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Berlin-Stralau

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Wappen Satellitenbild
Bild:Coat of arms de-be stralau 1987.png
Details
Bild:Luftbild Berlin Stralau.jpg
Satellitenbild der Halbinsel Stralau
Basisdaten
Bundesland: Berlin
Stadtbezirk: Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
Geografische Lage: Koordinaten: 52° 29' N, 13° 28' O52° 29' N, 13° 28' O
Einwohner: ca. 3000
Fläche: 1,12 km²
Höhe: 34 m ü. NN
Postleitzahl: 10245
Website: BA Friedrichshain-Kreuzberg

Stralau ist eine Ortslage des Ortsteils Friedrichshain im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, die auf einer Landzunge zwischen der Spree und dem Rummelsburger See liegt. Der Name geht auf ein Dorf zurück, das unter dem Namen Stralow hier entstand und 1920 Teil Groß-Berlins wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Archäologische Funde aus der Steinzeit weisen die Halbinsel Stralau als einen der ältesten Siedlungskerne auf heutigem Berliner Gebiet aus. Aus späterer Zeit ist germanische und wendische Besiedlung belegt. Bereits im 13. Jahrhundert wurde der Name Stralow erwähnt. Während unklar ist, ob ein in einer Urkunde von 1240 (oder 1244) erwähnter Ritter Thidericus von Stralow mit einer Ortschaft auf der Halbinsel in Zusammenhang steht, vermutet man dies vom 1261 erwähnten Ritter Rudolf von Ystralowe. Als erste Erwähnung des Fischerdorfes Stralau werden unterschiedliche Daten genannt: Markgraf Otto V. legte 1288 die Grenze zwischen Berlin und Rosenfelde neu mit dem Stralowschen Damm fest, der auf das Dorf Stralow verweist. Im Jahre 1358 schließlich taucht Stralow selber erstmals in einer Urkunde auf, als Berlin-Cölln das Fischerdorf vom Ritter Nicolaus Bartolpsdorf kaufte. [1][2][3]

Der „Stralauer Fischzug“, ein alljährlich am 24. August, dem Bartholomäustag, begangener Festtag, durch den Stralau berühmt werden sollte, geht auf das Jahr 1574 zurück. In einem Edikt vom 22. Februar 1574 verfügte Kurfürst Johann Georg von Brandenburg ein Verbot des Fischens von Ostern bis Bartholomäus. Wörtlich heißt es im Edikt: Wir Wollen, Setzen und Ordnen, dass alle und jegliche Wasser mit großen Garnzügen vom Grünen Donnerstag bis auf Bartholomäi durchaus sollen verschonet werden, damit die Fischerei nicht zu Schaden komme, weil der Laich und die jungen Fische zu Unzeiten gebraucht werden. Der Fischzug beging also feierlich das Anfischen nach der jährlichen Schonzeit.

Bild:Stralau Kirche.jpg
Dorfkirche Stralau

Da das jährliche Fest auf dem Friedhof (sic!) des Dorfes stattfand und jedes Jahr in wüstere Saufgelage, Schlägereien und orgiastische Treiben ausartete, wurde es am 23. August 1873 vom Amtsvorsteher verboten. Nach einem Wiederaufleben 1923 wurde es wenige Jahre später erneut verboten.

Bild:Stralau-Friedhof.jpg
Stralauer Dorffriedhof, im Hintergrund die TrepTowers

Die Entwicklung Stralows wurde maßgeblich durch die Eröffnung des Bahnhofs Stralow-Rummelsburg (heute Berlin-Ostkreuz) 1871 vorangetrieben. Im vorderen Teil der Halbinsel entwickelte sich ein Vielzahl von Industriebetrieben wie zum Beispiel die Engelhardt-Brauerei und das Stralauer Glaswerk. Heute zeugen davon noch Überreste wie der Palmkernölspeicher oder der Flaschenturm. Von 1899 bis 1959 fuhr auch eine Straßenbahn auf Stralau, die bis 1932 sogar durch einen der ersten Unterwassertunnel Berlins, den Spreetunnel Stralau, bis nach Treptow führte. Der Tunnel ist heute zugeschüttet; erhalten blieben nur die Namen „Tunnelstraße“ auf der Stralauer und „Platz am Spreetunnel“ auf der Treptower Seite.

Als Amtsbezirk existierte Stralow von 1874 bis 1893; zu ihm gehörte die Landgemeinde Stralow sowie der Gutsbezirk Boxhagen-Rummelsburg. Seit 1893 gilt der amtliche Name des Ortes „Stralau“.

Bei der Bildung Groß-Berlins 1920 wurde Stralau gemeinsam mit einigen anderen Orten sowie Ortsteilen zum Berliner Stadtteil Friedrichshain zusammengelegt.

Stralau heute

Nach der Wende schlossen viele der Betriebe, die den vorderen Teil der Halbinsel prägten. Im Zuge der Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele war die Halbinsel Stralau für das Olympische Dorf vorgesehen. Es wurde eine städtische Entwicklungsgesellschaft gegründet, die eine Vielzahl von Neubauten plante und baute. Das Entwicklungsgebiet wurde autoarm geplant. Dies hatte eine große Steuerminderung bei Baukosten zur Folge. Mittlerweile ist die PKW-Quote je Einwohner höher als der Berliner Durchschnitt.

Quellen

  1. Stralau bei luise-berlin.de
  2. Stralauer Geschichte bei stralau.de
  3. Broschüre des Statistischen Landesamtes von Berlin (pdf)

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Berlin-Stralau – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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