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Stadl-Paura

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Wappen Karte
Bild:Wappen at stadl-paura.png Bild:Map at stadl-paura.png
Basisdaten
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Bezirk Wels-Land (WL)
Fläche: 15,05 km²
Einwohner: 5.092 (Stand: 31.12.2004)
Bevölkerungsdichte: 338 Einwohner je km²
Höhe: 360 m ü. A.
Postleitzahl: 4651
Vorwahl: 07245
Geografische Lage: Koordinaten: 48° 05' 02" N, 13° 51' 50" O48° 05' 02" N, 13° 51' 50" O
Gemeindekennziffer: 41820
Verwaltung: Marktgemeinde Stadl-Paura
Marktplatz 1
4651 Stadl-Paura
Offizielle Website: http://www.stadl-paura.at/
E-Mail-Adresse: gemeinde@stadl-paura.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ing. Alfred Meisinger (SPÖ)

Stadl-Paura ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Wels-Land mit 5.092 Einwohnern. Die Gemeinde liegt etwa zur Hälfte im Hausruckviertel und im Traunviertel. Trotz dieses Faktums wird der Bezirk Wels-Land pauschal zum Hausruckviertel gezählt. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Lambach.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Änd%
1869 2.625 ---
1880 2.421 -7,8
1890 2.601 +7,4
1900 2.672 +2,7
1910 2.840 +6,3
1923 2.905 +2,3
1934 3.155 +8,6
1939 2.976 -5,7
1951 6.093 +104,7
1961 4.691 -23,0
1971 4.841 +3,2
1981 4.744 -2,0
1991 4.838 +2,0
2001 4.866 +0,6

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Stadl-Paura liegt auf 360 m Höhe im Hausruck- und Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,5 km, von West nach Ost 5,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 15,05 km². 67,3 % der Fläche sind bewaldet, 16,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt und die restlichen 16 % entfallen auf sonstige Nutzung.

Die Nachbargemeinden von Stadl-Paura sind Lambach im Norden, Edt bei Lambach im Nordosten, Bad Wimsbach-Neydharting im Südosten, Roitham im Süden, Rüstorf im Südwesten und schließlich Neukirchen bei Lambach im Nordwesten.

Ortsteile der Gemeinde sind: Mitterbergholz, Stadl-Hausruck, Stadl-Traun, Stadl-Ufer.

Bild:Bevölkerungspyramide Stadl Paura.jpg
Bevölkerungsverteilung der Marktgemeinde Stadl-Paura im Jahr 2001

Demografie

  • Staatsbürgerschaft

88,2 % der StadlingerInnen haben die österreichische Staatsbürgerschaft, 0,9 % stammen aus der EU-15 und die restlichen 10,9 % entfallen auf Drittländer.

  • Religion

Mit 70 % bekennt sich der Großteil der Bürger zur römisch-katholischen Kirche, 6,9 % sind evangelisch, 4,1 % orthodox, 5,8 % islamisch und 11,0 % ohne Bekenntnis. Die restlichen 2,2 % entfallen auf sonstige bzw. unbekannte Bekenntnisse.

  • Familienstand

Beinahe die Hälfte der StadlingerInnen sind verheiratet (45,4%) und etwa ein ebenso großer Anteil ist ledig (40,8 %). Hinzu kommen noch 7,8 % Verwitwete und 6,0 % Geschiedene.

  • Haushalte

Das Gemeindegebiet umfasst 2019 Haushalte, wobei der Durchschnittshaushalt 2,4 Personen beherbergt.

Die 1398 Familien von Stadl-Paura haben statistisch gesehen jeweils ein Kind.

Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:

In Blau mit silberner Doppelwellenleiste im Schildfuß schräggekreuzt ein goldener Schifferhaken und ein goldenes Ruder, darüber eine goldene Scheibe, belegt mit einem goldenen, strahlenumgebenen Dreieck.

Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb-Blau.

