Sezessionskrieg
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Der Sezessionskrieg (auch Amerikanischer Bürgerkrieg, Krieg zwischen den Staaten [War Between the States] oder Rebellionskrieg [War of the Rebellion] genannt) war der militärische Konflikt zwischen den aus den Vereinigten Staaten ausgetretenen Südstaaten (Konföderation) und den in der Union verbliebenen Nordstaaten. Ursache war eine tiefe wirtschaftliche, soziale und politische Spaltung zwischen Nord- und Südstaaten, die sich am offensichtlichsten in der Sklavereifrage widerspiegelte und die schließlich eine der Hauptursachen der Eskalation zum Krieg war. Der Krieg begann mit der Beschießung Fort Sumters am 12. April 1861 und endete mit der Kapitulation der letzten Armee der Konföderation im Juni 1865.
Der Sezessionskrieg war der verlustreichste Krieg, der je auf amerikanischem Boden ausgefochten wurde, und forderte mehr US-amerikanische Todesopfer als jeder andere Krieg, an dem sich die USA im Laufe ihrer Geschichte beteiligten. Der amerikanische Bürgerkrieg ist noch heute im kollektiven Gedächtnis der USA sehr präsent, besonders in den Südstaaten, auf deren Territorium die Kämpfe fast ausschließlich ausgetragen wurden.
Zu Beginn des Krieges waren sich beide Seiten nicht darüber im Klaren, wie der Krieg geführt werden sollte. Erst nach der ersten für den Süden siegreichen Schlacht bei Manassas begann der Norden ernsthaft mit der Aufstellung und Ausrüstung einer schlagkräftigen Armee. Gleichzeitig bemühte sich der Süden, die Grenzstaaten Kentucky und Missouri nicht nur politisch, sondern auch militärisch in sein Staatsgebiet zu integrieren. Diese Bemühungen mussten Ende 1862 ergebnislos eingestellt werden.
Im Osten hatte der Norden mit dem Halbinsel-Feldzug versucht, die Hauptstadt der Konföderation Richmond, Virginia einzunehmen, scheiterte jedoch an General Robert E. Lee, der, seinen Erfolg aus der Sieben-Tage-Schlacht ausnutzend, bei Manassas einen Sieg erfocht und mit seiner Nord-Virginia-Armee nach Maryland eindrang. Diese erste Invasion des Nordens endete mit der Schlacht am Antietam. Nach dem Sieg am Antietam verkündete Lincoln die Emanzipationserklärung, die alle Sklaven in den rebellierenden Staaten für frei erklärte. Kriegsziel blieb jedoch weiterhin die Wiederherstellung der Union.
Die Nordstaaten besetzten 1863 die Hälfte Tennessees, eroberten den Verkehrsknotenpunkt Vicksburg, Mississippi und erhielten dadurch die Kontrolle über den Verkehr auf dem Mississippi. Die Konföderation war geteilt. Im Osten gelangen General Lee im Frühjahr einige spektakuläre Erfolge, die er mit der zweiten Invasion des Nordens ausnutzen wollte. Das Ziel beider Invasionen war die Herbeiführung eines Patts, um den Nordstaaten einen Verhandlungsfrieden abzuringen. In der Schlacht von Gettysburg wurde auch die zweite Invasion beendet. Der Rappahannock bildete zum Ende des Jahres im Osten die Grenze, im Westen war Tennessee geteilt und der Mississippi fest in der Hand der Nordstaaten. Die Eroberung des Mississippitales hatte bereits 1862 mit der Einnahme New Orleans, Louisianas und Fort Donelsons, Tennessee begonnen. Die Blockade der Häfen des Südens durch die Nordstaatenflotte zeigte erste Auswirkungen auf die Industrie und die Versorgung.
Präsident Lincoln ernannte 1864 General Ulysses S. Grant, den Sieger von Vicksburg, zum Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte. Grant begann auf beiden Kriegsschauplätzen gleichzeitig Feldzüge, der im Osten endete mit großen Verlusten und keinem eindeutigen Sieg bei Petersburg, Virginia. Der Atlanta-Feldzug im Westen führte schließlich zum dringend für die Wiederwahl Lincolns benötigten Sieg. General William T. Shermans Marsch zum Meer spaltete die Konföderation erneut und brachte 1865 den Krieg nach Virginia zurück.
Der Süden unternahm 1865 noch einmal verzweifelte Anstrengungen, den Ausgang des Krieges abzuändern, aber die wirtschaftlichen Ressourcen zur Versorgung der Armee und der Bevölkerung waren erschöpft. Die wichtigste Armee der Südstaaten, die Nord-Virginia-Armee, musste am 9. April bei Appomattox Court House die Waffen niederlegen, die übrigen, noch nicht geschlagenen Armeen des Südens, folgten bis zum Sommer.
Nach der Beendigung des Krieges folgte der Wiederaufbau und die Wiedereingliederung der Südstaaten in die Union, die „Reconstruction“, die 1877 endete. Mit dem 13. Verfassungszusatz, der am 18. Dezember 1865 in Kraft trat, wurde ferner die Sklaverei auf dem gesamten Bundesgebiet endgültig abgeschafft.
Inhaltsverzeichnis |
Ursachen
Politische Gründe
Die Gegensätze gehen auf die Staatsgründung der Vereinigten Staaten zurück. Die Sklaverei wurde durch die Verfassung dort geschützt, wo sie bereits existierte. Wegen der Regelung, dass die Anzahl der Abgeordneten eines Bundesstaates zum Repräsentantenhaus von der Bevölkerungszahl abhing – Sklaven rechneten zu drei Fünftel auf die Bevölkerungszahl an – war der Einfluss der Südstaaten immer höher als der der stimmberechtigten Bevölkerungszahl in den Nordstaaten. Diese gerieten deshalb immer wieder in die Gefahr, ihren Einfluss im Kongress zu verlieren. Als 1820 Missouri und Maine in die Union aufgenommen werden sollten, einigten sich die Abgeordneten auf den Missouri-Kompromiss, nördlich der Mason-Dixon-Linie Sklaverei zu verbieten und südlich davon zu erlauben. Thomas Jefferson befürchtete, die Teilung des Landes durch die Mason-Dixon-Linie könnte zur Zerstörung der Union führen.
„… this momentous question, like a fire bell in the night, awakened and filled me with terror. I considered it at once as the knell of the Union. [1] (dt.:… die augenblickliche Frage alarmierte und verängstigte mich wie eine Feuerglocke in der Nacht. Mir kam sofort der Gedanke, das sei die Totenglocke der Union.)“
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Der Konflikt spitzte sich erneut zu, als absehbar wurde, dass im Süden nur noch Florida, im Norden jedoch drei weitere Staaten der Union beitreten würden. Als 1854 das Kansas-Nebraska-Gesetz beschlossen und so der Missouri-Kompromiss verfassungswidrig wurde, schaukelte sich der Konflikt wieder in die Höhe. Der offene Krieg in Kansas (Bleeding Kansas), das Dred-Scott-Urteil 1857 und John Browns Raid 1859 polarisierten die Nation in Nord und Süd.
