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Souffleur

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Ein Souffleur oder in der weiblichen Form eine Souffleuse (von französisch souffle = Hauch, Atem) bezeichnet im Theater eine Person, die während einer Aufführung die Rollen flüsternd mitliest und damit den Schauspielern einsagen kann. Da ein langjähriger Souffleur viele Rollen kennt, soll es bereits vorgekommen sein, dass dieser bei einem kurzfristigen Ausfall eines Schauspielers dessen Part übernommen hat.

Im Musiktheater ist der Tätigkeitsbereich und auch die Verantwortung des Souffleurs (ital. Suggeritore) wesentlich größer. Gute Souffleure dirigieren einzelne Passagen aus dem Souffleurkasten heraus mit und geben den Sängern Einsätze. Außerdem wird mit einer anderen Technik souffliert als im Schauspiel: die jeweiligen Text-Anfänge der musikalischen Phrasen werden fast durchgängig souffliert, und zwar zeitversetzt im Verhältnis zum Schauspiel sehr viel früher und auch lauter. Das hängt zum einen damit zusammen, dass der Sänger mehr Zeit braucht, um die Information zusammen mit der gelernten musikalischen Struktur zu verarbeiten, zum anderen damit, dass der Souffleur mit seiner Stimme über das Orchester drüberkommen muss (im Idealfall, ohne dass es das Publikum bemerkt!).

Inhaltsverzeichnis

Arbeitsweise

Traditionell

Der Souffleur steht oder sitzt dabei meistens im Souffleurkasten, der in der Mitte der Bühne unterhalb der Rampe im Bühnenboden eingelassen ist. Selbst die Akteure sehen vom Souffleur lediglich die Augen aus dem etwa 25 cm hohen und nur wenig breiten meist hölzernen Kasten. Da der Souffleur nur halblaut spricht oder gar flüstert ist, er zwar von den Darstellern, nicht jedoch von den Zuschauern zu verstehen.

Modern

Inzwischen gibt es bereits Souffleure, die mit Funktechnik arbeiten. Die Schauspieler tragen dann einen kleinen Empfänger im Ohr, der Souffleurkasten wird nicht mehr benötigt. Bei der FM-Technologie überträgt ein Sender die Stimme über Funk direkt ans Ohr des Empfängers und filtert gleichzeitig den Störlärm. Diese Technologie ist in den größeren Theatern, wie z. B. im Wiener Burgtheater schon länger bekannt. Das Theater in der Josefstadt in Wien verwendet seit Ende 2005 diese Technologie.

Geschichte

Das Wort selbst kommt aus dem Französischen und bedeutete ursprünglich eigentlich Bläser, Einbläser (zu souffler = blasen) - der Souffler bediente früher von Hand oder mit seinen Füßen den Blasebalg der Orgel. Im Kirchenchor war dies früher ein Amt und zu den unendlichen Aufgaben und Pflichten des Souffleurs gehörte nicht nur die Sorge um Notenblätter, Utensilien, Kostüme der Sänger, auch um viele andere, nur scheinbare Nebensächlichkeiten, wie die notwendige Beleuchtung oder gar Unterkunft und Verpflegung des Chores, aber auch um das unumgängliche Erlernen der Liedertexte.

Weitere Bedeutungen

Auch im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet man soufflieren für das Vor- und Einsagen, speziell auch im Bereich der Schule (siehe Unterschleif und Spickzettel).

Anekdotisches

Von dem berühmten Burgschauspieler Raoul Aslan (1945-1948 auch Direktor des Wiener Burgtheaters), der häufig Texthänger hatte und stets auf die Hilfe der Souffleuse angewiesen war, ist folgende Geschichte überliefert: auf die Frage, ob es ihn nicht störe, dass da Publikum den Text gewissermaßen zweimal zu hören bekomme, wenn die Souffleuse ihm stets vorsagen müsse, antwortete er: "Was stört es den Kapitän auf der Brücke, wenn man das Geräusch der Schiffsschraube hört!"

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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