Die beiden silbernen Wellen repräsentieren die beiden Flüsse, an denen Stadl-Paura liegt. Der goldene Schifferhaken und das goldene Ruder stehen für die tief im Ort verwurzelte Schiffertradition. Das goldene Dreieck ist ein Symbol für die Dreifaltigkeitskirche, die Paurakirche.

Geschichte

Bild:Alte Ansicht von Stadl-Paura.jpg
Alte Ansicht von Stadl-Paura ca. 1771
Bild:Kanonenkugel Stadl Paura.jpg
Andenken an die Franzosenkriege in Stadl-Paura

Stadl bis ins 13. Jahrhundert

Als vermutlich schon in der Jungsteinzeit Salzvorkommen in Hallstatt gefunden wurden und begonnen wurde Handel mit dem weißen Gold zu treiben, fand in Stadl auf dem Paurahügel die erste Besiedlung statt. Die dort lebenden Menschen waren wohl hauptsächlich wegen der Überwachung des Wasserweges auf dem Hügel sesshaft geworden. Für den Transport des Salzes wurden Transportwege benötigt, wofür sich die Traun hervorragend eignete. Nur bot sich nach der Überquerung des Traunsees ein für damalige Verhältnisse unüberwindbares Hindernis, der Traunfall. Das Salz musste an dieser Stelle umgeladen werden und per Pferdewagen oder Ähnlichem in ein Gebiet bebracht werden, an dem die Traun wieder schiffbar war und genügend Platz dafür vorhanden war. Das Gebiet des heutigen Stadl erwies sich als optimal für diese Tätigkeiten. In Stadl befand sich also ein vorchristlicher Salzlagerplatz und eine Umladestelle. Ausgrabungen am Paurahügel zeigen, dass sich nicht nur um eine simple Bauernsiedlung gehandelt hat, sondern um einen befestigten Stützpunkt.

Da Stadl zu dieser Zeit einen natürlichen Hafen besaß wurde eine regelrechte Industrie aufgebaut. Das Hauptmerkmal waren wohl die „Salzstadeln“ die dem Ort den ersten Teil seines Namens gaben, erst später kam mit dem Bau der Paurakirche der zweite Teil hinzu. Ursprünglich waren es 16 Stadeln, erstmals 1298 erwähnt, bis der große Brand im Jahre 1831 die Hälfte zerstörte. Bis 1916 standen an der Traun die alten Schiffsstadeln. An der Stelle des heutigen Pferdezentrums standen auch Stallungen für über 200 Pferde, die die Salzzillen flussaufwärts zogen. Stadl war auch Haltestelle der k. & k. privilegierten Pferdeeisenbahn.

Zahlreiche Funde lassen vermuten, dass es drei Wege vom Traunsee nach Stadl gab. Der erste führte westlich der Traun von Altmünster über Pinsdorf nach Ohlsdorf und schließlich über Aichlham. Der zweite Weg folgte in etwa dem Verlauf der heutigen B 144 von Gmunden über Laakirchen und Roitham nach Stadl. Schließlich umging der dritte Weg den Traunfall großräumig und führte über das Laudach- und das Almtal.

Am Beginn der Bronzezeit wurden im Süden des Paurahügels ein Palisadengraben angelegt, um den Schutz durch die wild umspülenden Flüsse (Traun und Ager) im Norden und Westen zu ergänzen.

Auch in der Römerzeit blieben die Anlagen erhalten und durch die Römerstraße, die nach Lambach führte, gewann das Gebiet um Stadl noch einmal an Bedeutung als Salzumschlagplatz.

Während der Völkerwanderung zogen viele fremde Ethnien entlang der Römerstraßen und raubten und plünderten, was zur Folge hatte, dass der Paurahügel vermutlich die Funktion einer Art Fliehburg erhielt.

Im 13. Jahrhundert kam es zur Auflösung der Siedlung auf dem Paurahügel. Die Gründe dafür sind bis heute unklar.