Der Konflikt fußte auf der These, dass ein Einzelstaat mit dem Beitritt zur Union seine Souveränität nicht aufgegeben habe. Verfechter dieser These behaupteten, die Union könne einem Einzelstaat nicht vorschreiben, welches Gesellschaftssystem dieser bevorzugen solle. Dieser Konflikt um die Rechte der Einzelstaaten strebte ebenfalls einem Höhepunkt zu. Ein Bundesstaat habe deshalb das Recht, ein gegen sein Interesse verstoßendes Bundesgesetz auf seinem Territorium zu annullieren. Verweigere der Bund die „Nichtigkeitserklärung“, bliebe dem Staat die Sezession. Gälte das nicht, wären die Südstaaten 1787 niemals der Union beigetreten. Deshalb hatte die Verfassung das Eigentumsrecht auf Sklaven ausdrücklich garantiert. Aus Sicht der Südstaaten verstießen demnach die Nordstaaten mit den Angriffen auf die Sklaverei fortlaufend gegen den Geist der Verfassung und gefährdeten so den Bestand der Union. Wie weit die Polarisierung 1860 fortgeschritten war, zeigte, dass Abraham Lincoln in zehn Südstaaten gar nicht auf dem Wahlzettel zu finden war.
Wirtschaftliche und soziale Gründe
Die Industrialisierung der Nordstaaten setzte sich immer weiter fort. Mit der Lohnarbeit verschaffte sich der Norden eigene Märkte, die durch Sklaven nicht gehalten werden könnten. Die Südstaaten, besonders die des tiefen Südens, produzierten billige Rohstoffe, die mit Lohnarbeit nicht mehr absatzfähig gewesen wären. Die fortschreitende Technisierung der weiterverarbeitenden Industrie zwang die Plantagenbesitzer, immer mehr Sklaven für die arbeitsintensive Plantagenwirtschaft einzusetzen.
Ein bereits seit langer Zeit bestehender Streitpunkt zwischen Nord und Süd war die Schutzzollpolitik des Bundes, die unter anderem zur bis dahin größten Verfassungskrise, der nullification crisis 1832/33 geführt hatte.[2] In einigen Staaten des Nordens setzte sich als Folge der Wirtschaftskrise von 1857 wieder die Überzeugung durch, dass höhere Schutzzölle der heimischen Wirtschaft helfen könnten, die Krise zu überstehen. Ausdruck fand dieser Wunsch nach einer erneuerten Schutzzollpolitik im Parteiprogramm der Republikaner.[3] Die Schutzzölle sollten vor allem billige Importe ausländischer Industriegüter verteuern und damit den Absatz der im Norden produzierten Industriegüter verbessern. Der agrarische Süden stellte jedoch kaum Industriegüter her, sondern musste diese entweder aus dem Ausland oder aus dem Norden importieren. Ein durch die Schutzzölle verursachter Preisanstieg hätte daher die Wirtschaft des Südens stark getroffen. Zusätzlich produzierte der Süden 1860 fast zwei drittel aller Exporte und befürchtete, seine Absatzmärkte könnten ebensolche Zölle erheben. Trotz dieser gegensätzlichen wirtschaftlichen Interessen benötigten sich beide für das Wirtschaftswachstum. Was der Süden nicht exportierte, ging in den Norden und der Norden versorgte die Bewohner der Südstaaten mit den Erzeugnissen aus industrieller Fertigung. Aber auch in wirtschaftlichen Belangen entschied letztlich die Mehrheit des Kongresses.
Das Gros der Bevölkerung der Nordstaaten bestand aus Kleinbauern im Westen und Lohnarbeitern im Osten. Dann gab es eine kleine Mittelschicht und wenige Alteingesessene und Neureiche der Oberschicht. Das öffentliche Bildungssystem war gut ausgebaut, da man qualifizierte Menschen in allen Bereichen benötigte. Zugang zu den Hochschulen hatten aber meist nur Privilegierte.
Im Süden gab es die verarmten weißen Tagelöhner und Bauern, eine kleine Mittelschicht aus Handwerkern und kleinen Plantagenbesitzern mit wenigen Sklaven und die kleine, alteingesessene Oberschicht der großen Plantagenbesitzer. Das öffentliche Bildungssystem gab es nur in rudimentären Ansätzen, die Angehörigen der Oberschicht wurden an Privatschulen für ihre Aufgaben bestens ausgebildet.
In den Südstaaten herrschte ein das allgemeine amerikanische Maß überschreitender Individualismus, bei dem sich der Einzelne durch niemanden hineinreden lassen wollte. Trotz der enormen Vermögensunterschiede kam es in der weißen Gesellschaft des Südens kaum zu Spannungen – egal wie tief man sank, immer gab es noch einen Niedrigeren, über den man sich aufgrund seiner Hautfarbe erhaben fühlen konnte.
Ein gespaltenes Land
Bei der Präsidentschaftswahl 1860 spaltete sich die Demokratische Partei in zwei Flügel. Der nördliche Teil nominierte den Senator Stephen A. Douglas aus Illinois zum Präsidentschaftskandidaten, der südliche Teil stellte den Vizepräsidenten John Cabell Breckinridge auf. Für die Republikaner trat Abraham Lincoln an.
Eine vierte Partei war die Constitutional Union, eine Plattform ehemaliger, gemäßigter Whigs, die sich weder den Republikanern noch einer der der beiden demokratischen Parteien anschließen wollten. Kandidat dieser Partei war John Bell. Die Partei versuchte sich als Mittlerin zwischen Nord und Süd und gab sich den Slogan„... the Union as it is, and the Constitution as it is.[4] (dt. ... die Union wie sie ist und die Verfassung wie sie ist.)“
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Breckinridge errang wie erwartet alle Wahlmännerstimmen im Unteren Süden. Im Oberen Süden unterlag er jedoch John Bell, während Douglas vor allem in den Grenzstaaten stark war. Die Wahlmännerstimmen des Nordens gingen praktisch vollständig an Lincoln, der dadurch 180 Stimmen im electoral college erreichte, 28 mehr als zur Wahl benötigt. Nach der Wahl Lincolns kam es zur Spaltung (Sezession). Zwischen der Präsidentschaftswahl und dem Amtsantritt des neuen Präsidenten lagen 1860 etwa vier Monate. Es entwickelte sich ein Machtvakuum, weil der noch amtierende Präsident James Buchanan nicht zu energischen Maßnahmen zum Erhalt der Union bereit war. Lincoln hatte in der Frage der Sklaverei immer wieder betont, diese Entscheidung sei Sache der Einzelstaaten.
