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Stadtguerilla
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Die Stadtguerilla ist eine Guerilla, die im städtischen/großstädtischem Umfeld operiert. Sie adaptiert Strategien und Methoden der Guerilla, welche vornehmlich in ländlichen Regionen aktiv ist, mit dem Ziel, diese erfolgreich in größeren Städten/Metropolen anzuwenden.
Kennzeichnend für die Guerilla/Stadtguerilla ist, dass sie mit oft militanten Mitteln versucht, aus dem Untergrund bzw. der Illegalität heraus gegen bestimmte politische Entscheidungen, vielfach jedoch auch gegen ein politisches System insgesamt, und damit gegen eine herrschende Regierung Widerstand zu leisten und die eigenen politischen Konzepte und Ziele durchzusetzen, wo dies mit den Mitteln einer legalen Opposition nach Auffassung der militanten Kämpfer nicht möglich bzw. wirkunglos ist oder zumindest erscheint.
Methoden
Die Mittel der Stadtguerilla sind vielfältig. Sie reichen von Öffentlichkeitsarbeit wie der Verbreitung von Flugschriften bis hin zu Sabotageakten und anderen gewaltsamen Anschlägen, zu denen auch Entführungen und politische Morde gehören können.
Die Methodik der so verstandenen Stadtguerilla wird von einer herrschenden Regierung in aller Regel mit Terrorismus gleichgesetzt. Die entsprechenden Gruppen gelten als terroristische Vereinigungen. Eine objektive Trennung zwischen illegitimem Terrorismus und legitimem Freiheitskampf ist schwer zu vollziehen.
Geschichte
Die Stadtguerilla hat ihren Ursprung in Uruguay/Südamerika in den späten 1960er Jahren. Dort operierten die Tupamaros relativ erfolgreich in der Hauptstadt Montevideo. Sie machten das Konzept der Stadtguerilla weltweit bekannt.
Auch in Argentinien bildete sich unter der Militärdiktatur eine Stadtguerilla, eine Anzahl von revolutionären Splittergruppen, die in Buenos Aires und auch in kleineren Städten operierten. Zwischen 1969 und 1971 gab es Massenaufstände in Cordoba, Rosario und Mendoza, die von der gewerkschaftlichen Basis getragen wurden, an denen aber auch die Stadtguerilla teilnahm. 1973 war diese Stadtguerilla schließlich der Träger des militanten Widerstandes gegen den immer reaktionäreren Kurs der neuen Regierung Peron.
In Brasilien entstand 1968 ebenfalls eine Stadtguerilla, die meist aus den kommunistischen Parteien hervorging. Sie trat mit Einzelaktionen in Erscheinung, Entführungen und Banküberfällen.
In Westdeutschland gründeten sich die Tupamaros West-Berlin, aus denen dann die Bewegung 2. Juni entstand. Diese Gruppen und auch die Veröffentlichung Das Konzept Stadtguerilla der Roten Armee Fraktion (RAF) prägten den Begriff in der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadtguerillataktik der RAF orientierte sich stark an Mao Zedongs Buch Theorie und Praxis des Guerillakrieges, die RAF adaptierte in ihrem Buch im wesentlichen Maos Konzepte, obwohl dieser davor ausdrücklich gewarnt hatte.
Literatur
Das "Standardwerk" zur Stadtguerilla stammt von Carlos Marighella, der im Juni 1969 das "Handbuch der Stadtguerilla" (Minimanual of the Urban Guerrilla (English, GFDL) veröffentlichte.
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