Die Ära der Salzschifffahrt

Im Jahr 1311 wurde der Hallstätter Salzbergbau von Königin Elisabeth neu geregelt, was einen Anstieg des Handelsverkehrs auf der Traun zur Folge hatte. Als eine Folge daraus wurden die großen Schifffahrtshindernisse beseitigt, so auch der Traunfall, der erstmals ausgebaut wurde. 1552 baute der berühmte Wasserbauer Thomas Seeauer den etwa 400 m langen Holzkanal am Traunfall.

Ein weiteres Problem für die Salzschiffer war, dass die Traun ab Stadl in einem breiten Bett floß und sich in viele Seitenarme teilte. Außerdem führte der lose Schotterboden der Welser Heide dazu, dass sich die Traun ständig veränderte. Dies sind weitere Gründe für die günstige Entwicklung von Stadl, denn nun durften die Schiffe nicht mehr so tief eintauchen, was ein Umladen auf viele kleinere Schiffe nötig machte.

Die Stadlinger Schiffer brachten die Salzzillen bis zur Mündung der Traun in die Donau bei Zizlau.

Der Niedergang der Salzschifffahrt begann mit der Eröffnung der ersten Pferdeeisenbahn und die darauf folgende Dampfeisenbahn. Im 20. Jahrhundert endete die Ära der Salzschiffer als am 4. November 1911 die letzte Salzzille die Traun befuhr.

Die Pest in Stadl-Paura

Das Jahr 1713 stellte den Höhepunkt der Pest in Oberösterreich dar. Zu jener Zeit war der gebürtige Stadlinger Maximilian Pagl Abt im Stift Lambach. Von der drohende Pestgefahr beunruhigt, legte er ein Gelübde ab, zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit eine Kirche zu bauen, wenn Lambach und Umgebung von der Pest verschont blieben. Der folgende Winter brachte die Seuche zum erliegen. In Stadl steht noch heute ein kleines Denkmal zu diesem Anlass, die Pestsäule. Ein viel größeres Denkmal ließ Maximilian auf dem Paurahügel errichten, die Paurakirche. Bereits zu Beginn des Jahres 1714 suchte er um die Baubewilligung einer Dreifaltigkeitskriche auf dem Paurahügel an, welche er wenig später erhielt. Die Grundidee war die Dreifaltigkeit Gottes darzustellen, daher ist die Zahl 3 bei der Gestaltung vorherrschend. Die Kirche besitzt drei Tore, drei Hauptfenster, drei Altäre, drei Orgeln und drei Ecktürme.

Für die architektonische Umsetzung wurde der Linzer Baumeister Johann Michael Prunner engagiert. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut um den neuen Prunkbau in voller Pracht erstrahlen zu lassen. Zeitgenössische Künstler wie Martino Altomonte, Carlo Carlone, Parodio und Messenta zeigten für die Innengestaltung verantwortlich.

Nach zehnjähriger Bauzeit konnte die Paurakirche 1724 fertig gestellt werden. Am 29. Juli 1725 folge die Einweihung durch den Passauer Fürstbischof Graf von Lamberg.

Franzosenkriege

Im Zentrum von Paris erinnert noch heute eine Säule auf dem Place Vendôme, an den Feldzug Napoleons I. im Jahr 1805. Darauf sind alle markanten Kriegsereignisse abgebildet, darunter auch eine Abbilung von Lambach, Stadl-Paura und der Traun.

In Stadl-Paura selbst erinnert heute eine in einem Haus eingemauerte Kanonenkugel und die sogenannte Franzosenkapelle an diese Zeit.