Innerhalb von drei Monaten nach der Wahl Abraham Lincolns im November 1860 traten sechs Staaten aus der Union aus:
| Bundesstaat | Sezession am | Beitritt zu den CSA |
|---|---|---|
| South Carolina | 20. Dezember 1860 | Gründungsstaat |
| Mississippi | 9. Januar 1861 | Gründungsstaat |
| Florida | 10. Januar 1861 | Gründungsstaat |
| Alabama | 11. Januar 1861 | Gründungsstaat |
| Georgia | 19. Januar 1861 | Gründungsstaat |
| Louisiana | 26. Januar 1861 | Gründungsstaat |
Diese sechs Staaten, in denen die mit Sklavenarbeit betriebene Plantagenwirtschaft (Erdnüsse, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle) der wichtigste Wirtschaftsfaktor war, gründeten am 4. Februar 1861 einen von den USA unabhängigen Staatenbund, die Konföderierten Staaten von Amerika (CSA). Mit dem Kampf um Fort Sumter begannen die Konföderierten den Krieg und besetzten diesen und andere Stützpunkte des US-Militärs auf ihrem Gebiet. Als Reaktion mobilisierte Lincoln die Streitkräfte, um die Stützpunkte zurückzuerobern. Vier weitere Bundesstaaten traten aus der Union aus. Texas hatte sich der Konföderation bereits früher angeschlossen.
| Bundesstaat | Sezession am | Beitritt zu den CSA |
|---|---|---|
| Texas | 1. Februar 1861 | 2. März 1861 |
| Virginia | 17. April 1861 | 7. Mai 1861 |
| Arkansas | 6. Mai 1861 | 18. Mai 1861 |
| Tennessee | 6. Mai 1861 | 16. Mai 1861 |
| North Carolina | 13. Mai 1861 | 16. Mai 1861 |
Vier „Sklavenhalterstaaten“ verblieben in der Union; in Virginia spalteten sich die nordwestlichen Countys von der Konföderation ab und wurden 1863 als West Virginia in die Union als eigener Staat aufgenommen. Diese fünf Staaten bildeten die „Grenzstaaten“ (Border States).
In Delaware hatte nach den Präsidentschaftswahlen Lincolns demokratischer Gegenkandidat Breckinridge die Mehrheit der Stimmen erhalten. Am 3. Januar 1861 entschieden sich die Abgeordneten des Staates gegen eine Sezession.
Auch in Maryland hatte Breckinridge den Wahlkampf gewonnen. Marylands Repräsentantenhaus lehnte am 27. April 1861 die Sezession ab. Milizverbände marschierten nach Washington D.C. und Baltimore. Dort kam es zu ernsthaften Unruhen und Ausschreitungen. Diese Ereignisse sowie die Angst vor einer Invasion der Hauptstadt selbst veranlassten die US-Regierung, Truppen in Maryland zu stationieren und das Kriegsrecht auszurufen. Hätte Maryland die Union noch verlassen, so wäre dies für die US-Regierung eine Katastrophe gewesen, da Washington D.C. zwischen Maryland und Virginia zu einer isolierten Exklave geworden wäre. Die psychologischen Auswirkungen auf die Bevölkerung hätten das Erreichen der Kriegsziele der Union in Frage stellen können. Selbst mit Maryland auf Unionsseite grenzte die Hauptstadt der Nordstaaten unmittelbar an feindliches Territorium. Richmond, Virginia, die Hauptstadt der CSA, war nur 100 Meilen entfernt.
Missouri blieb ebenfalls in der Union. Der mit der Konföderation sympathisierende Gouverneur Claiborne F. Jackson berief die Miliz ein. Unions-Brigadegeneral Nathaniel Lyon griff Jackson am 14. Juni 1861 an und verfolgte ihn und die Reste der Miliz in die Südwestecke des Staates. In das entstandene Vakuum hinein rekonstituierte sich die gewählte Versammlung und bildete die provisorische Regierung.
blau: Staaten der Union
hellblau: Unionsstaaten mit Sklaverei
rot: Konföderierte Staaten
Die Sezessionisten proklamierten die Sezession Missouris. Die Konföderation erkannte diese Regierung am 30. Oktober 1861 an. (siehe die Missouri secession).
Kentucky erklärte sich neutral. Als Südstaatentruppen im Süden und Osten Kentuckys einmarschierten, organisierten Anhänger der Konföderation eine Versammlung, die einen konföderierten Gouverneur wählte. Als jedoch Truppen der Konföderation Columbus, Kentucky besetzten, schwenkte die öffentliche Meinung wieder auf Unionskurs um. Die konföderierte Regierung wurde abgesetzt und Kentucky blieb loyal zur Union.
In Virginia wollten die Menschen in den nordwestlichen Countys bei der Union bleiben. Die „Wiederhergestellte Regierung Virginias“ („Restored Government of Virginia“) erklärte den Austritt Virginias aus der Union am 11. Juni in Wheeling für ungültig. Diese Gebiete traten am 20. Juni 1863 als 35. Bundesstaat (West Virginia) der Union bei.
New Mexico war damals noch kein Bundesstaat, sondern lediglich Territorium. Die südliche Hälfte schloss sich der Sezession an. Die Konföderation nahm sie als Arizona-Territorium mit Mesilla als Hauptstadt auf. Diese Gegend war von Weißen nur wenig bevölkert und spielte im Krieg nur eine untergeordnete Rolle.
Kalifornien war seit dem Eintritt in die Union 1850 ein Staat ohne Sklaverei gewesen. Lincoln hatte hier eine relative Mehrheit. Es gab etliche Sympathisanten der Südstaaten und ihres Präsidentschaftskandidaten John C. Breckenridge, der 28 % der Stimmen gewonnen hatte. Kalifornien galt als „nördlicher“ Staat. Die kalifornischen Soldaten waren nicht der US-Regierung unterstellt, Kalifornien selbst sandte sie in den Kampf gegen die Südstaaten. Darüber hinaus finanzierte das neu entdeckte Gold Kaliforniens zum Teil den Krieg.
Die Verfassung der Konföderierten Staaten von Amerika war mit Ausnahme der ausdrücklichen Erlaubnis der Sklaverei der US-amerikanischen sehr ähnlich. Nach der Gründung der Konföderation gab es einige Versuche, die Nordstaaten zu einer friedlichen Anerkennung zu bewegen. Alle blieben ergebnislos. Der konföderierte Kongress, am 6. Februar 1861 in Montgomery, Alabama konstituiert, wählte am 9. Februar 1861 Jefferson Davis zum vorläufigen Präsidenten und genehmigte die Einrichtung des Kriegsministeriums am 21. Februar 1861. Provisorischer Vizepräsident wurde Alexander Hamilton Stephens. Nach dem Beitritt Virginias zur Konföderation wurde die Hauptstadt von Montgomery nach Richmond verlegt. Die Verlegung in das prestigeträchtigere Richmond brachte jedoch auch die Nähe zum Gebiet der Nordstaaten mit sich.
