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Sternzeit

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem astronomischen Zeitmaß Sternzeit. Für die fiktive Zeitrechnung in den Star Trek-Fernsehserien siehe Zeitlinie von Star Trek.

Die Sternzeit ist ein in der Astronomie und Geodäsie verwendetes Zeitmaß, das direkt mit der Erdrotation zusammenhängt. Ihre Basis ist der Sterntag, der wegen des Erdumlaufs um die Sonne um etwa 1/365 (etwa vier Minuten) rascher abläuft als der Sonnentag bzw. der darauf beruhende bürgerliche Tag (86400 Sonnenzeit-Sekunden entsprechen ungefähr 86636,6 Sternzeit-Sekunden).

Die Sternzeit ist definiert als der Stundenwinkel des Frühlingspunkts, das ist der entlang dem Himmelsäquator in Richtung der täglichen Bewegung der Sterne gemessene Winkel zwischen der Meridianebene des Beobachtungsorts und dem Punkt auf dem Himmelsäquator mit Rektaszension 0. Die Sternzeit ist daher vom Beobachtungsort auf der Erde abhängig. Zu einem bestimmten Zeitpunkt der koordinierten Weltzeit haben Orte verschiedener geographischer Länge unterschiedliche Sternzeit, nur für Orte gleicher geographischer Länge ist die Sternzeit gleich.

Durch die Nutation schwankt der Frühlingspunkt mit einer Periode von etwa 18,6 Jahren. Dementsprechend unterscheidet man die wahre Sternzeit die sich aus der direkten Beobachtung ergibt und die mittlere Sternzeit die von diesen Schwankungen befreit ist. Der Unterschied zwischen wahrer und mittlerer Sternzeit beträgt bis etwa 0,4 Sekunden.

Aus der Differenz der lokalen Sternzeit eines Orts zur Sternzeit in Greenwich folgt unmittelbar die geographische Länge dieses Orts, siehe astronomische Navigation. Eine Messung dieser lokalen Sternzeit entspricht also entweder eine Ortung oder eine Zeitmessung – je nachdem, ob die Sternzeit in Greenwich zum Beobachtungszeitpunkt oder die geographische Länge des Beobachtungsorts bekannt ist.

Für die Sternzeit gilt:

Für Greenwich sind Uhrzeit und Sternzeit im Zeitpunkt des Herbstanfangs identisch.

Mittels der aus Datum, Uhrzeit und geographischer Länge bestimmten Sternzeit vereinfachen sich praktische Berechnungen für astronomische Beobachtungen, siehe auch Nautisches Dreieck. Sternzeit und geographische Breite bestimmen welche Sterne gerade sichtbar sind.

Bild:Grosserwagenmitzeigerz.jpg
Rückläufiger "Stern-Stundenzeiger", gebildet aus der Verbindungsachse vom Großen Wagen zum Polarstern, mit Stunden- und Monatseinteilung.

Anschaulich kann man sich den Sternhimmel als große Uhrscheibe vorstellen, die sich an einem Sterntag entgegen dem Uhrzeigersinn einmal um sich selbst dreht. Markant ist die Orientierung des Großen Bären. Ein Stern-Stundenzeiger ist z.B. die Verbindungslinie vom Polarstern bis zum Großen Wagen. Aus seiner Position lässt sich die Uhrzeit abschätzen. In einer Stunde dreht sich die Erde um ca. 360°/24h = 15°/h. Pro Tag geht die Sternuhr um 4 Minuten vor, in einem Monat ca. 2 Stunden, entsprechend 30°/Monat.

Das nebenstehende Bild wurde Anfang Juli (07) gegen 2:00 Uhr aufgenommen. Zwei Stunden später ist der Große Wagen zur Ziffer 4 weitergewandert. Die gleiche Position nimmt er einen Monat später in August (08) um 2:00 Uhr ein.

Weblinks

Berechnung der Sternzeit (mit Faustformel zur Kopfrechnung)

Wikipedia
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