Politik

Bild:Marktgemeindeamt Stadl-Paura.jpg
Marktgemeindamt Stadl-Paura

Bürgermeister nach 1945

  • August Lehr 1945-1946
  • Anton Engljähringer (SPÖ) 1946-1955
  • Josef Habel (SPÖ) 1955-1983
  • Harald Spitzbart (SPÖ) 1983-1984
  • Albert Schneider (SPÖ) 1984-1994
  • Gerhard Ernst (SPÖ) 1995-1996
  • Alfred Meisinger (SPÖ) seit 1996

Wahlen

  • Bürgermeisterwahl 2003
Wahlergebnis vom 28. März 2003 mit 3502 Wahlberechtigen und einer Wahlbeteiligung von 73,9 %.
  • Ing. Alfred Meisinger (SPÖ) 68,8 %
  • Ing. Anna Pucher (ÖVP) 10,5 %
  • Komm.Rat Herwig Schropp (FPÖ) 14,2 %
  • Reinhold Mesarosch (LR) 6,5 % (Lebensraum Stadl-Paura)
  • Gemeinderatswahl 2003
Wahlergebnis vom 28. September 2003 mit 3502 Wahlberechtigten und einer Wahlbeteiligung von 73,8 %.
  • SPÖ 58,4 %
  • ÖVP 17,7 %
  • FPÖ 11,7 %
  • LR 12,3 %

Gemeindepartnerschaften

Stadl-Paura unterhält eine Parnterschaft mit Krähenwinkel, einem Stadtteil von Langenhagen in Niedersachsen.

Bildung

  • Volksschule

1910 als Kaiser Franz Josef - Jubiläumsschule gegründet. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude unter anderem als Quartier für Besatzungssoldaten und als externe Lagerschule für Flüchtlinge genutzt. 1958 stürzte eine Klassendecke während der Ferien ein. Daraufhin wurde die Schule umgebaut und 1962 als Franz Keim - Schule samt neuem Turnsaal eröffnet.


  • Hauptschule

1920 als private Mädchenhauptschule im Kloster Nazareth gegründet und vom Orden der Schwestern des Hl. Karl Borromäus geführt. Aufgrund von Schwesternnachwuchs wurde die Privatschule mit dem Schuljahr 1999/2000 geschlossen und seit diesem Zeitpunkt als öffentliche Hauptschule für Knaben und Mädchen geführt. Es werden folgende beiden Schwerpunkte angeboten: Informatik und Fremdsprachen.


  • Bundesanstalt für Agrarbiologie

Wirtschaft

Linde Gas GmbH

Eine Tochterfirma des weltweit operierenden Gasunternehmens Linde AG. 1914 als Sauerstoff- und Wasserstoffwerk Lambach gegründet, befindet sich seit 1985 der Sitz der österreichischen Linde Gas GmbH in Stadl-Paura. Niederlassungen in Österreich befinden sich weiters in Wien, Graz, Linz, Eggendorf, Kapfenberg, Klagenfurt und Wörgl. Die Firma produziert Gase jeglicher Art für Gewerbe-, Industrie-, Medizin- und andere Anwendungen.


Lambacher Hitiag Leinen AG

1853 als „Lambacher Flachsspinnerei Aktiengesellschaft“ gegründet, arbeiteten zu Spitzenzeiten bis zu 1.000 Menschen im Schichtbetrieb in dem Betrieb. Die auf die Leineproduktion spezialisierte Firma, stellte für einige Zeit die größte Leinenspinnerei in Europa. Im Zuge des allgemeinen Trends wurden auch in der Lambacher Hitiag Leinen AG konsequent Arbeitsplätze abgebaut. Der Abbau hatte die Schließung des Werkes in der Nähe von Pöchlarn im Jahr 2001 und somit die Verlagerung der Nassgarnproduktion in das ungarische Tolna zur Folge. Nach dem Streichung von weiteren 60 Arbeitsplätzen wurde am 25.Jänner 2005 die Auflassung der Produktion in Stadl-Paura beschlossen. Die Konzernzentrale, der Verkauf und das Lager verbleiben jedoch mit etwa 10 Mitarbeitern in Stadl-Paura.


Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft - MIVA

Bild:Christopherushaus.JPG
Christopherus-Haus

Die österreichische MIVA mit Sitz im Christopherus-Haus in Stadl-Paura ist ein Hilfswerk der katholischen Kirche, die es sich zum Ziel gesetzt hat Fahrzeuge aller Art für den Einsatz für Missions- und Entwicklungshilfe zu finanzieren. Das Unternehmen wurde am 22.Oktober 1949 im Stift Lambach gegründet. MIVA-Fahrzeuge werden in Afrika, Lateinamerika und Asien eingesetzt und ermöglichen es Priestern und Entwicklungshelfern, die oft schwer passierbaren Straßen einigermaßen sicher und zuverlässig zu passieren. Seit der Gründung wurden über 17.000 Fahrzeuge durch die österreichische MIVA finanziert.


Alaska Sport-Dress Wilhelm Stepek Gesellschaft m.b.H. & Co. KG

Die Firma Alaska produziert seit über 40 Jahren Skimoden an verschiedenen Standorten und vertreibt diese über ihre Niederlassungen in der ganze Welt. Die Hauptzentrale dieser international tätigen Firma liegt in Stadl-Paura. Weitere Standorte in Österreich sind Klagenfurt, Innsbruck, Passau, Wien, Salzburg.


Kabel-TV Stadl-Paura Gesellschaft m.b.H.

Örtlicher Anbieter von Kabelfernsehen, Breitbandinternet und Telefon. Gegründet im April 1991.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Paura-Kirche

Barocke Dreifaltigkeitskirche (1714-1724). Votivbau, gestiftet vom Lambacher Abt Maximilian Pagl als Dank dafür, dass die Gegend von der Pest verschont blieb. Konsequente Umsetzung des Patroziniums der Dreifaltigkeit in Bautyp, Ausstattung, Einrichtung, Wahl der Materialien. Die Zahl 3 ist bestimmend: Ein dreieckiger Grundriss, 3 Türme, 3 Altäre, 3 Marmorportale usw.. Hochaltargemälde von Martino Altomonte und D. Parodi, 3. Altarbild und Kuppelgemälde von Carlo Carlone; 3 Orgeln von J. I. Egedacher. Errichtet vom oberösterreichischen Baumeister Johann Michael Prunner (1669 - 1739).

Bild:Schiffleutmuseum.jpg
Heutiges Schiffleutmusem und Geburtshaus von Abt Maximilian Pagl von Lambach


  • Schiffleutmusem

Museum des Schiffervereins Stadl-Paura und gleichzeitig Geburtshaus von Abt Maximilian Pagl. Das Museum beschäftigt sich mit der Geschichte von Stadl-Paura als wichtiger Umschlagsplatz für das Salz aus dem Salzkammergut. Zu sehen ist zum Beispiel eine Nachbildung des Traunfalls. Außerdem beheimatet das Schiffleutmuseum die Trachtengruppe des Stadlinger Schiffervereines. Der mit ca. 460 Mitgliedern und 50 Trachtenträgern zu einem der bedeutendsten Vereine von Stadl-Paura zählt. Der Verein verfügt sogar über einen eigenen Marsch der von Karl Schmidinger komponiert wurde.


  • Österreichisches Pferdezentrum Stadl-Paura
Bild:Pferdezentrum Stadl Paura.jpg
Haupteingang des Pferdezentrums

Das ehemalige K u. K Hengstendepot wurde nach der Privatisierung zum Österreichischen Pferdezentrum umbenannt. In diesem Pferdezentrum finden alljährlich die verschiedensten Arten von Pferdeveranstaltungen statt. Dazu gehören Europa- und Weltmeisterschaften sowie kleinere Reitturniere an den Wochenenden. Aber auch der sehr beliebte Weihnachtsmarkt hat hier nun schon seit einigen Jahren seinen festen Platz.

Darüber hinaus befinden sich auch noch eine Zuchtanstalt, ein Ausbildungs- und Vermarktungszentrum und eine Schulungs- und Weiterbildungsstelle für die landwirschaftliche Fachschule Lambach im Pferdezentrum Stadl-Paura.