Der neugewählte Präsident der Nordstaaten Abraham Lincoln versuchte bis zu seinem Amtsantritt am 4. März 1861 immer wieder, beschwichtigend auf die Südstaatler einzuwirken. Die Fronten waren jedoch so verhärtet, dass es keine andere Lösung als eine kriegerische Auseinandersetzung zu geben schien. Dabei machte Lincoln in seiner Antrittsrede klar, dass die Nordstaaten den Krieg nicht beginnen würden.[5]
Ausgangslage
Die Armee der Vereinigten Staaten bestand vor Kriegsbeginn aus ca. 16.000 Mann. Viele Soldaten, deren Heimat in den Südstaaten lag, waren bereits aus der Armee ausgetreten und häufig in die Milizen der südlichen Bundesstaaten eingetreten. Zudem lagen die Garnisonen fast alle im Westen und entlang der kanadischen Grenze. Einige Einheiten waren in Forts an der Atlantik- und Golfküste stationiert.
Der konföderierte Kongress genehmigte die Aufstellung der provisorischen Armee am 28. Februar und die der regulären Armee der Konföderierten Staaten von Amerika mit einem Umfang von 15.015 Soldaten am 6. März. Am selben Tag bewilligte der Kongress die Einberufung von 100.000 Freiwilligen und Milizangehörigen.
Auf dem Territorium der Konföderation gab es nur zwei Marinehäfen – Norfolk, Virginia und Pensacola, Florida, beide von den Nordstaatlern besetzt. Über Schiffe verfügte die Konföderation nicht. Trotzdem wurde am 21. Februar 1861 das Marineministerium eingerichtet.
| <center>Operationen im Hafen von Charleston[6] |
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| Fort Sumter rot: Sieg der Konföderation |
Einige Garnisonen der Nordstaaten lagen auf dem Territorium der Konföderation. Besondere Bedeutung sollten Fort Sumter im Hafen von Charleston, South Carolina und Fort Monroe, Virginia an der Spitze der Virginia-Halbinsel erhalten. Nach dem Fall Fort Sumters am 12. April 1861 forderte Präsident Lincoln die Bundesstaaten der Union am 15. April auf, 75.000 Mann für drei Monate einzuberufen, mit denen der Aufstand der Südstaaten niedergeschlagen werden sollte.
Die US Navy verbrannte ihre Schiffe in Norfolk am 20. April, damit sie nicht in die Hände der Konföderierten fielen.
Bei Kriegsbeginn waren 283 Absolventen der US-Militärakademie in West Point, New York in die Armee der Konföderierten Staaten von Amerika übergetreten. 642 Absolventen verblieben in der Unionsarmee. Viele der zukünftigen Südstaatenoffiziere brachten jedoch mehr Erfahrung mit – sie waren Regimentskommandeure oder Abteilungsleiter im Ministerium gewesen.
In der Konföderation gab es keinen Oberbefehlshaber der Armee und der Marine. Die Armee führte Präsident Jefferson Davis selbst – er war Offizier, West-Point-Absolvent und Kriegsminister der Union gewesen, die Marine führte der Marineminister.
Präsident Abraham Lincoln war Oberbefehlshaber aller Streitkräfte der Union. Die Führung der Streitkräfte überließ er Brevet-Generalleutnant Winfield Scott, der weitgehend unabhängig vom Kriegsministerium handelte.
Verlauf
1861
Die Einteilung in Kriegsschauplätze ergab sich aus der geografischen Struktur der Vereinigten Staaten. Von der Atlantikküste bis zu den Appalachen erstreckte sich der östliche, zwischen den Appalachen und dem Mississippi lag der westliche Kriegschauplatz und das Gebiet westlich des Mississippi ausschließlich der an den Pazifik grenzenden Staaten bildete den Kriegsschauplatz Trans-Mississippi. Die an der Westküste liegenden Staaten und Territorien bildeten den Kriegsschauplatz Pazifikküste und die Küsten der Südstaaten inklusive der Mississippimündung bildeten den Kriegsschauplatz Untere Küste und Golfzugänge.
Strategische und politische Entwicklung
Den nördlichen Südstaaten und Arkansas gab die Forderung Lincolns nach 75.000 Soldaten den Anlass, aus der Union auszutreten. Beide Kriegsparteien rechneten jedoch mit einer kurzen Kriegsdauer – der Süden hatte die Soldaten für ein Jahr, der Norden sogar nur für drei Monate verpflichtet.Cartoon 1861
Die Konföderierten rechneten mit der diplomatischen Anerkennung durch Frankreich und England und bestellten Kriegsschiffe in England. Königin Victoria erklärte zunächst die Neutralität Großbritanniens im inneramerikanischen Konflikt. Kriegsziel der Konföderation war die Sicherung der Unabhängigkeit. Die Südstaaten schlossen einen gewaltsamen Gebietszuwachs auf Kosten der Union aus, ließen aber zu, dass sich weitere Staaten der Konföderation anschlossen. Dazu unterstützten sie die Sezessionsbemühungen der Einwohner von Missouri und Kentucky. Wegen der Forderungen der örtlichen Politiker entstanden überall Milizen und reguläre Truppenteile.
In der Union entstand ein Gerangel um Posten. Erfahrene militärische Ausbilder waren rar und Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft mit einflussreichen politischen Freunden bewarben sich um Offizierspatente. Nach ersten militärischen Erfolgen im Nordwesten Virginias spalteten sich die nordwestlichen Countys unter dem „Restored Government of Virginia“ von der Konföderation ab und beantragten die Aufnahme in die Union. Der US-Kongress stimmte am 4. Juli der vom Präsident Lincoln beantragten Einberufung von weiteren 500.000 Freiwilligen zu und beschloss am 22. Juli, dass die Abschaffung bestehender Institutionen nicht das Ziel des Konflikts mit dem Süden sei.
Nach den ersten Siegen nahm der Süden Missouri und Kentucky in die Konföderation auf. Präsident Jefferson Davis ernannte Botschafter in England, Frankreich und Spanien. Die Konföderation ging davon aus, dass England die Royal Navy zum Schutz des Handels mit der dringend benötigten Baumwolle einsetzen würde. Um den Druck auf die europäischen Mächte noch zu verstärken, verhängten die Konföderierten auch ein inoffizielles Baumwoll-Embargo. Der Präsident der Südstaaten bot bewaffneten Privatschiffen Kaperbriefe an, um sie als Hilfskreuzer gegen die US-Handelsmarine einzusetzen. Die Bevölkerung wählte bei den Wahlen am 6. November den einzigen Kandidaten Jefferson Davis zum regulären Präsidenten der Konföderierten Staaten.
