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Slingshot-Argument

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Das Slingshot-Argument (englisch „Steinschleuder-Argument“) ist ein Argument für die These, dass Sätze auf Wahrheitswerte referieren. Es findet sich bereits, zumindest angedeutet, in Gottlob Freges Aufsatz „Der Gedanke“ von 1918. Heute existieren verschiedene Varianten des Argumentes. Am bekanntesten dürfte die von Alonzo Church (An Introduction to Mathematical Logic, Princeton 1956) entwickelte Version sein. Das Argument basiert auf zwei Prinzipien:

A: Wird in einem Satz ein Ausdruck durch einen extensionsgleichen anderen Ausdruck ersetzt, so ändert sich die Extension des Satzes nicht.

B: Rein syntaktische Umformungen ändern gleichfalls nicht die Referenz eines Satzes.


Ein von Church angeführtes Beispiel sind die folgenden vier Sätze:

(1) Walter Scott ist der Autor von Waverley.

(2) Walter Scott ist der Verfasser von 29 Waverley-Romanen.

(3) 29 ist die Anzahl der von Walter Scott verfassten Waverley-Romane.

(4) 29 ist die Anzahl der Counties des Staates Utah.


(1) und (2) haben dieselbe Extension, weil - gemäß Prinzip A - nur ein extensionsgleicher Ausdruck substituiert wurde; (2) und (3) haben dieselbe Extension, weil der Satz - gemäß Prinzip B - nur syntaktisch umstrukturiert wurde; (3) und (4) haben wiederum in Übereinstimmung mit Prinzip A dieselbe Bedeutung. Wenn nun aber (1) und (4), die völlig verschiedene Gedanken ausdrücken und verschiedene Wahrheitsbedingungen haben und sich nur durch die Identität des Wahrheitswertes auszeichnen, dieselbe Extension haben, dann - so die Konklusion - müsse die Extension bzw. Referenz eines Satzes dessen Wahrheitswert sein.

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