  • Heeresmunitionsanstalt Stadl-Paura

Im Jahr 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, kaufte die deutsche Luftwaffe eine Waldfläche von etwa 200 ha vom Stift Lambach. Es befanden sich aber auch Grundstücke von Privatpersonen in diesem Gebiet, die keine Entschädigung für den Verkauf ihres Waldes erhielten. Es wurde sofort mit dem Bau einer Luftwaffenanstalt begonnen. In der Fabrik wurden jahrelang Granaten und Bomben produziert. Kurz vor Kriegsende waren sogar ukrainische Zwangsarbeiterinnen aus der Flachsspinnerei in der Anstalt untergebracht. Als zwei von ihnen fliehen wollten, wurden sie kurzerhand der Polizei übergeben und hingerichtet. Nach dem Krieg wurde die Fabrik stillgelegt und viele Firmen wollten sie für ihre Projekte erwerben, darunter die Firma Porsche, die hier eine Autofabrik errichten wollte. Doch das skurrilste Projekt war das der Flachsspinnerei. Der damalige Generaldirektor Ludwig Balder wollte in dem Gelände eine Warmwasserröste und eine Flachsschwinganlage errichten und den so vorbearbeiteten Flachs mit Hilfe einer Seilbahn in das eigentliche Gelände der Spinnerei transportieren. Schließlich kaufte der Staat Österreich das Gelände und brachte dort zuerst die B-Gendarmerie und später das Österreichische Bundesheer unter.

Am 16. September 1948 ereignete sich beim geplanten Abtransport und anschließender Vernichtung von Restbeständen an Munition eine folgenschwere Explosion, die fünf Menschenleben forderte. Weiters waren drei Schwer- und zehn Leichtverletzte zu beklagen.

Später richtete man eine Zündschnurfabrik auf dem Gelände ein. Beim Erproben einer Verschleißmaschine kam es zu einem weiteren Unglück. Beim Hantieren mit zwei Fässern gefüllt mit dem Sprengstoff Boleron kam es zu einer Explosion, die zwei Menschen das Leben kostete. Durch die hervorgerufene Druckwelle wurde eine Lagerhalle und einige Fensterscheiben in der nahegelegenen Wohnsiedlung zerstört.

Heute wird die Heeresmunitionsanstalt nur noch als Munitionslager des Österreichischen Bundesheeres genutzt und ist seit der Umstrukturierung des Heeres eines der letzten Lager in Österreich.


Bis 1945 gab es in Stadl-Paura nur einige evangelische Familien. Erst im Zweiten Weltkrieg kamen viele Heimatvertriebenen aus Rumänien und den Balkanstaaten nach Stadl-Paura und bewirkten daher eine sprunghafte Vervielfachung der evangelischen Einwohner. Zuerst gab es nur eine aus Wels geleitete Predigtstation in Stadl-Paura, die in einer Baracke des Flüchtlingslagers untergebracht war. 1960 erwarb die Welser Pfarrgemeinde ein Wohnhaus in der heutigen Kirchengasse und richteten dort einen Betsaal ein. 1964 wurde Stadl-Paura Tochtergemeinde von Wels und 1970 eigenständige Evangelische Pfarrgemeinde A.B.. Doch der Gemeinde fehlte noch eine Kirche. 1973 kam ein Angebot aus Aachen im Rheinland, der Gemeinde eine Kleinkirche zu schenken. 1974 fand der Abbau in Aachen und am 7. April die Grundsteinlegung in Stadl-Paura statt. Am ersten Adventsonntag desselben Jahres wurde die Kirche von Superintendent Temmel geweiht. Im Jahr 2005 entschied man sich eine Solaranlage auf das Kirchendach zu installieren um die hohen Kosten für Heizung und Warmwaser zu senken. 2006 wurde das Projekt vollendet und die Evangelische Pfarrgemeinde erhielt in dem selben Jahr das GreenBuilding-Logo[1] der EU.