Der US Navy gelang es, zwei der ernannten Botschafter auf dem englischen Postschiff Trent gefangenzunehmen. Großbritannien verhängte daraufhin ein Exportverbot und verstärkte seine Truppen an der kanadischen Grenze. Die USA sahen sich gezwungen, die beiden konföderierten Diplomaten freizulassen.
General Scott reichte seinen Abschied ein und wurde am 1. November entlassen. Ihm folgte Generalmajor George B. McClellan als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte.
Im Süden wurde gegen Ende des Jahres klar, dass die Logistik eines der größten Probleme war. Dafür standen nur ca. 8.500 Meilen Schienen im Gegensatz zu ca. 22.500 Meilen im Norden zur Verfügung, ein trotz des Vorteils der inneren Linien nicht zu vernachlässigender Nachteil. Ein zweites Problem entstand durch die Menschen – im Herbst verließen immer mehr Soldaten ihre Einheiten, um zu Hause nach dem Rechten zu sehen und im Frühjahr zum Kämpfen zurückzukehren.
Kriegsschauplatz Trans-Mississippi
| <center>Operationen zum Erlangen der Kontrolle über Missouri |
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| Boonville – Carthage – Wilson’s Creek – Dry Wood Creek – Lexington I – Liberty – Fredericktown – Springfield I |
| <center>Operationen im Indianerterritorium |
| Round Mountain – Chusto-Talasah – Chustenahlah blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Missouri war der in sich zerstrittenste Staat. Im Mai kam es zu Unruhen in St. Louis. Nach den Siegen über die Unionstruppen bei Wilson’s Creek und Lexington, Missouri gelang es denen, die Südstaatler in die Südwestecke des Staates zu vertreiben. Gegen Ende des Jahres wurde Missouri in die Konföderation aufgenommen, obwohl fast der gesamte Staat von einem unionstreuen Gouverneur regiert wurde.
Die im Indianerterritorium lebenden verschiedenen Stämme der Eingeborenen wurden von beiden Seiten heftig umworben. Der Süden schloss am 12. Juli einen Beistandspakt mit Choctaw und Chickasaw, die Cherokee schlossen sich ebenfalls dem Süden an. Die Oberen Creek unterstützten den Norden, die Seminolen waren gespalten. Viele Indianer wurden in Regimentern auf beiden Seiten eingesetzt. Im November und Dezember versuchten die Südstaatler, die mit den Nordstaaten verbündeten Indianer aus dem Indianerterritorium zu vertreiben, um Unentschiedene auf ihre Seite zu bringen. Die drei Gefechte, an denen auf Seiten der Südstaaten nicht nur Indianer, sondern auch reguläre Truppen beteiligt waren, entschieden die Konföderierten für sich.
Im New Mexico Territorium organisierten Südstaatler den Aufbau von Truppenteilen. Im Juli kam es zu ersten Scharmützeln mit Unionstruppen. Am 1. August erklärten die Südstaaten das Territorium von New Mexico südlich des 34. Breitengrades zum konföderierten Territorium Arizona.
Westlicher Kriegsschauplatz
Ulysses grant 001.jpg
Generalmajor |
Albert Sydney Johnston.jpg
General |
Hardee William Joseph.jpg
Generalmajor |
Leonidas Polk.jpg
Generalmajor |
Kentucky hatte sich unter einem die Sezession befürwortenden Gouverneur und einem unionstreuen Kongress als neutral erklärt. Diese Neutralität verletzte als erster Generalmajor Leonidas Polk, der kämpfende Bischof genannt, der mit Südstaatentruppen Columbus, Kentucky am Mississippi besetzte. Als Antwort besetzten die Nordstaatler unter Brigadegeneral Ulysses S. Grant Paducah, Kentucky an der Mündung des Tennessee in den Ohio. Von diesem Zeitpunkt an beachtete keine der Kriegsparteien die Neutralität Kentuckys.
Oberbefehlshaber der konföderierten Streitkräfte war General Albert S. Johnston. Ihm unterstanden die Streitkräfte der Konföderation vom Cumberland Gap bis zum Mississippi. Diese Streitkräfte waren denen der Union unterlegen, besaßen jedoch den Vorteil guter Verbindungslinien und einheitlicher Führung. Im Westen war Polk, im Osten Generalmajor William J. Hardee verantwortlich.
| <center>Operationen im östlichen Kentucky |
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| Barbourville – Camp Wild Cat – Ivy Mountain – Rowlett’s Station |
| <center>Operationen am Zusammenfluss von Mississippi und Ohio |
| Belmont blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Die Organisation der Streitkräfte der Nordstaaten war dreigeteilt und hatte keinen Oberbefehlshaber. Angriffe über den Mississippi fanden in einem jeweils anderen Organisationsbereich und nicht mit diesem koordiniert statt. Durch die Besetzung Paducahs war es der Union gelungen, die eventuelle Sezession Kentuckys zu verhindern.
Beide Kriegsparteien versuchten nun durch militärischen Druck, die Bevölkerung Kentuckys für ihre Seite zu gewinnen. Brigadegeneral Felix K. Zollicoffer führte im Oktober einen Feldzug aus dem östlichen Tennessee mit dem Ziel durch, entlang der Wilderness Road ins Bluegrass Country vorzustoßen und Lexington, Kentucky zu erobern. Der Feldzug scheiterte und Zollicoffer musste am Cumberland südlich Somerset, Kentucky überwintern.
Grant beabsichtigte im November, die unionstreuen Missourier mit einem Angriff auf Columbus zu entlasten. Es gelang ihm, die konföderierten Truppen Polks zu vertreiben, die auf das Missouri-Ufer übergesetzt hatten – der Angriff auf Columbus musste aber abgebrochen werden. Diese Aktion zu einer Zeit, als die Union an allen Fronten tatenlos war, wurde als Erfolg gewertet.
Die Südstaaten besetzten Bowling Green, Kentucky und bestimmten es zur Hauptstadt des konföderierten Kentucky, das als deren 13. Staat in die Konföderation aufgenommen wurde.
