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Spekulation (Wirtschaft)

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Spekulation bezeichnet in der Wirtschaftssprache das Streben nach kurzfristigen, lukrativen Investitionsmöglichkeiten (lat. speculor: ich erspähe). Dabei geht der Spekulant bewusst auch größere Risiken ein. Die Spekulation ist dadurch abgrenzbar von der langfristigen, strategisch geplanten Investition.

Inhaltsverzeichnis

Betriebswirtschaftliche Sicht

Ziel einer jeden wirtschaftlichen Spekulation ist es, einen finanziellen Vorteil (mehr Einkommen) durch die künftige Realisierung einer erwarteten Markteinschätzung zu erzielen. Das finanzielle Ergebnis (Gewinn oder Verlust) einer jeden Spekulation besteht dabei stets in der Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis eines Marktgegenstandes, bereinigt um Kosten des Handels (Transaktionskosten).

Erfolgreiche Spekulationen sind hauptsächlich auf das frühzeitige Erkennen und Ausnutzen von vermuteten Fehleinschätzungen des Marktes durch Marktbeteiligte über künftige Kursentwicklungen zurückzuführen, die sich wiederum durch ungleich verteiltes Wissen und Können zwischen Käufern und Verkäufern erklären lassen. Korrigiert der Markt anschließend diese Fehleinschätzungen, resultieren daraus Spekulationsgewinne. Schlägt die Spekulation fehl, so können Spekulationsverluste entstehen.

Risiko und Chance

Spekulation ist stets mit dem Risiko bzw. der Gefahr zu verlieren (Verlustrisiko) und mit der Chance zu gewinnen (Gewinnchance) verbunden. Die von Spekulationen ausgehenden, zum Teil enormen Beträge an Risikokapital bewirken eine Konzentration finanzieller Mittel auf ausgewählte Handelsinstrumente (Devisen, Aktien, Anleihen, Optionen und andere Derivate) und tragen somit zu einer Erhöhung der Liquidität und zu einer Stabilisierung (durch Einnahme von Positionen gegen den vorherrschenden Trend) der Finanzmärkte bei.

Kapitalmarkt-Spekulation

Spekulation ist am Kapitalmarkt von größter Bedeutung, da die Ergebnisse sich nur schwer vorhersagen lassen. Wichtig sind in diesem Bereich Bullen- und Bärenmarkt, bearish speculation, Haussespekulant, Spekulationsblase, Tagesgeschäft. Die zahlreichsten und wichtigsten Spekulationen werden von zahlreichen instituionellen und privaten Anlegern an der EUREX und anderen Terminbörsen der Welt eingefädelt. Der Handel an der EUREX über Optionen und ganz besonders Futures (z.B. auf den DAX bestimmt wesentlich das Wirtschaftsgeschehen.

Zum planvollen Vorgehen an der Börse siehe Strategie (Wirtschaft)

Volkswirtschaftliche Bedeutung

Eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion der Spekulation besteht darin, dass sich über den Kapitalmarkt gegebene unternehmerische Risiken gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Gruppe der Spekulanten übertragen lassen (Hedging).

Der Spekulant nutzt erwartete Preisunterschiede (Preis heute vs. erwarteter Preis morgen) zu Gewinnzwecken aus. Da seine Erwartungen in der Regel auf Informationen beruhen, werden durch Spekulationsgeschäfte Informationen eingepreist. Beispiel: Aufgrund schlechter makroökonomischer Fundamentaldaten wird eine Abwertung der Währung A erwartet, d. h. der Wechselkurs gegenüber einer anderen stabilen Währung B wird sich ändern. Der Spekulant kauft nun die seiner Meinung nach stabilere Währung B, um sie nach erfolgter Abwertung von A zurück zu tauschen. Eben diese Transaktion leitet aber die Abwertung ein. Insofern kann man sagen, dass der Kapital- bzw. Devisenmarkt angesichts der makroökonomischen Daten die Währungen neu bewertet hat. Spekulation ist hier also ein Mechanismus zur Anpassung des Preissystems an neue Informationen, so dass die Ressourcenallokation verbessert wird.

Unterscheidung

Damit unterscheidet sich der Spekulant von einem Spieler („Zocker“): Ersterer handelt wohlüberlegt, indem er seinen Anlageentscheidungen vornehmlich ökonomische Ursachen und insbesondere die Analyse von Preisdeterminanten zugrunde legt. Letzterer hingegen handelt willkürlich, "auf gut Glück".

Literatur

  • Saber, Nasser (1999): Speculative Capital Volume 1 - the invisible hand of global finance. Financial Times, Prentice Hall. ISBN 0273641557
  • Saber, Nasser (1999): Speculative Capital Volume 2 - The Nature of risk in capital markets. Financial Times, Prentice Hall. ISBN 027364422X

Weblinks

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