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Sieg (Fluss)
Aus Kefk.
| Sieg | |
|---|---|
| Daten | |
| Lage | Deutschland; Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz |
| Länge | 155,2 km |
| Quelle | Rothaargebirge |
| Quellhöhe | 603 m ü. NN |
| Mündung | zwi. Bonn u. Troisdorf in Rhein |
| Mündungshöhe | 50 m |
| Höhenunterschied | 556 m |
| Einzugsgebiet | 2.832 km² |
| Großstädte | Siegen, Bonn |
| Mittelstädte | Netphen, Hennef, Siegburg, Sankt Augustin, Troisdorf, |
| Rechte Nebenflüsse | Ferndorfbach, Wisser Bach, Bröl, Wahnbach, Agger |
| Linke Nebenflüsse | Weiß, Scheldebach, Heller, Elbbach, Nister, Etzbach, Eipbach, Hanfbach, Pleisbach |
| Schiffbar | nicht schiffbar |
Die Sieg ist ein 155,2 km langer, rechter bzw. östlicher Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Sie ist ein silikatischer Mittelgebirgsfluss. Das mittlere Gefälle des Flusses, gemessen zwischen Eitorf (NRW) und Betzdorf (RP), beträgt 0,15 %. Das Einzugsgebiet der Sieg (siehe unten) umfasst 2.832 km² und der mittlere Abfluss beträgt 52 m³/s am Pegel Menden.
Der Flussname Sieg hat keinen Bezug zu Sieg als Triumph, sondern leitet sich vom keltischen Wort „Sikkere“ ab, was soviel bedeutet wie „schneller Fluss“.
Inhaltsverzeichnis |
Verlauf
Siegquelle
Die Sieg entspringt im Südteil des Rothaargebirges (NW) nahe der nordöstlichen Stadtgrenze von Netphen rund 3 km nordöstlich des Stadtteils Walpersdorf; etwa 600 m östlich ihres Ursprungs liegt Großenbach (ein westlicher Ortsteil von Bad Laasphe). Ihre Quelle befindet sich in waldreichem Gebiet an der Eisenstraße (Landesstraße 722) unweit des Kreuzungspunkts mit der „L 719“; direkt vorbei führt ein Abschnitt des Rothaarsteigs. Die ummauerte Siegquelle liegt auf 603 m Höhe rund 400 m nordwestlich des Jägerhains (650,4 m; Berg bzw. Waldgebiet) und etwa 1,2 km (jeweils Luftlinie) südöstlich des Aukopfs (644,4 m).
Nachbarquellen
Nur 2,5 km südlich von der Siegquelle entspringt die Lahn, 3 km nordwestlich die Eder.
Ober- und Mittellauf
Die Sieg, die vorwiegend in Ost-West-Richtung verläuft, erreicht nach wenigen Kilometern die Stadt Siegen, in der sie teilweise durch die Stadtautobahn (Hüttentalstraße) überbaut ist. Nach 34 km Fließlänge wechselt der Fluss bei Niederschelden nach Rheinland-Pfalz und nach weiteren 44 km kehrt er bei Windeck nach Nordrhein-Westfalen zurück. Kurz zuvor mündet bei Wissen-Nisterbrück die von Süden kommende Nister (64 km) ein, die nach der Agger (69 km) den zweitlängsten Siegzufluss darstellt. 1860 wurde der Mittellauf der Sieg stark begradigt. Beim Bau der Siegstrecke und Ausbau der sie begleitenden Landesstraße 333 wurden, um Brückenwerke zu sparen, viele Siegbögen abgeschnitten. So schuf man auch den Siegfall bei Windeck-Schladern. Die Altarme boten im Gegensatz zur teilweise kanalisierten Sieg reichhaltige Biotope. Ebenfalls entstanden felsige Steilhänge, die weiteren Pflanzenarten eine Heimat boten. Durch den Wechsel der Steilhänge mit den gegenüberliegenden flachen Anhöhen bietet das im Mittellauf eine abwechslungsreiche Landschaft. Diese genießen alljährlich die Radfahrer bei der Aktion Siegtal pur von Siegen bis Hennef.