Östlicher Kriegsschauplatz
George B. McClellan (general).jpg
Generalmajor |
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Generalmajor |
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General |
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General |
Die Konföderation gab das Potomacufer gegenüber Washington auf und richtete sich unter der Führung Generalmajor P.G.T Beauregards am Flüsschen Bull Run, der von Nordosten nach Südwesten in die Chesapeake Bay fließt, zur Verteidigung ein. Gleichzeitig versuchten Truppen der Südstaaten, die sezessionswilligen nordwestlichen Countys Virginias unter Kontrolle zu behalten. Das Shenandoahtal war der „Brotkorb“ Virginias und stellte gleichzeitig eine Möglichkeit dar, Truppen im Schutz der Blue Ridge Mountains nach Norden zu verschieben. Hier waren Truppen unter Generalmajor Joseph E. Johnston stationiert.
| <center>Operationen im westl. Virginia |
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| Philippi Races – Rich Mountain – Kessler’s Cross Lanes – Carnifex Ferry – Cheat Mountain – Greenbrier River – Camp Allegheny |
| <center>Manassas-Feldzug |
| Hoke Run – Blackburn’s Ford – Erste Schlacht am Bull Run |
| <center> McClellans Operationen im nördlichen Virginia |
| Ball’s Bluff – Dranesville blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Generalmajor George B. McClellan wurde Anfang Mai zum Befehlshaber des Wehrbereichs Ohio ernannt und ging einen Monat später gegen die Verbände der Konföderierten im westlichen Virginia vor. Mit einem langsam und vorsichtig durchgeführten Feldzug gelang es McClellan bis Mitte Juli, die Konföderierten zu besiegen und die Sezession des Nordwesten Virginias von der Konföderation zu ermöglichen. Bis zum Ende des Jahres wurde das Gebiet westlich der Shenandoah und Allegheny Mountains bis zum Ohio für die Union gesichert.
Am Potomac gegenüber des Shenandoahtals führte Generalmajor Patterson eine 18.000 Mann starke Division aus dreimonatig-Freiwilligen. Rund um Washington führte Generalmajor McDowell ein Korps der US-Armee mit 28.000 Mann. Die wenigen Erfolge auf dem Kriegsschauplatz errang McClellan, der dadurch zum ersten Kriegshelden wurde. Von der Öffentlichkeit gedrängt, befahl Lincoln schließlich McDowell, gegen die Stellungen der Südstaaten am Bull Run vorzugehen. Um eine Verstärkung der Truppen Beauregards zu verhindern, befahl Scott General Patterson, Johnstons Armee im Shenandoahtal zu binden.
Mit dem Ablauf der 90-Tage-Frist der Einberufung brach Patterson jedoch seinen Auftrag ab. McDowell griff die Konföderierten am Bull Run an. Der Rückzug Pattersons ermöglichte es den Konföderierten, Truppen aus dem Shenandoahtal abzuziehen und Beauregard bei Manassas zu verstärken. Zum ersten Mal wurde die Eisenbahn zur taktischen Verlegung von Truppen genutzt. Die Konföderierten nutzten den Sieg bei Manassas nicht aus, nach der Schlacht blieben die Stellungen entlang dem Bull Run nahezu unverändert.
Der bisher erfolgreichste Truppenführer der Union, Generalmajor McClellan, wurde nach Washington berufen und mit der Aufstellung einer starken Armee, der späteren Potomac-Armee, beauftragt. Immer wieder betonte er gegenüber dem Präsidenten, die Armee sei noch nicht für ein offensives Vorgehen bereit. Als Konzession gegenüber Lincoln ordnete er zwei Aktionen auf dem Südufer des Potomac an, von denen eine zum Desaster wurde und den Politikern eine Handhabe gab, einen „Gemeinsamen Ausschuss für die Kriegsführung“ (Congressional Joint Committee on the Conduct of the War) zu berufen, der das Verhalten von Offizieren bei Kämpfen beurteilen sollte. Damit konnten besonders demokratisch eingestellte Offiziere überwacht werden. Am 1. November wurde McClellan Nachfolger Winfield Scotts – zum ersten Mal lag die Führung aller Streitkräfte der Union in der Hand eines durchsetzungswilligen Generals.
Im Süden führte der Sieg bei Manassas zu der Annahme, dass der Union jetzt nichts anderes übrig bliebe, als die Konföderation anzuerkennen.
Seekrieg
Die Industrialisierung der Südstaaten war weit weniger vorangeschritten als die des Nordens. Allein die Fabriken des Staates Massachusetts produzierten mehr Güter als die des gesamten Südens.[7] Die neu gegründete Konföderation war deswegen darauf angewiesen, für die Kriegsführung wichtige Güter aus dem Ausland zu importieren und dafür Baumwolle zu exportieren.
| <center>Blockade der Chesapeake Bay |
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| Sewell’s Point – Aquia Creek – Big Bethel |
| <center>Blockade des Potomac |
| Cockpit Point |
| <center>Blockade der Küste Carolinas |
| Hatteras Inlet Batteries |
| <center>Operationen während der Blockade des Golfs |
| Santa Rosa Island blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Um die Südstaaten von dieser wichtigen Nachschub- und Geldquelle abzuschneiden, verhängten die USA, entsprechend den Plänen von General Winfield Scott, bereits im späten Frühjahr 1861 eine Blockade der südstaatlichen Küste. Dies stellte die US-Navy aber vor eine große Herausforderung, da sie mit ihren wenigen Schiffen eine Küste von rund 3.500 Meilen mit zehn großen Seehäfen blockieren musste.[8] Neben der anfänglich unzureichenden Stärke stand die Marine außerdem vor dem Problem, nur wenige Stützpunkte im Süden zu haben. Die Blockade im ersten Kriegsjahr war deswegen nicht besonders effektiv: Von zehn Schiffen, die sie zu durchbrechen versuchten, kamen 1861 noch rund neun durch.[9]
Die Konföderation versuchte im Gegenzug, das Auslaufen ihrer Schiffe aus der Chesapeake Bay zu unterstützen und gleichzeitig die Chesapeake Bay und die Trichtermündung des Potomac zu blockieren. Streitkräfte der Union versuchten mehrfach erfolglos, die konföderierten Küstenbatterien zu vernichten. Die Mündung des Potomac blieb bis März 1862 gesperrt.
Um die Lage der Blockadeflotte zu verbessern und ihre Arbeit einfacher zu machen, beschloss die Marine, weitere Stützpunkte und Häfen im Süden zu erobern, beziehungsweise für Blockadebrecher zu verschließen.
Ende August eroberte eine amphibische Kampfgruppe die Forts Hatteras und Clark in North Carolina und verschloss damit den Blockadebrechern den Pamlico Sund. Das gleiche Schicksal widerfuhr drei Monate später dem Port Royal Sund in South Carolina: Eine US-Flotte unter dem Befehl von Samuel DuPont zwang Fort Beauregard und Fort Walker zur Aufgabe und ermöglichte die Besetzung des Hafens Port Royal und seiner Umgebung.
Im Golf von Mexiko wurde außerdem Ship Island in der Mississippimündung erobert, das im weiteren Kriegsverlauf zum Ausgangspunkt für weitere Unternehmungen gegen New Orleans wurde.
Der Süden, dem Norden auf See deutlich unterlegen, setzte auf neu entwickelte Waffen. So verwendeten die Südstaaten torpedoes genannte Seeminen, um ihre Häfen und Flüsse zu schützen.
