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Sturzkampfflugzeug

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Bild:A-24 diving.jpg
Douglas A-24 (SBD Dauntless) im Sturzflug
mit ausgefahrenen Sturzflugbremsen

Sturzkampfflugzeuge (meistens als Sturzkampfbomber oder Sturzbomber bezeichnet) sind relativ leichte, meist einmotorige Bomber. Im Gegensatz zu schweren, meist mehrmotorigen Horizontalbombern wurden die Sturzkampfflugzeuge üblicherweise mit leichteren Bombenladungen bestückt, mit denen Punktziele angegriffen wurden, wie zum Beispiel feindliche Bunkeranlagen, Panzer oder Schiffe.

Mit der Bezeichnung Stuka wird in der Regel das deutsche Sturzkampfflugzeug Junkers Ju 87 aus dem zweiten Weltkrieg assoziiert, das zu Kriegsbeginn massiv eingesetzt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Name rührt aus der Art und Weise her, wie Angriffe auf feindliche Ziele stattfanden. Im Sturzflug von 70°-90° Grad Neigung aus üblicherweise mehreren tausend Metern Höhe stürzten sich diese Flugzeuge auf ihre Ziele herab, dabei wurde quasi mit dem Sturzkampfflugzeug selbst das Ziel anvisiert. Dadurch konnten die Bomben vergleichsweise zielgenau abgeworfen werden.

Die Geschwindigkeit des Sturzfluges wurde durch spezielle Bremsklappen reduziert, damit die Wendigkeit der Maschine erhalten blieb und die Piloten auch sich bewegende Ziele im Visier halten konnten. Etwa tausend Meter über dem Ziel wurde dann die Bombenladung abgeworfen und die Maschine bis etwa 500 m über dem Boden abgefangen. (Später wurden durch verbesserte Zieleinrichtungen flachere Sturzflüge mit Bombenabwurf erst kurz nach Einleiten der Abfangkurve ermöglicht). Dieser Teil war der gefährlichste, weil er körperlich durch die starke Beschleunigung am belastendsten war. Es wird berichtet, dass manche Piloten für Sekunden in Ohnmacht fielen. Um daraus resultierende Unfälle zu vermeiden, waren die Flugzeuge mit einer Abfangautomatik ausgestattet. Zusammen mit dem Bombenwurf wurden die Bremsklappen eingefahren, und das Höhenruder nahm eine voreingestellte Position ein. Die Maschine beendete so auch ohne Zutun des Piloten den Sturzflug.

Die von Sturzkampfflugzeugen mit einfachen Zielgeräten erreichte Treffgenauigkeit übertraf die mit den jeweils modernsten Bombenzielgeräten aus dem Horizontalflug erreichbaren Treffgenauigkeiten bei weitem.

Sturzkampfflugzeuge, kurz Stuka, des Typs Junkers Ju 87 – vor allem bekannt durch Hans-Ulrich Rudel – bildeten neben den Panzerverbänden das Rückgrat des deutschen Blitzkriegs im Zweiten Weltkrieg. Berühmt-berüchtigt wurden die deutschen Stuka durch die Zielgenauigkeit und durch eine - ab dem verbesserten B-Modell eingesetzte - kleine technische Einrichtung, eine Fahrtwindsirene (auch „Jericho-Trompete“ genannt): Beim Sturzflug wurde durch den Fahrtwind eine Sirene angetrieben, was einen schrillen, kreischenden Ton erzeugte. Die psychische Wirkung auf den Gegner war zuweilen größer als die Waffenwirkung der abgeworfenen Bomben.

Die Ju 87 konnte allerdings nur bei Luftüberlegenheit eingesetzt werden. Ihre relativ niedrige Geschwindigkeit machte sie zum leichten Ziel für gegnerische Jagdflugzeuge. Deshalb wurden die Ju 87 ab 1943 nach und nach durch Jagdbomber ersetzt, blieben aber für nächtliche Angriffe bis zum Kriegsende im Einsatz. Für Nachteinsätze war die Langsamkeit von Vorteil, alliierte Nachtjäger konnten kaum so langsam fliegen, um genug Zeit für Ortung und Abschuss zu haben.

Im Deutschen Reich wurde die Idee der Sturzkampftaktik von Ernst Udet populär gemacht. Nach großen Erfolgen zu Kriegsbeginn wurde im Reichsluftfahrtministerium (RLM) angeordnet, alle neuen Bomber und Schlachtflugzeuge müssten sturzkampftauglich sein. Daraus resultierten viele Probleme bei nachfolgend neu eingeführten Flugzeugtypen wie Dornier Do 217 und Heinkel He 177.

Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz spielten Sturzkampfflugzeuge eine entscheidende Rolle in vielen See-Luft-Schlachten. Bombentreffer durch japanische Sturzkampfflugzeuge des Typs Aichi D3A trugen zur Versenkung vieler Schiffe beim Angriff auf Pearl Harbor bei. Die oft als Beispiel für von Sturzkampfflugzeugen versenkte Schiffe genannte Explosion des US-Schlachtschiffes Arizona im Hafen von Pearl Harbor wurde aber durch eine Bombe eines Nakajima B5N Torpedobombers verursacht. US-amerikanische Sturzkampfflugzeuge des Typs SBD Dauntless konnten unter anderem vier japanische Flugzeugträger in der Schlacht von Midway versenken.

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges, dem Aufkommen düsengetriebener Kampfflugzeuge, verbesserter Flugabwehr und selbststeuernden Bomben wurden spezialisierte Sturzkampfflugzeuge überflüssig. Strahlgetriebene Jagdbomber verwenden aber weiterhin prinzipiell ähnliche Angriffsverfahren aus dem Sturzflug oder aus dem Abfangen.

Liste von Sturzkampfflugzeugen

Deutschland

Großbritannien

Italien

Japan

USA

Sowjetunion

In einigen Fällen wurden auch Flugzeuge, die eigentlich nicht als Sturzkampfflugzeuge konzipiert waren, als solche eingesetzt. Besonders erwähnenswert sind hierbei das italienische Angriffsflugzeug Breda Ba.65 Nibbio sowie das japanische Jagdflugzeug Nakajima Ki-84 Hayate.

Siehe auch

Literatur

Curt Strohmeyer: Stukas! - Erlebnis eines Fliegerkrops - Herausgegeben vom General der Flieger Dr.ing. Freiherr von Richthofen). Berlin 1941 (Verlag die Heimatbücherei)

Weblinks

Wikipedia
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