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St. Johannis (Lüneburg)
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St. Johannis ist die älteste Kirche der Stadt Lüneburg. Sie liegt im Stadtzentrum und gilt als bedeutendes Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik.
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Äußeres
Die fünfschiffige gotische Hallenkirche wurde zwischen 1300-1370 erbaut und um 1420 erneuert. Die Außengestalt prägen Umbauten von 1765. Besonders auffällig ist der leicht schiefe Turm, der mit einer Höhe von 108 Metern zu den höchsten Kirchtürmen Niedersachsens gehört.
Der nach einem Brand im Jahre 1406 neu errichtete Turm von St. Johannis wirkt von allen Seiten aus schief: Der Dachstuhl ist im oberen Bereich korkenzieherförmig verbogen. Der Legende nach hat sich der Baumeister, nachdem er den Fehler bemerkt hatte, aus einem der oberen Fenster des Kirchturmes gestürzt, wurde aber durch einen vorbeifahrenden Heuwagen so glücklich aufgefangen, dass er am Leben blieb.
Im Turm hängt ein historisches Geläut, das aus drei Grund- und zwei Zimbelglocken besteht. Die große Apostelglocke (h°), die aufgrund ihrer überschweren Konstruktion („Rippe“) eine beachtliche Klangfülle aufweist, wurde 1436 von Ghert Klinghe gegossen und ist mit 4860 kg Gewicht das größte erhaltene Werk dieses Gießers. Die übrigen Glocken tragen die Namen: Sonntagsglocke (cis′), Probeglocke (e′), Große Schelle (d″) und Kleine Schelle (e″).
Inneres
Der Schnitzaltar ist ein Meisterwerk aus dem 15. Jahrhundert. Um die Kreuzigung Christi im Zentrum sind links und rechts je 7 Szenen aus der Passions- und Ostergeschichte gruppiert. Zwei Gruppen von 10 Aposteln (oben) und 16 Fauengestalten (unten) rahmen den Zyklus ein. Die Malereien auf den Flügelaußenseiten des Altars (Legenden der Heiligen Georg, Johannes, Ursula, Cäcilie) sind bedeutende Beispiele spätmittelalterlicher Malerei in Norddeutschland. Sie stammen vom Hamburger Maler Hinrik Funhof (1482).
Die Orgel wurde 1553 von Hendrik Niehoff und Jasper Johannsen fertiggestellt und in den Jahren 1652 und 1715 zweimal erweitert. Ihre Klangfülle und ihr barocker Prospekt machen sie zu einer der schönsten Orgeln Norddeutschlands. An ihr wirkte zu Beginn des 18. Jahrhunderts jahrzehntelang Georg Böhm, der berühmteste St. Johannis-Kantor, dem hier der junge Johann Sebastian Bach gelauscht haben soll.
Beachtung verdient weiter der gotische Marienleuchter, eine prunkvolle norddeutsche Arbeit aus dem späten 15. Jahrhundert, die Maria unter einem vergoldeten Baldachin mit dem Kinde im Strahlenkranz darstellt.
Die Glasmalereien der Elisabethkapelle schuf Charles Crodel im Jahr 1969.
siehe auch
- Johann Christopher Jauch (1669-1725), Superintendent an St. Johannis 1714-1725
Weblinks
Koordinaten: 53° 14′ 52″ N, 10° 24′ 46″ O