1862
Strategische und politische Entwicklung
Der Süden beschränkte sich nach den Siegen im Herbst zu Beginn des Jahres auf defensive Maßnahmen. Die führenden Persönlichkeiten glaubten in Erinnerung an den Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, es reiche aus, das Territorium zu halten, um von der Union als Staat anerkannt zu werden. Auf diese Art hatten die amerikanischen Kolonien im Unabhängigkeitskrieg trotz gewaltiger materieller Unterlegenheit und zeitweisem Verlust ihrer bedeutendsten Städte das mächtige Britische Imperium besiegt. Da die Überlegenheit des Nordens gegenüber dem Süden weit geringer war als die des Britischen Imperiums gegenüber den 13 Kolonien, stand auch die Mehrheit der Militärexperten dieser Zeit auf dem Standpunkt, dass der Norden einen Krieg gegen den Süden nicht gewinnen und diesen in die Union zurückzwingen könnte. Im Gegensatz zu den amerikanischen Befehlshabern um George Washington, die während des Unabhängigkeitskrieges durchaus bereit waren, Territorium zu opfern, um die Schlagkraft ihrer Truppen zu erhalten, ging der Süden jedoch davon aus, dass alles verteidigt werden müsse. Die Umsetzung dieser Doktrin führte deshalb zu einer Verzettelung der Kräfte, da an allen möglichen Angriffszielen sowohl an den Grenzen zum Norden als auch entlang der gesamten Küste Truppen stationiert wurden. Die so in kleine Kontingente zersplitterten und voneinander isoliert postierten Truppen sahen sich dann im Falle eines Angriffs des Nordens auf ihre Stellungen oft weit überlegenen Truppenkontingenten gegenüber, gegen die sie nichts ausrichten konnten.
Die Blockade durch die Nordstaaten war 1862 noch nicht durchschlagend. Da aber fast die gesamte Kriegsgüter produzierende Industrie in den Nordstaaten lag, begann in den agrarisch geprägten Südstaaten der Aufbau einer Kriegsgüterproduktion. Schon bald stand diese Industrie mit der Armee im Wettbewerb um männliche weiße Arbeitskräfte. Der Kongress genehmigte am 23. Januar, 400.000 Freiwillige und Milizionäre einzuberufen.
Der Norden hatte die Zeit nach den Niederlagen genutzt, seine Truppen neu zu organisieren und auszubilden. Auf Druck der Politiker und der Öffentlichkeit, endlich aktiv gegen den Süden vorzugehen, befahl Lincoln am 27. Januar im Kriegserlass Nr. 1[10], dass alle Armeen am 22. Februar mit Offensiven beginnen sollten. Lincoln entband McClellan am 11. März vom Kommando als Oberbefehlshaber der Streitkräfte[11] und führte die Streitkräfte gemeinsam mit Verteidigungsminister Stanton. Mit der größten Armee, die jemals auf amerikanischen Boden existiert hatte, griff McClellan auf der Virginia-Halbinsel an und drang immer weiter nach Richmond vor. Schließlich scheiterte er nur wenige Meilen vor Richmond an General Lee. Der Süden setzte während des Feldzuges zum ersten Mal eine neue Waffe ein: bei der Redoubt No. 4 bei Yorktown, Virginia detonierten die ersten Landminen.[12]
Jefferson Davis ernannte General Lee am 3. März zu seinem militärischen Berater. Der Kongress führte unter dem Eindruck der Niederlagen im Westen am 16. April die Wehrpflicht für weiße Männer im Alter von 18 – 35 Jahren für die Dauer der Feindseligkeiten ein. Im Westen konzentrierte Albert S. Johnston seine Truppen im Raum Corinth, Mississippi und im Osten begann der einer strategischen Defensive verhaftete Joseph E. Johnston, sich der Invasion der Virginia-Halbinsel entgegenzustellen. Die Aufgabe von Gelände entsprach nicht der Doktrin der Konföderation und führte zu heftigen Kontroversen mit Jefferson Davis. Die größte Stadt der Konföderation, New Orleans, Louisiana, ging am 25. April verloren, der Unterlauf des Mississippi wurde bis Vicksburg, Mississippi von der Union beherrscht. Mit dem erstmaligen Aufeinandertreffen zweier gepanzerter Schiffe im Frühling endete die Ära der hölzernen Kriegsschiffe und die Ära der dampfgetriebenen Panzerschiffe begann.
Präsident Lincoln bat die Gouverneure der Bundesstaaten am 2. Juli, weitere 300.000 Freiwillige einzuberufen und der Bundesarmee zur Verfügung zu stellen. Der Kongress ermächtigte den Präsidenten am 17. Juli, Farbige zu den Streitkräften einzuziehen. Am selben Tag wurden alle wehrfähigen Männer zwischen 18 und 45 Jahren zum neunmonatigen Dienst in den Milizorganisationen der Bundesstaaten verpflichtet. In Alabama trat das unionstreue Winston County aus der Konföderation aus und stellte 2.000 Soldaten für den Norden.
Auf allen Kriegsschauplätzen wurde die Konföderation im Sommer und Herbst wieder offensiv. Im Westen marschierte Generalleutnant Braxton Bragg nach Kentucky, im Osten drang Lee nach Maryland ein. Ziel war es, durch die Besetzung Marylands, Pennsylvanias und Missouris die europäischen Mächte zur völkerrechtlichen Anerkennung der Konföderation zu bringen, mit den Nordstaaten einen Kompromißfrieden zu schließen, Herbstoffensiven der Nordstaaten in Virginia und Tennessee zu verhindern und Lincolns Position gegenüber den Kriegsgegner im Norden zu schwächen.
Nach der Abwehr der Invasion in Maryland durch die Schlacht am Antietam verkündete Lincoln eine vorläufige Emanzipationserklärung für alle Sklaven, die am 1. Januar in den sezessionistischen Gebieten in Kraft treten sollte. Die Emanzipationserklärung erlaubte allen Staaten, die vor dem 1. Januar in die Union zurückkehrten und Maryland und Delaware weiterhin die Sklaverei. Das Kriegsziel blieb nach wie vor die Wiederherstellung der Union und nicht die Abschaffung der Sklaverei. Bei den Wahlen zum Kongress behielten die Republikaner trotz deutlicher Verluste an die Demokraten die Mehrheit.
Im Süden wurde am 27. September das Höchstalter von Wehrpflichtigen, beginnend mit dem 15. Juli 1863, auf 45 Jahre erhöht. Davis betonte erneut, keine Gebietsansprüche an den Norden zu stellen. Im Dezember gelang es den Südstaatenarmeen, auf den westlichen und östlichen Kriegsschauplätzen Angriffe der Nordstaaten abzuwehren. Die Blockade zeigte erste Versorgungsengpässe, in der Kriegsindustrie herrschte Rohstoffmangel und eine Inflation schwächte die Währung.
