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Spiegelschrift
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Unter Spiegelschrift versteht man eine Schrift, die erst bei einer Betrachtung durch einen Spiegel in herkömmlicher Weise lesbar ist. Eine Spiegelschrift auf Basis der lateinischen Schrift verläuft also von rechts nach links.
Spiegelschriften waren vor allem zu Zeiten, in denen weite Teile der Gesellschaft noch Analphabeten waren, für die des Schreibens Kundigen eine einfache Form der Geheimschrift. Es wurde vermutet, dass sie zu diesem Zweck u. a. von Leonardo da Vinci angewandt wurde. Andere Thesen gehen jedoch davon aus, dass da Vinci Linkshänder war und die Spiegelschrift für ihn nur vorteilhafter war. Auch zeitgemäße Künstler – z. B. Jochen Gerz – setzen Spiegelschrift in verschiedenen Kontexten ein.
Für Linkshänder hat Spiegelschrift den Vorteil, dass die schreibende Hand sich von den zu schreibenden Buchstaben wegbewegt und diese damit nicht verwischt. Viele Linkshänder sind in der Lage, ohne es vorher geübt zu haben spontan in Spiegelschrift zu schreiben.
Heute kann Spiegelschrift durch Grafikprogramme an jedem Computer leicht erzeugt werden. Verwendung findet sie vor allem bei Fahrzeugbeschriftungen (z.B. bei Rettungsfahrzeugen) oder Anhaltesignalgebern, so dass diese im Klartext im Rückspiegel des Vordermanns lesbar sind.
Literatur
- Gerhard Schott: Über die Entstehung der Spiegelschrift der linken Hand. Berlin, Humboldt-Universität, Med. Fak., Dissertation vom 27. Januar 1961. Berlin, 1961, 28 gez. Bl. [Maschinenschrift]
- Ernst Günther Bleisch: Spiegelschrift. München: Bergstadtverlag Korn, 1965, 46 S.
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