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Shinichirō Tomonaga

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Shinichirō Tomonaga (jap. 朝永 振一郎 Tomonaga Shinichirō; * 31. März 1906 in Tokio; † 8. Juli 1979 in Tokio) war ein japanischer Physiker.

Tomonaga erhielt 1965 zusammen mit Richard P. Feynman und J. Schwinger den Physik-Nobelpreis "für ihre fundamentale Leistung in der Quantenelektrodynamik, mit tiefgehenden Konsequenzen für die Elementarteilchenphysik".

Leben und Werk

Tomonaga wurde in Tokio geboren, die Familie zog aber 1913 nach Kyōtō, wo sein Vater Professor für Philosophie geworden war (er schrieb ein in Japan bekanntes Buch über die Philosophie Immanuel Kants). Er machte seinen B.A. 1929 gleichzeitig mit seinem engen Freund, dem Nobelpreisträger Hideki Yukawa. Er wurde Assistent von Yoshio Nishina, bekannt durch die Klein-Nishina Formel. Tomonaga verehrte seinen Lehrer Zeit seines Lebens und liess sich sogar neben ihm begraben. Unter ihm begann er über Quantenelektrodynamik zu arbeiten. Bei einem Forschungsaufenthalt in Leipzig bei Werner Heisenberg von 1937-1939 setzte er diese Arbeiten fort und begann sich zusätzlich mit Kernphysik zu beschäftigen. Eine in Leipzig veröffentlichte Arbeit über die "Innere Reibung und Wärmeleitfähigkeit von Kernmaterie" reichte er nach seiner Rückkehr 1939 an der Universität Tokio als Doktorarbeit ein. 1941 wurde er dort Professor für Physik. Er arbeitete über die Mesonentheorie der Kerne (intermediate coupling theory) und schlug schon 1942 eine eigene kovariante Formulierung der Quantenfeldtheorie vor, also viel früher als Julian Schwinger und Richard Feynman, mit denen er 1965 den Nobelpreis für Physik teilte.

Wie Schwinger beschäftigte er sich während des Krieges mit Radar-Forschung (Wellenleiter, Hohlraumresonatoren, Magnetron-Theorie). Nach dem Ende des Krieges setzte er seine Arbeiten über Quantenelektrodynamik fort und entwickelte unabhängig von Schwinger die Renormierungstheorie.

1949 wurde er von Robert Oppenheimer an das Institute for Advanced Study in Princeton eingeladen, wo er sich mit der quantenmechanischen Vielteilchentheorie beschäftigte und als erster (an exakt lösbaren eindimensionalen Modellen von Systemen geladener Fermionen, den Tomonaga-Luttinger-Flüssigkeiten bzw. Luttingerflüssigkeiten) die Natur kollektiver Anregungen in solchen Systemen aufklärte.

An der Universität Tokio baute er ab 1955 das Institut für Kernphysik auf. 1956-1962 war er Präsident der Universität Tokio (heute Tsukuba Universität) und 1956-1962 auch Direktor des japanischen Wissenschaftsrats und war auch sonst ein einflussreicher Regierungsberater. Ab 1963 war er Direktor des Optik-Instituts der Universität.

Er schrieb 1949 ein Lehrbuch über Quantenmechanik, dass 1963 ins Englische übersetzt wurde.

1948 erhielt er den Preis der Japanischen Akademie und 1964 die Lomonossov-Medaille.

Tomonaga war seit 1940 verheiratet und hatte zwei Söhne und eine Tochter.

Literatur

  • Schweber QED and the men who made it, Princeton 1994
  • Yoichiro Nambu, Nishijima Activity of the Tomonaga group up to the time of the 1947 Shelter island conference, in Khuri, Jackiw, Weinberg, Witten (Hrsg.) Proceedings Shelter Island II conference, MIT Press 1983

Weblinks

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