Unterlauf
Bei Siegburg, wo sich das letzte Wehr der Sieg befindet, verlässt der Fluss das Bergland. An diesem Wehr zweigt der Siegburger Mühlengraben ab, der durch die Stadt verläuft und kurz vor der Agger-Einmündung wieder auf die Sieg stößt. Direkt unterhalb bzw. westlich der Stadt mündet die von Nordosten kommende Agger ein.
In Unterlauf der Sieg kommt es sehr leicht und häufig zu Hochwasser, durch großzügige Wiesen und Auen am Ufer schaden die Überflutungen den Ortschaften aber, anders als beim Rhein, kaum. Wenn diese Flächen nicht überflutet sind, werden die sie durchquerenden Wege von Wanderern und Radfahrern genutzt. Der Fluss selbst ist bei Kanufahrern beliebt und wird auch zum Baden genutzt.
Mündung
Die Sieg mündet am nordwestlichsten Ende von Geislar (nördlichster Stadtteil Bonns) bzw. direkt südwestlich von Bergheim (südwestlichster Stadtteil Troisdorfs) aus östlicher Richtung kommend auf nur noch 45 m Höhe in den Anfang des Niederrheins; wenige Hundert Meter weiter rheinabwärts befindet sich rechtsrheinisch Mondorf (südlichster Stadtteil Niederkassels). Somit stoßen hiesig die Stadtgrenzen von Bonn und Troisdorf aneinander. Zwischen beiden Städten fließt die Sieg zunächst etwa 1,5 km parallel zum Rhein, bevor sie in diesen mündet.
Das Mündungsgebiet der Sieg ist eine der letzten naturbelassenen Rheinmündungen überhaupt, weswegen die hiesige „Siegaue“ im Jahr 1986 unter Naturschutz gestellt wurde, so dass das „Naturschutzgebiet Siegaue“ entstand. Auch genießt dieses Gebiet einen Schutzstatus nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union.
Die Landzunge zwischen Sieg und Rhein, Kemper Werth genannt, war früher eine Insel und hieß auch „Pfaffenmütze“. 1777 ließ Kurköln gemeinsam mit dem Herzogtum Berg die Siegmündung begradigen, um ihre umliegenden Ländereien besser vor Hochwasser zu schützen, so dass die Sieg quasi im rechten Winkel auf den Rhein traf.
Durch die veränderte Strömung lud die Sieg nun ihr mitgeführtes Geröll im Rhein ab bzw. tat dies bei hohem Wasserstand in ihrem eigenen Bett, was zu einer Verflachung des Bettes führte. Bei hohen Wasserständen führte das wiederum zu einem Ausbruch der Sieg aus ihrem Bett, was man heute noch an den toten Mündungsarmen unterhalb von Troisdorf-Bergheim sehen kann. 1852 ließ die Regierung einen Damm zwischen der Insel und dem „Festland“ errichten, um so die Sieg wieder in ihr altes Bett zu zwingen.
Einzugsgebiet
Die Sieg, die sich in der Ökoregion Zentrales Mittelgebirge befindet, gehört zum Einzugsgebiet des Rheins. Ihr Einzugsgebiet, das sich zwischen Bergischem Land, Westerwald, Rothaargebirge und Rhein befindet, umfasst 2.832 km². Davon liegen 2.190 km² in Nordrhein-Westfalen und 642 km² Rheinland-Pfalz. Es hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 60 km, in Ost-West-Richtung sind es etwa 85 km.
Naturschutz
Der Unterlauf der Sieg vom Wiedereintritt an der Landesgrenze Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen bis hin zur Siegmündung ist Naturschutzgebiet. Ebenso sind angrenzende Altarme geschützt, zum Beispiel bei Hennef-Dondorf und Windeck-Dreisel.
