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ESRI

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ESRI (Environmental Systems Research Institute) ist einer der großen Softwarehersteller von Geoinformationssystemen (GIS) und beschäftigt heute 2900 Mitarbeiter weltweit. Gegründet wurde sie als Consulting Firma 1969 von Jack Dangermond, der auch heute noch Präsident der Gesellschaft ist. Firmensitz ist Redlands in Kalifornien. Wesentliche Produkte sind ArcGIS, welches aus dem früheren ArcInfo hervorgegangen ist und ArcView. ESRI steht u. a. in Konkurrenz zu Intergraph, MapInfo, Manifold und Smallworld.

ESRI ist der Entwickler der Geoinformationssysteme ArcView GIS und ArcView/ArcGIS. Die nativen Dateiformate fasst man unter shapefile zusammen.

Inhaltsverzeichnis

ArcView

ArcView ist ein Geoinformationssystem (GIS), mit dem sich Geodaten erzeugen, bearbeiten (verschneiden,...), analysieren und darstellen lassen. Es gibt 2 Produktlinien:

  • ArcView GIS bis Version 3.x mit der aktuellen Version 3.3 und
  • ArcView ab Version 8.x mit der aktuellen Version 9.2.

Das hauptsächlich verwendete Dateiformat für Vektordaten sind .shp-Dateien. Seit Version 8.x ist die so genannte Personal-GeoDatabase hinzugekommen, die auf der Microsoft Jet Engine basiert (.mdb-Dateien). Die Projekte selbst werden unter ArcView 3 als .apr-Dateien und unter ArcView 8 und höher als .mxd-Dateien gespeichert.

Das Geoinformationssystem ArcView GIS lässt sich sowohl in der klassischen Version 3.x als auch in den Versionen 8.x/9.x durch die Einbindung von ArcView-Erweiterungen sehr stark ausbauen. Diverse Erweiterungen, die als proprietäre Software von der Firma ESRI angeboten werden, erweitern das GIS um zusätzliche räumliche Funktionalitäten:

ArcView GIS 3.x

Durch die integrierte Programmierumgebung auf Basis der Programmiersprache Avenue und die Erweiterung Dialog Designer, mit der Benutzerschnittstellen erstellt werden können, lassen sich Oberfläche und Funktionalitäten von ArcView GIS 3.x anpassen und erweitern.

In seiner vollen Funktionalität kann die Software jedoch erst durch extensive Einbindung von Benutzererweiterungen (User-Extensions) genutzt werden, die als freie Software, Shareware oder proprietäre Software teils auf der ArcScripts-Website (http://arcscripts.esri.com), teils auf den Homepages von Dritten angeboten werden. Einige besonders leistungsfähige und verbreitete Erweiterungen sind hier aufgeführt:

  • XTools: Ein Werkzeug zur Geoverarbeitung von Shapefiles (z. B. Verschneiden, Verschmelzen, Verbinden, Ausschneiden etc.)
  • Memo Tools: Ein Werkzeugsammlung, die Werkzeuge des täglichen Gebrauchs zur Verfügung stellt
  • Grid Machine: Eine Werkzeugsammlung für Spatial Analyst, insbesondere zur Arbeit mit multiplen Rasterdaten (Grids)
  • Edit Tools: Eine Sammlung zur Konvertierung von Geodaten zwischen verschiedenen Formaten und Zuständen.

ArcView 8.x/9.x

In dieser Produktlinie ist ArcView lediglich eine mögliche Ausbaustufe der Produktfamilie ArcGIS. Weitere (zunehmend umfangreichere) Ausbaustufen in der ArcGIS-Produktfamilie sind ArcEditor und ArcInfo Die Funktionen und Oberfläche von ArcView in den Versionen 8.x und 9.x können über die Microsoft COM-Technologie z. B. mit Hilfe der Programmiersprachen Visual Basic oder Visual C++ erweitert werden. Avenue-Scripte und Erweiterungen für ArcView GIS 3.x sind nicht mit den Programmversionen 8.x/9.x kompatibel.

Shapefile

Das Dateiformat Shapefile (oft Shapedaten oder Shapes genannt) ist ein von ESRI ursprünglich für ArcView entwickeltes Format für Geodaten. Es hat sich mittlerweile zu einer Art Quasi-Standard im Desktop-GIS-Umfeld verbreitet, da es ein recht einfaches und bezüglich der Datenqualität nur wenig anspruchsvolles Format darstellt. Dennoch ist es das Format in dem am meisten Kartendaten zur Verfügung stehen. Die Unterstützung von freien sowie kommerziellen Tools & Bibliotheken (z. B. GeoTools und Deegree) ist bei keinem Format so gut wie bei den Shapefiles. Es ist mit vielen Open Source Tools möglich Daten von Shapefiles in SQL für Spatial Datenbanken umzuwandeln. Damit bestehen dann die Vorteile einer besseren Datenhaltung und die Menge der verfügbaren Shapefile Kartendaten.

Ein Shapefile ist keine einzelne Datei, es besteht aus mindestens drei Dateien:

  • .shp dient zur Speicherung der Geometriedaten
  • .shx dient als Index der Geometrie zur Verknüpfung der Sachdaten (auch Attributdaten genannt)
  • .dbf Sachdaten im dBASE-Format

optionale Dateien

  • .atx Attributindex
  • .sbx und .sbn Index für Tabellenverbindungen (Joins)
  • .aih und .ain Index für Tabellenverknüpfungen (Links)
  • .shp.xml Metadaten zum Shapefile
  • .prj Projektion der Daten

In einem Shapefile können jeweils nur die Basis-Elemente (Simple-Features) eines GIS

  • Punkte,
  • Linien,
  • oder Flächen (Polygone)

gespeichert werden. Dabei können nicht nur 2D-Objekte, sondern auch 3D-Geometrien erfasst werden.

Optional kann das erstellte Design eines Shapefiles (Linienstärke, Punktsymbolik, Farben, etc.) in einer Legendendatei (bis ArcView 3.3 *.avl, ab ArcGIS-ArcView 8 *.lyr) gesichert werden, da diese Informationen nicht innerhalb eines Shapefiles gespeichert werden. Die Legendendatei kann nach dem Einladen eines Shapfiles in den Themeneigenschaften hinzugefügt werden.

Weblinks

Persönliche Werkzeuge