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Stefan Banz

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Stefan Banz (* 11. September 1961 in Sursee, Schweiz) ist Künstler und Kurator.

Er wächst in Menznau, Schweiz, auf, studiert an der Universität Zürich Kunstwissenschaft und beschäftigt sich in seiner Lizentiatsarbeit "Serendipity", 1990, mit der Philosophie von Jacques Derrida (1930-2004) in Bezug auf die bildende Kunst. 1989 ist er Mitbegründer der Kunsthalle Luzern und bis 1993 deren künstlerischer Leiter. 2005 kuratiert er unter dem Titel „Shadows Collide With People“ den Schweizer Pavillon an der Biennale in Venedig.

Inhaltsverzeichnis

Ausstellungen

Das Biotop der Kunst und die Frage nach der Entstehung des Kunstwerks sind Kernpunkte der Zusammenarbeit mit Jacques Derrida, Wada Jossen, Theo Kneubühler und Harald Szeemann in der Ausstellung “Der Anbau des Museums”, 1992. Das in der Kunsthalle Luzern veranstalte Projekt ist für die Entwicklung des Künstlers Stefan Banz massgebend.

Es folgen erste Einzelausstellungen als Künstler 1993 in der Kubinski Gallery, New York und in der Galerie Urs Meile, Luzern. 1994 in der Ars Futura Galerie, Zürich und in der Bloom Gallery, Amsterdam. 1995 “Give me a Leonard Cohen Afterworld” im Kunstmuseum Luzern. 1996 setzt er mit der Installation “Dive” den Ausstellungsraum des OK, Centrum für Gegenwartskunst Linz, unter Wasser (erste, kleinere Variante bereits 1993 in der Kubinski Gallery New York). 1997 mit der Installation “Hitzfeld” in der Galerie Meile Luzern zeigt er mittels bekannter Künstlernamen und ihrer Werke auf Fussballtricots zum ersten Mal seine Affinität zum Sport, die sich in den folgenden Jahren mehrere Male in grösseren Ausstellungen manifestiert. Mit der Ausstellung “A Shot Away Some Flowers” im MAMCO, Musée d’art moderne et contemporain, Genf, zeigt er 1999 seine “Baby Bacons”, den nachgemalten Werkkatalog der Gemälde von Francis Bacon und 2000 ist er mit einer Überblicksausstellung seiner Werke im Migros Museum, Museum für Gegenwartskunst, Zürich, zu Gast. Im selben Jahr erhält er den Anerkennungspreis der Stadt Luzern. 2001 folgt die Ausstellung The Muhammad Ali’s im Kunstmuseum Luzern (Verleihung des Manor Kunstpreis Luzern 2000 an den Künstler). Sein malerisches Werk zeigt er 2003 in der Übersichtsausstellung “Un coeur simple” im Museums im Bellpark, Kriens. Seine bisher grösste Ausstellung war die Installation “Study For A Painting Of A Lonely Heart” im Württembergischen Kunstverein Stuttgart, 2004, wo er auf 1300m² Ausstellungsfläche einen Rasen anpflanzte und ein nach einem lebenden Tier nachgebildetes Panzernashorn zeigte, das dem Video “Door to Door” (wo der Künstler von seinem Nachbar verprügelt wird) zuschaute. Eine weitere wichtige Einzelausstellung zeigte der Künstler vom 22. Januar bis 19. März 2006 unter dem Titel „Laugh I nearly died“ im Musée CentrePasquArt in Biel, wo gleichzeitig eine gleichnamige Publikation zu den Installationen der letzten 15 Jahre erschien. Stefan Banz ist mit seinen Arbeiten auch in wichtigen Gruppenausstellungen vertreten, so u.a. in “Nonchalance”, Centre PasquArt Biel, 1997, und Akademie der Künste Berlin, 1998; “Freie Sicht aufs Mittelmeer”, Kunsthaus Zürich und Schirnkunsthalle, Frankfurt ,1998; “The Squared Circle”, Walker Art Center in Minneapolis, 2003; Echigo-Tsumari-Triennale Japan, 2003; Prag Biennale, 2003; „Rundlederwelten“, Martin Gropius-Bau Berlin, 2005.

Analyse

Das Werk von Stefan Banz manifestiert sich in den Gattungen Installation, Fotografie, Video und Malerei. Gleichzeitig sind seine Zugänge zum Feld vielfältig. Er ist Künstler, Kurator, Theoretiker. Intermedialität ist Antrieb dieser Kunst und gleichsam Grundlage für den Werkkosmos Stefan Banz. In den Neunzigerjahren hat er sowohl in Fotografie, Installation, Video wie auch in Malerei Marken gesetzt.

