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St. Alban-Teich
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Der St. Alban-Teich ist ein im Hochmittelalter angelegter Gewerbekanal von Münchenstein nach Basel, der bis ins 19. Jahrhundert einen wesentlichen Teil der Basler Energieversorgung sicherte und auch noch heute genutzt wird. Die kulturhistorische Bedeutung des Kanals ergibt sich aus seiner Verbindung mit der Papierproduktion und den Druckereien Basels, deren technische Reife die Stadt am Ende des 15. und am Anfang des 16. Jahrhunderts zu einem Zentrum des Humanismus machte.
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Allgemeines
Der 4,75 km lange Kanal, im Dialekt Dalbedych genannt, wurde im 12. Jahrhundert vom Basler Kloster St. Alban künstlich angelegt. Die 1336 gegründete Korporation zur Nutzung des St. Alban-Teichs hat bis heute das alleinige Verfügungsrecht über alles Wasser; das Bauwerk selbst ist im öffentlichen Besitz der Einwohnergemeinde Basel (in der Rechtsnachfolge des durch die Reformation aufgelösten Klosters St. Alban). Statut und Wasserordnung vom 12. Juni 1964 regeln die Rechtsverhältnisse am St. Albanteich. Die wichtigsten Mitglieder der Korporation sind der Kanton Basel-Stadt, die Einwohnergemeinde Basel und die Christoph Merian Stiftung. Seit 2004 sind entlang des Kanals Informationstafeln zur Geschichte des St. Alban-Teichs eingerichtet.
Verlauf
Das Wasser wurde ursprünglich bei St. Jakob von einem um 1100 noch bestehenden Seitenarm der Birs abgeleitet, seit 1624/1625 läuft das Birswasser weiter Flussaufwärts von einem Wehr im Münchensteiner Quartier Neuewelt in den Teich ein. Der Teich fliesst nordwärts in zwei Armen durch Brüglingen (St. Alban-Teich und Mühle-Teich). Gleich wie der Kanal sind auch die beiden dort von ihm gespiesenen Weiher künstlich angelegt, aber wesentlich jüngeren Datums. Es handelt sich um den St- Alban-See und den Quellsee, beide sind 1980 auf dem Areal der Schweizer Gartenbauausstellung Grün 80 (heute Stiftung im Park) entstanden. Bei St. Jakob vereinigen sich die zwei Arme wieder, bei der historischen Stadtgrenze am St. Alban-Tor teilt sich das Gewässer erneut: Hinterer Teich und Vorderer Teich führen teils offen, teils überdeckt durch das St. Alban-Tal (im Dialekt Dalbeloch genannt) und münden schliesslich in den Rhein ein.
Nutzung
Der St. Albanteich ist ein sogenannter Gewerbekanal, da früher die entlang ihm gebauten über ein Dutzend Wassermühlen verschiedenen Gewerben und Industrien (vor allem Papierherstellung, Holz-, Metall- und Getreideverarbeitung) dienten (die nutzbare Wasserkraft wird mit über 800 kW berechnet); zudem flösste man auf ihm Baumstämme aus dem Jura nach Basel. Während des Basler Konzils (1431-1448) wurde für den intensiven Brief- und Schriftenverkehr mit zehn bereits vorhandenen Mühlen am St. Albanteich eine hochqualitative Papierproduktion aufgebaut, die das spätestens ab 1468 in Basel belegte Buchdruckgewerbe weiternutzen konnte. Die Kombination von Papierproduktion und hervorragenden Druckereien (insbesondere Familie Amerbach und Johann Froben) führte dazu, dass viele bedeutende Publikationen des Humanismus (Narrenschiff, Lob der Torheit, Erasmus-Bibel) in Basel erschienen; auch die Basler Wohnsitznahme des Erasmus von Rotterdam ist durch diesen technologisch initiierten Umstand begründet.
Heute treibt die Wasserkraft zwar nur noch die Mühle des Schweizerischen Museums für Papier, Schrift und Druck im St. Albantal an, aber seit 1998 produziert auch ein neu erbautes Kleinwasserkraftwerk am Teicheinlauf in der Neuenwelt genug Strom für den Jahresverbrauch von rund 1'000 Haushalten. Der Kanal diente zudem der kantonalen Fischereiaufsicht jahrelang als Aufzuchtgewässer für Junglachse. Entsprechend seiner gewerblichen Nutzung ist der St. Albanteich aber nicht als Lebensraum angelegt. Er weist einen hohen Verbauungsgrad, fehlende Uferbereiche, monotone Strömungsverhältnisse und zahlreiche Eindolungen auf. Bezeichnenderweise kommen längst nicht alle in der Birs heimischen Tierarten auch im St. Albanteich vor. Seit seiner Wiederinbetriebnahme im Jahr 2006 nutzt auch das Brunnwerk St. Jakob als historisches Anschauungsobjekt die Wasserkraft des St. Alban-Teiches für seine Pumpanlage.
Literatur
- Schweizer, Eduard: Die Lehen und Gewerbe am St. Albanteich. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 21 und 22 (1923 und 1924).
- Golder, Eduard: St. Albanteich, die Geschichte eines Gewerbekanals. Basel 1986.
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