Vegetation
Die Vegetation des Siegufer ändert sich mit dem Lauf des Flusses. Der Oberlauf ist durch dichte, schattige Wälder geprägt, so dass sich dort nur eine spärliche Krautschicht ausbilden kann. Der Mittellauf ist geprägt durch einen raschen Wechsel von Wäldern und Sumpfwiesen. Hier finden sich insbesondere Sumpfdotterblume, Sumpf-Schwertlilie, aber auch die Neophyten Herkulesstaude, drüsiges Springkraut, die Goldrute und der Japanische Staudenknöterich wieder. Der Unterlauf ist durch Wiesen, Pappeln und Erlenbrüche geprägt. Schilf, Rohrkolben und Rohrglanzgras sind typische Pflanzen dieser Vegeationszone.
Fauna
Am 31. Juli 1956 kam es in Windeck zu einem großen, industriell verursachtem Fischsterben. Inzwischen hat sich die Sieg zu einem der fischreichsten Flüsse Deutschlands entwickelt. 36 Fischarten leben dort, unter anderem Lachse, die wieder eingebürgert wurden. Verursacht durch diesen Fischreichtum haben sich Graureiher und Kormorane angesiedelt, die inzwischen große Kolonien gegründet haben.
- Muscheln: mehrere Arten
- Krebse: Edelkrebs, Galizierkrebs, Signalkrebs und der eingeschleppte Kamberkrebs
- Fische: 36 Arten, u.a. Bachforelle, Lachs, Aal, Hecht, Wels, Rapfen, Zährte, Steinbeißer, Groppe, Bitterling, Rotauge, Äsche, Barbe, Brasse, Döbel, Karpfen, Nase, Plötze, Rotfeder, Schleie, Zander
- Neunaugen/Bricken: Meerneunauge, Flussneunauge, Bachneunauge
Im Umfeld der Nebengewässern, Siegauen, Uferwiesen und -wälder gibt es folgende Arten:
- Amphibien/Lurche: 6 Arten, u.a. Feuersalamander, Wechselkröte, Kreuzkröte
- Schlangen: Kreuzotter und Ringelnatter
- Eidechsen: Waldeidechse und Blindschleiche
- Libellen: 21 Arten, u.a. Federlibelle, Blaugrüne Mosaikjungfer, Großer Blaupfeil, Gebänderte Prachtlibelle, Schilfjäger
- Schmetterlinge: 40 Tagarten, darunter Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Taubenschwänzchen, Kleiner Eisvogel, Admiral, Apollofalter, Schwalbenschwanz, Aurorafalter, Landkärtchen, C-Falter, Distelfalter, Großer und Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Kaisermantel, Waldbrettspiel, Großes Ochsenauge, Kleiner Feuerfalter, Zitronenfalter, Kleiner Kohlweißling, Großer Kohlweißling
- Vögel: u.a. Graureiher, Kormoran, Schwarzstorch, Uferschwalbe, Haubentaucher, Sumpfrohrsänger, Sumpfmeise, Schellente, Kolbenente, Reiherente, Tafelente, Rohrammer, Flussregenpfeiffer, Neuntöter, Eisvogel, Pirol, Uhu, Waldohreule, Sumpfohreule, Waldkauz, Schleiereule, Rotmilan, Habicht, Mäusebussard, Grünspecht, als Saisongäste noch Gänsesäger, Krickente und Pfeifente
- Fledermäuse: 16 Arten, u.a. Rauhautfledermaus, Großer Abendsegler, Kleine Hufeisennase, Zwergfledermaus, Großes Mausohr, Fransenfledermaus, Bechsteinfledermaus, Braunes Langohr
- Insektenfresser: u.a. Europäischer Maulwurf
- Nagetiere: u.a. Bisamratte, Siebenschläfer
Zuflüsse
Zu den Zuflüssen der Sieg gehören (in Klammern befindet sich die orographische Zuflussseite):
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Ortschaften
Zu den Ortschaften an der Sieg gehören:
Hochwasser
Zu den katastrophalen Hochwassern zählt das von 1909, bei dem viele Siegbrücken weggerissen wurden.
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Sieg – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- www.sieg.nrw.de
- Hochwassermeldezentrale
- www.siegtal.com
- [1] Statistische Angaben zur Sieg und allen größeren Nebengewässernksh:Sieg
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