Ehemaliges Bahnhofsgebäude der Pferdeeisenbahn

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Bahnhofsgebäude der Pferdeeisenbahn.

Im Jahre 1834 kaufte die Eisenbahngesellschaft vom Stift Lambach ein Grundstück von etwa einem Joch um 200 Gulden in Stadl-Paura. Am 1. August des selben Jahres begannen die Bauarbeiten und waren in erstaunlich kurzer Zeit fertiggestellt. In dem Gebäude waren Wohnungen für die Bediensteten, sowie ein Gastzimmer und später 15 Fremdenzimmer untergebracht. An der damaligen Station war auch eine große Turmuhr angebracht, die heute im Wiener Eisenbahnmuseum zu betrachten ist. Sie trägt die Inschrift Johann Holleder goss mich vor die Direktoren der K.K. priv. erste E.B.Ges. in Linz 1835.

Den Stadlinger Bahnhof hat man oft als den größten und belebtesten auf dieser Strecke bezeichnet. Wahrscheinlich wegen der Bahngaststätte, die aus heutiger Sicht die erste seiner Art war. Also kann man sagen, dass Stadl-Paura das erste Bahnhof-Hotel in Oberösterreich besaß. Dieses Gasthaus bzw. Hotel führte der Gastwirt Keim, der Vater des später so berühmten Dichters Franz Keim. Er erblickte hier 1840 das Licht der Welt und schrieb später in seine Werken über dieses Gebäude: „Meine Eltern hatten durch Fleiß und gute Wirtschaft die damals kleine Gastwirtschaft vergrößert, und zu ehrenvollen Flor gebracht.“

Heute dient das Gebäude als Wohnhaus und als Jugendzentrum. Von dem einstigen Treiben auf dem Bahnhof erinnern nur noch die alten Erzählungen und Bilder aus dieser Zeit.


  • Kloster Nazareth

Gegründet wurde das Kloster Nazareth vom Abt des Stiftes Lambach P. Theoderich Hagen. Am 22. Dezember 1864 fand die Einweihung des Klosters durch den Gründer Abt Hagen statt. Schon ab dem 1. Jänner 1865 begannen die Schwestern mit ihrer Betreuung der Kranken, Greisen, Kinder und Jugendlichen in Stadl-Paura. Im Jahre 1904 wurde das Kloster auf die heutige Form umgebaut. Später wurden immer wieder Um- und Zubauten vorgenommen und die Zahl der Ordensschwestern wuchs von ursprünglich drei auf 40 an. Im Jahre 1919 erfolgte die Eröffnung der Bürgerschule für Mädchen, die aber am 29. Juni 2002 zu allgemeinen Hauptschule für Knaben und Mädchen umgewidmet wurde. Natürlich beherbergte das Kloster auch ein Altersheim das, in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, 50 zum Teil pflegebedürftige Personen Platz bot. Im Jahr 2003 wurde fand der Spatenstich für das neuen Sozialzentrum der St. Anna GmbHs statt. Im Sommer 2005 wurde der Neubau eröffnet und mit den neuesten Standards im Bereich der Altenpflege ausgestattet.


  • Waldkapelle

Einst stand die Waldkapelle an der alten Salzstraße an der bis ins Jahr 1289 das Salz aus Gmunden per Landtransport nach Stadl-Paura gebracht wurde. Als das Salz dann auf Schiffen nach Stadl-Paura gebracht wurde benutzte man die Straße vorwiegend als Postverbindung. Und im Jahre 1828 fuhr genau auf dieser Straße der bekannte Dichter Nikolaus Lenau nach Linz. Die idyllisch gelegene Kapelle inspirierte den Dichter zu folgendem Gedicht:

