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Spektiv

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Ein Spektiv (abgekürzt von Perspektiv von lat. perspectivus, durch-, hindurchblickend; engl. spotting scope) ist ein für die Erdbeobachtung am Tag konstruiertes meist monokulares Fernrohr bzw. Teleskop. Im Gegensatz zum astronomischen Fernrohr Keplerscher Bauart erzeugt es ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild.

Inhaltsverzeichnis

Einsatzgebiet

Typische Einsatzgebiete sind die Naturbeobachtung (Jagd, Vogelbeobachtung), Spotter, Sport (Zielscheibenbeobachtung) und sonstige zivile wie militärische Überwachung.

Bauart

Für diesen Zweck ist ein Spektiv idealerweise kompakt mit kurzer Brennweite, relativ leicht (je nach Objektivgröße meist zwischen 500 und 2000 Gramm) und robust (stoßgeschützt, wasserdicht) gebaut, um auch bei Wind und Wetter mitsamt Stativ transportiert und eingesetzt werden zu können. Wie bei Ferngläsern geht seit einigen Jahren der Trend zu immer leichteren und kompakteren Bauformen. Die optische Leistungsfähigkeit profitiert von diesem Trend nicht unbedingt. Neben den weit verbreiteten Spektiven mit starrem Körper werden auch sogenannten Auszugsspektive angeboten. Diese lassen sich für kompaktere Packmaße teleskopartig zusammenschieben. Bauartbedingt kann dieser Spektivtyp nicht wasserdicht sein.

Zum bequemen Beobachten sind die meisten Modelle mit einem 45°-Schrägeinblick erhältlich. Es werden jedoch auch Spektive mit Geradeinblick hergestellt.

Häufig anzutreffende Objektiv-Durchmesser (Apertur) sind 50, 60, 62, 65, 77, 80, 82, 85 und 100 Millimeter mit Vergrößerungen von 20 - 80fach mit Wechsel- oder Zoomokularen. Bei sehr hohen Vergrößerungen sind teure Spezialgläser notwendig, um Farbsäume zu vermeiden. Solche Ausführungen erkennt man z.B. an Kürzeln wie Apo, ED, FL, HD. Doch auch diese können Unschärfen durch atmosphärische Trübungen und sommerliches Hitzeflimmern nicht verhindern, die sich mit zunehmender Vergrößerung oft stärker bemerkbar machen.

Wie bei astronomischen Teleskopen auch können verschiedene Okulare montiert werden, um je nach Einsatzzweck die Vergrößerung und das Gesichtsfeld anzupassen. Hierbei kann zwischen Festbrennweiten- und Zoomokularen unterschieden werden. Erstere haben eine feste Vergrößerung (z.B. 20x, 30x oder 40x Vergrößerung) und werden oft als spezielle Weitwinkelokulare hergestellt. Zoom- bzw. Variookulare verfügen meist über einen drehbaren Ring, über den sich die Vergrößerung (Zoom) variieren lässt.

Die überwiegende Anzahl der Spektive sind vom Aufbau her Linsenfernrohre (Refraktoren), seltener Spiegelteleskope (Reflektoren, z.B. nach Maksutov). Als neuere Entwicklung können Video- oder Fotokameras ("Digiscoping") mit Hilfe spezieller Adapter direkt am Spektivkörper oder an das Okular angeschlossen werden. Das Spektiv wird so zu einem provisorischen Teleobjektiv.

Sonstiges

Zur Vermeidung von Verwackelung muss ein Spektiv meist auf einem ausreichend stabilen Stativ mit einem geeigneten 2-Wege-Neiger befestigt werden. Die genannten Eigenschaften machen ein Spektiv auch als „Reiseteleskop“ für Amateurastronomen interessant, denn die Abbildungsleistungen sind einem „echten“ Teleskop ebenbürtig. Dazu sind bei einigen Spektiven per Okularadapter besonders hochvergrössernde 1 1/4" Astrookulare anschliessbar. Bei diesem Anschluss mit sogenanntem Astroadapter ist aber zu beachten, dass nur sehr wenige Astrookulare passen. Meist besteht das Problem dann darin, auf Unendlich scharf stellen zu können. Es gibt jedoch auch Spektive mit Standard 1 1/4" Okularanschluss. Dort lassen sich nahezu alle Astrookulare anbringen.

Hersteller

Renommierte Hersteller von Spektiven sind Kowa, Leica, Nikon, Optolyth, Swarovski und Zeiss.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus-Dieter Linsmeier: Fernoptik in der Naturbeobachtung. Funktion, Anwendung und Herstellung von Ferngläsern, Teleskopen und Zielfernrohren. ISBN 3-478-93215-7.

Weblinks

Wikipedia
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