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Stimmgabeluhr

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Stimmgabeluhren (englisch tuning fork watches) erzeugen die für ihren Uhrgang erforderlichen Schwingungen mit einer Stimmgabel.

Inhaltsverzeichnis

Grundlegende Idee

Noch in den 1950er Jahren funktionierten sämtliche Armbanduhren mechanisch, sie besaßen eine Unruh zur Schwingungserzeugung, die nur mit 2,5 bis 5 Hz liefen. Von der Genauigkeit, mit der diese Frequenz eingehalten wurde, hing die Gangabweichung der Uhr ab, wobei eine hohe Frequenz zu einer geringeren Abweichung führt. Nun ließ sich die Frequenz einer Unruh nicht erheblich steigern, so dass man auf andere Systeme überging. Bei Stimmgabeluhren schwang hierzu eine winzige Stimmgabel mit 300 bis 720 Hz.

Funktionsweise

Die Stimmgabel wurde mittels kleiner Elektromagneten angeregt, wozu eine Transistorschaltung elektrische Impulse erzeugte. Eine diamantbesetzte Sperrklinke an der Stimmgabel übertrug die Bewegung auf das Räderwerk, welches wiederum – wie gewohnt – die Zeiger drehte. So wie das Ticken einer herkömmlichen Uhr hörte man ein leises Summen. Von Vorteil bei dem System war auch der geringere Verschleiß, gab es doch weniger mechanische Teile, insbesondere keine (stark beanspruchte) Ankerhemmung; aus dem gleichen Grund ließ es sich leicht reparieren. Bestand ein gewöhnliches Automatikuhrwerk aus 26 beweglichen Teilen, benötigte ein Stimmgabelwerk lediglich 12. Allerdings verlangte es nach einer Batterie, deren Lebensdauer aber bei mindestens einem Jahr lag.

Accutron

Die erste Stimmgabeluhr schuf der aus Basel stammende Physiker Max Hetzel, Jahrgang 1921: Er nahm 1951 eine Anstellung bei dem Uhrenhersteller Bulova an und brachte das erste Werk überhaupt am 19. Juni 1953 zum Laufen, der erste Prototyp einer Armbanduhr war im November 1954 fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt war sowohl der erforderliche Transistor wie auch die benötigte Knopfzellen-Batterie gerade erst verfügbar. Am 16. Oktober 1960 gelangten die ersten Modelle ins Verkaufsprogramm. Ihre Bezeichnung „Accutron“ setzt sich aus Accuracy (engl.: Genauigkeit) und Electronic zusammen, die günstigste Version kostete 175 Dollar. Die Accutron lief mit 360 Hz und besaß eine ausgezeichnete Gangabweichung von nur 60 Sekunden pro Monat. Sie hatte damit für die Weltraum-Missionen der NASA bis hin zum Apollo-Programm eine große Bedeutung. Dies trug erheblich zu ihrer Popularität bei, sodass schon 1973 die viermillionste Uhr verkauft werden konnte, die letzte Bulova Accutron ist 1977 gebaut worden.

Einordnung

Lange Zeit gab es nur Armbanduhren mit Handaufzug, bei denen die zunehmende Federentspannung auf den Gleichlauf Einfluss nimmt. Abhilfe schufen Uhren mit immer gleichmäßiger Federspannung, was durch einen von der Handbewegung angetriebenen automatischen Aufzug oder aber in seltenen Fällen durch einen Elektromotor erreicht werden konnte. Eine weiteren Fortschritt bei der Gangabweichung brachten die Stimmgabel- und nach 1970 die Quarzuhren mit ihrer nochmals höheren Frequenz. Diese lösten die Stimmgabeluhren vollkommen ab.

Weblinks

Wikipedia
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