Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Spinnrad

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Spinnrad ist ein technisches Hilfsmittel zum Verspinnen von Fasern zur späteren weiteren Verarbeitung (z. B. Verweben, Nähen, Stricken).
Bild:Spinnrad01.png
Das Funktionsprinzip des Spinnrades
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/f/fe/56-Baud-Jeune_fille_au_rouet-vers_1910.JPG': No such file or directory.
Spinnerin in Frankreich um 1910
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/f/f4/Spinnerin_mit_Spinnrad_0301.png': No such file or directory.
Spinnerin
Bild:India1931flag.png
Spinnrad auf einer Flagge der provisorischen Regierung Indiens von 1931
Spinnrad im Wappen der Stadt Gütersloh
Spinnrad im Wappen der Stadt Gütersloh

Beim Verspinnen werden die lose und ungeordnete Fasern durch gleichzeitiges Verdrehen und Ausrecken zu einem Faden verarbeitet. Den Vorgang des Verdrehens übernimmt die Spindel des Spinnrades, während das Zuführen der Fasern und das Ausrecken von den Fingern der meist weiblichen Spinnerin ausgeführt wird. Die zweite Aufgabe des Spinnrades ist es, das entstandene Garn auf die Spule aufzuwickeln.

Das Spinnrad selbst besteht aus einer mit dem Fuß zu betätigenden Kurbel mit einem auf der gleichen Achse sitzenden Schwungrad. Über das Schwungrad läuft ein schmaler Riemen als Riemengetriebe zur eigentlichen Spindel. Die Spindel trägt ihrerseits ein wesentlich kleineres Rad, über das der Riemen läuft, mithin dreht sich die Spindel erheblich schneller als die Kurbel mit dem Schwungrad.

An der Spindel selbst ist der Spinnflügel angebracht, ein U-förmiges Gestell, das kleine metallene Häkchen trägt und fest auf der Spindel angebracht ist. Auf der Spindelachse sitzt lose die Spule. Die Fasern werden durch die der Länge nach aufgebohrte Spindel über die Häkchen auf die Spindel geführt und durch die Drehbewegung von Spinnflügel und Spindel verdreht und aufgewickelt. Die Tätigkeit der Spinnerin beschränkte sich im wesentlichen auf den Antrieb des Rades sowie die Regulierung der Faserzufuhr durch Festhalten und Loslassen der Fasern mit den Händen.

Die Leistungsfähigkeit des Spinnrades war im Vergleich zum technischen Vorgänger Handspindel vergleichsweise hoch; es konnte sich daher einige Jahrhunderte lang als führende Technologie der Fadenherstellung halten. Dies hat seine Ursache darin, dass drei verschiedene Vorgänge, die beim Spinnen mit der Handspindel nacheinander ausgeführt werden müssen, nun gleichzeitig ablaufen können. Diese drei Vorgänge sind das Antreiben der Spindel (beim Spinnrad durch den fußbetriebenen Kurbelantrieb), das Ausziehen der Fasern und das Aufwickeln des versponnenen Garns auf der Spindel.

Das natürliche Vorbild des Spinnrades war die Vorlage für die erste mechanische Spinnmaschine im 18. Jahrhundert mit dem Namen Jenny, die bereits bis zu 100 Spindeln trug, aber immer noch von Hand betrieben wurde.

Geschichte

Das Spinnrad gelangte gegen Ende des 12. Jahrhunderts aus dem orientalischen Raum nach Europa. Es begann sich im 13. Jahrhundert in Mitteleuropa zu verbreiten wie die Quellenlage anhand der Verbote des Spinnrades für die Zünfte aufzeigt. Folgende Verbote sind bspw. belegt: 1224 Venedig, 1256 Bologna, 1268 Paris, 1280 Speyer, 1288 Abbeville, 1292 Siena, 1305 Douai.

Diese Verbote wurden anscheinend erlassen, um die hohe Qualität der per Handspindel erzeugten Wolle zu schützen. Bspw. steht im sog. "Livre des metiers" aus Brügge (ca. 1349), dass mit dem Spinnrad gesponnene Wolle generell zu schwach, ungleichmäßig, ungenügend gezwirnt und zu knotig sei. Aber auch die Konkurrenzsituation und die sowieso schon sehr günstigen Herstellungskosten durch Massen, unter schlechten Bedingungen, in Heimarbeit arbeitender Frauen könnten bei den Verboten eine Rolle gespielt haben. Das Spinnrad blieb noch bis ins 15./16. Jahrhundert in manchen Regionen für die Zünfte verboten. Selbst nach Einführung der Spinnmaschine wurde das Spinnrad im häuslichen Bereich weiter genutzt und gehörte bis ins 19. Jahrhundert hinein im Allgemeinen zur Aussteuer der Braut.

Auch heute noch wird das Spinnrad genutzt, aber in den meisten Fällen von Hobby-Spinnerinnen und Spinnern. Auch gibt es heute elektrisch betriebene Spinn"räder", bei dem das Ausziehen des Fadens allerdings weiterhin von Hand geschieht. Das Schwungrad wird hier durch den elektrischen Antrieb ersetzt. Auch diese Spinngeräte werden vorwiegend im Hobby-Bereich eingesetzt.

Persönliche Werkzeuge