Mit seiner fotografischen Arbeit etabliert er das Thema „Familie“ in der Gegenwartskunst. Das Anliegen dieser Arbeit ist nicht das authentische Bild, sondern vielmehr das Prinzip der Referenzialität. Jedes Bild ist in ein ikonografisches Programm eingebunden, das Banz im Bildreservoir der Medien und Hochkultur generiert. Bei der konzeptuellen Malerei wagt er durch das Nachmalen von Vorbildern das direkte Zitat. Seine Bildserien – etwa die Baby Bacons – sind als „Coverversionen“ über bekannte Vorlagen zu sehen. Er verstösst damit bewusst gegen die Konvention der Neuschöpfung, wie sie in der Kunst nach wie vor gefordert wird. Mit seinen Installationen schliesslich befragt er die Grenzen der Kunstinstitutionen. Wobei die Abgeschlossenheit des White Cube durch das Einbringen von Elementen der Natur aufbricht. Das Werk wächst und produziert sich selber, wie in der Installation „Gulliver“, 2000, Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich, und „Study For A Painting Of A Lonely Heart“, 2004, Württembergischer Kunstverein Stuttgart, oder das Werk ist fragil und generiert durch Spiegelung und Brechung die Bilder, wie bei „Dive“, 1996, OK – Centrum für Gegenwartskunst Linz. So fordert er mit beinahe allen seinen Arbeiten die Kunst und deren Institutionen heraus und hinterfragt sie gleichzeitig, wie seine grosse Einzelausstellung “Laugh. I nearly died” im Musée Centre PasquArt in Biel, Schweiz, 2006, wo er zum Beispiel einen Anhänger, vollständig gefüllt mit seinen Werken, in der Mitte durchsägte. Seine neusten Arbeiten – grossformatige, politisch motivierte Ölmalereien – entstehen seit 2004 in Kollaboration mit der Künstlerin Caroline Bachmann.

Stefan Banz ist ein wissender Künstler. Seine künstlerischen Strategien gehen von einem konzeptuellen Ansatz aus und sind dem Zitat wie der Reflexion verpflichtet. Seine Arbeit überzeugt ausserdem durch ihre eindringliche Bildqualität und ihre Suggestivkraft. Sein Beitrag zur Entwicklung der Neunzigerjahre ist unbestritten. Einzelne Arbeiten gehören zum Repertoire der Schweizer Kunst.

Öffentliche Sammlungen

Publikationen

  • 1991 Serendipity, Helmhaus, Zürich, ISBN 3-906396-08-8
  • 1993 Kunsthalle Lucerne, Luzern, ISBN 3-906655-13-X
  • 1995 Give me a Leonard Cohen Afterworld, Cantz Verlag, Ostfildern/Stuttgart
  • 1996 Dive. Give the people what they want, Offenes Kulturhaus, Linz
  • 1996 Platz der Luftbrücke, Ein Gespräch mit Friedrich Kittler, Hrsg. von Iwan Wirth, Oktagon Köln, ISBN 3-89611-021-7
  • 1997 Stefan Banz & Iwan Wirth (Hrsg), Francis Picabia «Fleurs de chair, fleurs d’àme», Oktagon Verlag, Köln, ISBN 3-89611-031-4
  • 1998 Echos, 01/3, Hrsg. von Manuel Bonik, Berlin
  • 1999 i built this garden for us, Edition Patrick Frey, Zürich, ISBN 3-905509-23-7
  • 1999 a shot away some flowers, Edition Patrick Frey, Zürich, ISBN 3-905509-28-8
  • 2000 Echoes, Exhibitions, Projects, 1992-2000, Odermatt Edition, Dallenwil
  • 2001 Hell, Roman, Salon Verlag, Köln (Deutsche und Englische Version), ISBN 3-89770-117-0 / ISBN 3-89770-118-9
  • 2001 Komplexes System Kunst, Hrsg. von Hermann Korte, Lit Verlag, Münster-Hamburg-London, ISBN 3-8258-5254-7
  • 2002 The Muhammad Ali’s, Verlag für moderne Kunst, Nürnberg, ISBN 3-933096-80-4
  • 2003 Un coeur simple, Edition Fink Zürich, ISBN 3-906086-52-6
  • 2004 Tokyo Bites, Triton Verlag, Wien, ISBN 3-85486-192-3
  • 2005 SMS, Timzone 8, Peking, ISBN 988-98086-2-5
  • 2005 Stefan Banz (Hrsg.), Shadows Collide With People, Biennale Venedig, Schweizer Pavillon, Edition Fink, Zürich, ISBN 3-906086-79-8
  • 2006 Laugh. I nearly died, Installations 1992-2006, Verlag für moderne Kunst, Nürnberg, ISBN 3-938821-29-9

Weblinks

http://www.banz.tv

Wikipedia
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