Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Spinell
Aus Kefk.
| Spinell | ||
|---|---|---|
Bild des Minerals | ||
| Chemismus | MgAl2O4 | |
| Kristallsystem | kubisch | |
| Kristallklasse | ___ | |
| Farbe | variabel | |
| Strichfarbe | weiß-braun | |
| Härte | 7,5 bis 8 | |
| Dichte | 3,6 | |
| Glanz | Glasglanz | |
| Opazität | durchsichtig bis undurchsichtig | |
| Bruch | muschelig, spröde | |
| Spaltbarkeit | unvollkommen | |
| Kristallhabitus | gedrungen | |
| Kristallflächen | ___ | |
| Zwillingsbildung | ja | |
| Kristalloptik | ||
| Brechzahl | ___ | |
| Doppelbrechung | ___ | |
| Pleochroismus | ___ | |
| optische Orientierung | ___ | |
| Winkel/Dispersion der optischen Achsen | 2vz ~ ___ | |
| weitere Eigenschaften | ||
| chemisches Verhalten | ___ | |
| ähnliche Minerale | ___ | |
| Radioaktivität | nicht radioaktiv | |
| Magnetismus | ___ | |
| besondere Kennzeichen | ___ | |
Spinell ist ein im kubischen Kristallsystem kristallisierendes Magnesium-Aluminium-Oxid-Mineral mit der chemischen Formel MgAl2O4. Seine Härte liegt zwischen 7,5 und 8, die Farbe ist aufgrund von häufigen Beimischungen von Eisen, Chrom, Zink oder Mangan äußerst variabel.
Inhaltsverzeichnis |
Struktur
Viele Verbindungen des Typs AB2O4 kristallisieren im Spinelltyp. Die O2--Ionen bilden dabei ein kubisch-flächenzentriertes Kristallgitter, dessen Tetraederlücken zu einem Achtel von meist zweifach positiv geladenen A-Ionen wie Mg2+ und dessen Oktaederlücken zur Hälfte von meist dreifach positiv geladenen B-Ionen wie Al3+ besetzt sind. Andere Ladungen sind auch möglich, z.B. W6+(Na+2)O4
Inverse Spinelle haben auch die Formel AB2O4. Sie liegen im selben Gitter vor. Allerdings besetzen die A-Ionen Oktaederlücken und die B-Ionen je zur Hälfte Oktaeder- und Tetraederlücken. Beispiele sind Magnetit Fe3O4 (=Fe(III)2Fe(II)) und TiMg2O4.
Berechnung
Es ist möglich, vorherzusagen, ob ein Spinell normal oder invers ist. Dabei vergleicht man die Ligandenfeldstabilisierungsenergie (LFSE) im normalen Spinell mit der LFSE im inversen Spinell.
Beispiel:
FeCr2O4:
- Fe2+:
- Tetraederlücke: Im tetraedrischen Ligandenfeld werden die 3 t2-Orbitale um 4 Dq angehoben und die 2 e-Orbitale um 6 Dq abgesenkt. Diese werden mit 6 Elektronen aufgefüllt (Fe2+ ist ein d6-Ion). Damit liegt die LFSE bei
.
- Da Parser-Fehler (Unbekannter Fehler\tfrac): \Delta_\mathrm{O} = \tfrac{4}{9} \cdot \Delta_\mathrm{T}
,
- entspricht dies einer LFSE von
- Parser-Fehler (Unbekannter Fehler\tfrac): \mathrm{LFSE}=\tfrac{4}{9} \cdot 0,6\,\Delta_\mathrm{T} =0,266\,\Delta_\mathrm{O}
.
- Oktaederlücke: Im oktaedrischen Ligandenfeld werden die 2 eg-Orbitale um 6 Dq angehoben und die 3 t2g-Orbitale um 4 Dq abgesenkt. Diese werden mit 6 Elektronen in der High-spin-Anordnung aufgefüllt. Damit liegt die LFSE bei
.
- Cr3+:
- Tetraederlücke: Cr3+ ist ein d3-Ion. Damit liegt die LFSE bei
- Parser-Fehler (Unbekannter Fehler\tfrac): 3 \cdot 6\, \mathrm{Dq} = 18\, \mathrm{Dq} = 1,8\, \Delta_\mathrm{T} ; \mathrm{LFSE}=\tfrac{4}{9} \cdot 1,8\,\Delta_\mathrm{T} =0,8 \,\Delta_\mathrm{O}
.
- Oktaederlücke: Die LFSE liegt bei
.
Normaler Spinell (FeTCrOCrOO4):
Inverser Spinell (FeOCrTCrOO4):
Damit hat der normale Spinell eine höhere Ligandenfeldstabilisierungsenergie. FeCr2O4 liegt als normaler Spinell vor.
Vorkommen
Als natürlich eingewachsener, gut ausgebildeter Kristall findet sich Spinell oft in magmatischen Gesteinen und Marmoren, meist als Oktaeder, seltener als Zwilling. Daneben kommt er in abgerollter, mehr oder weniger loser Form auch in Edelstein<s/>seifen vor. Bekannte Fundorte dieses Steins sind Myanmar (Birma) oder Pakistan. [1]
Varietäten
- Aluminiumspinelle:
- Spinell
- Hercynit
- Gahnit
- Cobaltaluminiumspinell (Thénards Blau)
- Eisen (III) Spinelle:
- Magnetit
- Magnesioferit
- Franklinit
- Chromspinelle:
- Chromit
- Magnesiochromit
- Picotit
- Titan-Spinell:
- Ulvit
- Cobaltspinelle:
- Zinkcobaltspinell ZnCo2O4 (Rinmanns Grün)
- Cobaltaluminiumspinell CoAl2O4 (Thénards Blau)
- Cobaltschwarz Co3O4
Bedeutung als Rohstoff
Lupenreine Spinelle sind begehrte aber leider seltene Schmucksteine. Rote Spinelle weisen dabei eine äußerliche Ähnlichkeit zu Rubinen auf. Spinelle werden heute für industrielle Zwecke auch synthetisch erzeugt.
Etymologie
Der Name Spinell stammt aus dem Griechischen und bedeutet "funkeln".
| Zwillingsausbildung Spinell |
|---|
Siehe auch: Liste von Mineralen
Quellen
- ↑ Rupert Hochleitner: GU-Naturführer Edelsteine und Schmucksteine. 5. Auflage. Gräfe & Unzer Verlag, München 1998, S. 28, ISBN 3-7742-2131-6
Weblinks
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Spinell, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
