loyal gegenüber Charles Manson und seinen verworrenen Ideologien, distanzierte sich aber später von der Family und wandte sich extrem religiös christlichen Glaubensrichtungen zu. 1980 heiratete sie im Gefängnis den vermeintlichen texanischen Multimillionär Donald Lee Laisure. Es stellte sich allerdings heraus, dass dieser ein Heiratsschwindler war und bereits 35 Ehen hinter sich hatte. Atkins heiratete den Harvard-Absolventen James Whitehouse, der sich seit 2000 für ihre Begnadigung einsetzt und in ihrem Namen zahlreiche Petitionen eingereicht hat. Susans Begnadigung wurde im Juni 2005 zum bereits elften Mal abgelehnt. Die nächste Anhörung ist für das Jahr 2009 festgesetzt.
Susan „Sadie” Atkins ist bis heute in der kalifornischen Frauenvollzugsanstalt Corona (Kalifornien) inhaftiert.
Literatur
Susan Atkins: Child of Satan, Child of God (1978); ISBN 0340232463 (englisch)
Deutsche Ausgabe: Ich sollte sterben (1979); ISBN 3-87228-082-1, Verlag Johannes Fix, Schorndorf
Weblinks
- www.susanatkins.org - offizielle Website (englisch)
- Susan Atkins (englisch)
- www.charliemanson.com (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Atkins, Susan |
| ALTERNATIVNAMEN | Susan Sadie Atkins, Sadie Mae Glutz, Susan Atkins-Whitehouse |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanische Mörderin |
| GEBURTSDATUM | 7. Mai 1948 |
| GEBURTSORT | San Gabriel, Kalifornien, USA |
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