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Sklaverei in Sudan

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Die Sklaverei in Sudan hat eine lange Tradition und betrifft die schwarzafrikanische Bevölkerung Südsudans, die von arabisch-muslimischen Nomaden aus Nord-Sudan, die als Paramilitärs von der Regierung in Khartum benutzt werden, versklavt und verkauft werden.
Dies geschieht mit großer Brutalität, wobei es zu Misshandlungen und Vergewaltigungen der versklavten Menschen – Kindern und Erwachsenen – kommt.

Trotz eines offiziellen Verbots der Sklavenhaltung wurden Fälle bekannt, in denen sich reiche arabischstämmige Familien in Sudan auch heute noch Menschen als Sklaven halten. Durch die Berichte ehemaliger Sklaven wie der muslimischen Nuba Mende Nazer und des Dinka Francis Bok wurden diese Zustände der internationalen Öffentlichkeit bekannt.

Die Zahl der heute Versklavten in Sudan ist nicht genau bekannt; die Schätzungen reichen von einigen Zehntausend bis 100.000.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Jagd auf Sklaven in Südsudan war einst neben der Elfenbeinjagd die einzige herausragende Handelsbeziehung zwischen dem Norden und Süden des sudanesischen Gebiets. Historische Quellen belegen den Handel mit Sklaven bereits zu pharaonischen Zeiten.

Der Höhepunkt des Weltsklavenhandels liegt zwischen 1750 und 1850. Die angrenzenden islamischen Gesellschaften übten quasi ein Monopol über die Sklavenjagd in Schwarzafrika aus. Berichte von Missionaren und Forschern aus dieser Zeit beschreiben die Verschleppung von Menschen aus friedlichen Dörfern und deren grausame Folterungen zur Belustigung. Khartum wurde zum großen Umschlagplatz für Sklaven aus dem Süden. Nach 1850 – entgegen der weltweiten Tendenz – stieg der Sklavenhandel in Sudan weiter an. Vor allem in der Provinz Bahr al-Ghazal wurde eine systematische Sklavenjagd unter dem dort eingesetzten ägyptischen Gouverneur Zobair Pascha betrieben. Zwischen 1875–1879 wurde die Zahl der in die Sklaverei verschleppten Menschen in Sudan vom britischen Gouverneur Gordon mit 100.000 angegeben.

Auch in der Zeit des Mahdi-Reichs (1885–1898) wurden weiter Südsudanesen versklavt. Lediglich der Export von Sklaven war verboten worden. Da in der Armee der Mahdisten viele Sklaven kämpften, lag der Grund für das Exportverbot hauptsächlich darin, eine Schwächung der Armee zu verhindern. Während die anglo-ägyptische Kolonialmacht die Sklaverei in Sudan eindämmte, boten die Bürgerkriege, die auf die Unabhängigkeit 1956 folgten, Gelegenheit zu einem Wiederaufleben der Sklaverei. Der Bürgerkrieg im Süden endete 2005.

Manchen Berichten zufolge wurden auch im andauernden Konflikt in Darfur vereinzelt Zivilisten von Dschandschawid-Milizen entführt.[1]

Maßnahmen zur Abschaffung

Internationale Organisationen wie Christian Solidarity International bezahlen für die Befreiung der Sklaven, doch sind diese Freikaufprogramme nicht unumstritten.

Auf internationalen Druck gründete die sudanesische Regierung 1999 ein Komitee zur Abschaffung der Entführung von Frauen und Kindern (englisch Committee for the Eradication of the Abduction of Women and Children

Wikipedia
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, kurz CEAWC), das nach eigenen Angaben 6.000 Sklaven vom Stamm der Dinka nach Südsudan zurückführte. Allerdings hat das Komitee Finanzprobleme, so dass die weitere Arbeit im August 2006 eingestellt werden musste.[2]

Das von James Aguer Alic geführte Dinka-Komitee setzt sich für die Befreiung von Sklaven – insbesondere vom Volk der Dinka – ein und konnte bis 2003 die Befreiung von schätzungsweise 2.200 Sklaven erreichen. Hierbei arbeitet es teilweise mit Nordsudanesen zusammen.[3]

Bekannte Personen, die von der Sklaverei in Sudan betroffen waren

Siehe auch

Quellen

  1. BBC News: Probe of Darfur 'slavery' starts
  2. Sudan Tribune: 22.08.2006 – "Ghosts haunt forgotten former Sudan slave"
  3. World's Children's Prize for the Rights of the Child 2003: James Aguer Alic

Literatur

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