Bild:Waldkapelle.jpg
Die Waldkapelle an der alten Gmundnerstraße

„Der dunkle Wald umrauscht den Wiesengrund,
Gar düster liegt der graue Berg dahinter,
Das dürre Laub, der Windhauch gibt es kund;
Geschritten kommt allmählich schon der Winter. Die Sonne ging umhüllt von Wolken dicht,
Unfreundlich, ohne Scheideblick von hinnen,
Und die Natur verstummt, im Dämmerlicht
Schwermütig ihrem Tode nachzusinnen. Dort, wo die Eiche rauscht am Bergesfuß,
wo lang vorüberklagt des Baches Welle,
Dort winket, wie aus alter Zeit ein Gruß,
Die längst verlass´ne, stille Waldkapelle. Wo sind sie deren Lied aus Deinem Schoß,
O Kirchlein, einst zu Gott emporgeflogen,
Vergessend all ihr trübes Erdenlos?
Wo sind sie?-ihrem Liede nachgezogen!“

Nikolaus Lenau

Wikipedia
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Die Waldkapelle ist heute nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich. Sie liegt in dem Gebiet der Heeresmunitionsanstalt Stadl-Paura und wird nur zur Barbarafeier und zur Maiandacht genutzt.


Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Josef Habel, geb. 1916, Altbürgermeister
  • Albert Schneider, geb. 1930, Altbürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Abt Maximilian Pagl von Lambach (* 21. Mai 1668 in Stadl-Paura. † 23. Februar 1725), geboren als Sohn des Stadlinger Zillenhüters Balthasar Pagl und getauft auf den Namen Johannes. 1687 Eintritt ins Kloster Stift Lambach. Studium der Theologie und der Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg. Am 6. Februar 1695 zum Priester geweiht und am 10. Februar 1705 zum 44. Abt des Stiftes Lambach gewählt. Durch seine häufigen Linzreisen ließ er sich ein Haus samt Stallungen in der Nähe von Wels erbauen, das sogenannte Maxlheiderhaus. Der Name des Hauses setzt sich aus seinem Klosternamen Maximilian und dem Standort, der Welser Heide, zusammen. Dieses Gebiet wird auch heute noch als Maxlhaid bezeichnet, teilweise ist auch die Schreibweise Maxlheid üblich.
  • Franz Keim (* 28. Dezember 1840 in Stadl-Paura. † 26. Juni 1918 in Brunn am Gebirge in Niederösterreich), Dramatiker und Lyriker, der hauptsächlich Volksstücke schrieb, die die Geschichte Niederösterreichs zum Thema haben. Die Volksschule von Stadl-Paura trägt seinen Namen.
  • Konsulent Karl Schmidinger (* 31. Dezember 1937 in Oberhaid bei Kaplitz; † 25. April 2005 in Stadl-Paura) Leiter der Landesmusikschule Stadl-Paura und Komponist des "Blau-Weiß Marsches" und des "Schiffermarsches".
  • Christoph Sieber (* 9. Jänner 1971 in Wels), Windsurfer. Mehrfacher österreichischer Staatsmeister. 1994 Bronzemedaille bei den Europameisterschaften der Surfer. 2000 Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney (Mistral-One-Design-Klasse). Er verbrachte seine Kindheit in Stadl-Paura, wo auch sein Elternhaus steht.

Literatur

  • Neumitka Rudolf: Flachsspinner und Salzschiffer in Stadl-Paura, 1994
  • Neumitka, Rudolf: Von Adalbero bis Hitler in Stadl-Paura und Lambach, 2001.
  • Sohm, Alfred: Stadl-Paura. Die Geschichte des Salzschifferortes, 1983.
  • Benedikt Kurt: Radaubrüder oder Pioniere des Fortschritts?, 1975
  • Benedikt Kurt: Tatort Gemeinderat, 1987
  • Hans Hager: Die Traun, ein uralter Salzhandelsweg, 1996

Weblinks

  • [2]: Luftbilder und amtliche Karten von Stadl-Paura
  • [3]: Datenbanksuche im Virtuellen Museum Oberösterreich
  • [4] im Österreich-Lexikon AEIOU
Wikipedia
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