Trotz der Abhängigkeit der Europäer von Baumwollimporten aus der Konföderation zeigten die Monarchien Europas zwar Wohlwollen für die Sache des Südens, hielten sich aber zurück, was die Anerkennung der Konföderation anging. Nach den konföderierten Siegen im Sommer und den Offensiven auf nordstaatliches Territorium wurde jedoch auch in der britischen Regierung eine Anerkennung der Südstaaten in Erwägung gezogen.[13] Die Nachricht von der Niederlage der Konföderierten bei Antietam und die darauf folgende Emanzipationserklärung setzten diesen Erwägungen aber ein Ende. Die europäischen Staaten unterstützten die Konföderation weiterhin lediglich durch den Export von für den Süden kriegswichtigen Gütern, von denen jedoch immer weniger wegen der Blockade durch die Nordstaaten die Konföderation erreichten.
Kriegsschauplatz Trans-Mississippi
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Generalmajor |
Generalmajor |
Generalmajor |
| <center>Operationen im nordöstlichen Missouri |
|---|
| Mount Zion Church – Roan’s Tan Yard |
| <center>Pea Ridge-Feldzug |
| Pea Ridge |
| <center>Prairie Grove-Feldzug |
| Cane Hill – Prairie Grove |
| <center>Operationen zur Niederschlagung des Sioux-Aufstandes |
| Fort Ridgely – Wood Lake |
| <center>Sibleys New Mexico-Feldzug |
| Valverde – Glorieta Pass – Peralta |
| <center>Operationen nördlich der Boston Mountains |
| Kirksville – Independence I – Lone Jack – Newtonia I – Clark’s Mill – Old Fort Wayne |
| <center>Operationen am Cache River, Arkansas |
| Hill’s Plantation blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Die vollständige Eingliederung Missouris in das Staatsgebiet war das wichtigste Ziel der Konföderation auf dem Kriegsschauplatz. Dazu übernahm der energische Generalmajor Earl van Dorn den Oberbefehl über die konföderierten Streitkräfte in Missouri und Arkansas. In Kansas verhängte die Union das Kriegsrecht. Van Dorns West-Armee rückte am 4. März gegen die Verteidigungsstellungen der Nordstaatler am Sugar Creek, nordwestlich von Fayetteville, vor. Auf Seiten der Südstaatler kämpften Choctaw, Chickasaw, Cherokee und Seminolen. In der Schlacht von Pea Ridge, Missouri standen die Konföderierten Brigadegeneral Samuel Curtis’ Südwest-Armee gegenüber, zu der auch Sigels „Missouri- und Illinois-Deutsche“ gehörten. Van Dorn musste das Schlachtfeld erst räumen, als ihm die Munition ausging.
Die Bedrohung Missouris durch die Konföderierten war für 1862 abgewehrt. Das bedeutete nicht, dass es zu keinen Kampfhandlungen mehr kam.
Der Kampf um Missouri nahm die Form eines Guerillakrieges an. Die Konföderierten – „Bushwhackers“ („Strauchdiebe“) genannt – legten immer wieder Hinterhalte und überfielen Truppen der Nordstaaten. Beide Seiten drangsalierten häufig die Zivilbevölkerung. Historiker schätzten, dass die Bevölkerungszahl Missouris während des Bürgerkrieges um ¹/₃ sank. Nach dem Krieg behielt eine dieser Gruppen ihre Waffen und mordete und überfiel unter der Führung Jesse James’ und seines Bruders Frank bis 1881 Banken.
Die Union stellte im Oktober erstmalig Farbige als Freiwillige in Missouri ein. Die Südstaatler erzielten bei Prairie Grove, Arkansas am 7. Dezember ein taktisches Unentschieden, das jedoch eine strategische Niederlage darstellte, da als Folge Nordwest-Arkansas fest in der Hand der Union verblieb.
In Minnesota erhoben sich im August die Santee, ein Sioux-Volk. Armeeeinheiten gelang es, den Aufstand im September niederzuschlagen. Opfer des Aufstandes war in erster Linie die Zivilbevölkerung beider Seiten. In einer Massenexekution wurden am 26. Dezember 38 Santee gehängt.
Im Arizona-Territorium brach Brigadegeneral Sibley mit einer Brigade auf, um das New Mexico-Territorium für die Konföderierten zu erobern. Gleichzeitig sollten die Goldfelder in Colorado besetzt und die Häfen Kaliforniens bedroht werden. Nach Anfangserfolgen musste Sibley nach der Schlacht am Glorieta Pass nach Süden ausweichen. Den Konföderierten gelang zwar der Sieg über die Unionstruppen, gleichzeitig vernichteten die Nordstaatler jedoch seinen Tross. Der Rückzug der Konföderierten nach El Paso, Texas bedeutete das Ende der Invasion des New Mexico-Territoriums.
Westlicher Kriegsschauplatz
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General |
Wie auf dem Kriegsschauplatz Trans-Mississippi ging es auch auf diesem Kriegsschauplatz um den Besitz eines Staates – Kentucky. Konföderierte Truppen drangen von Virginia aus in den Nordosten Kentuckys ein. Südstaatler unter Brigadegeneral Zollicoffer standen nördlich des Cumberland im mittleren Kentucky bei Somerset. Columbus am Mississippi war nach wie vor besetzt.
| <center>Konföderierte Offensive im östlichen Kentucky |
|---|
| Middle Creek – Mill Springs |
| <center>Vorstoß der Union entlang des Cumberland und des Tennessee |
| Fort Henry – Fort Donelson – Shiloh – Corinth I |
| <center>Gemeinsame Operationen gegen New Madrid, Insel Nr. 10 und Memphis |
| New Madrid – Insel Nr. 10 – Fort Pillow I -Memphis |
| <center>1. Vicksburg-Feldzug |
| Chickasaw Bayou |
| <center>Konföderierte „Heartland“ Offensive |
| Chattanooga I – Murfreesboro I – Richmond – Munfordville – Perryville |
| <center>Gemeinsame Operationen gegen Iuka und Corinth |
| Iuka – Corinth II – Hatchie’s Bridge |
| <center>Stones River-Feldzug |
| Hartsville – Stones River |
| <center>Operationen im LaFourche Distrikt |
| Georgia Landing |
| <center>Forrests Expedition ins westliche Tennessee |
| Jackson – Parker’s Cross Roads blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Scotts auf einen langen Krieg angelegter Anakonda-Plan wurde zwar nicht reaktiviert, aber als Grundlage des Handelns genommen. Um in Tennessee einzudringen, war es notwendig, den Mississippi und dessen schiffbaren Zuflüsse zu beherrschen. Die Forts Henry und Donelson schützten den Tennessee und den Cumberland. Brigadegeneral Grant führte eine gemeinsame Operation von Heer und Marine gegen Columbus durch, um das geplante 7Vorgehen Generalmajor Don Carlos Buells nach Tennessee zu verschleiern. Da es jedoch keine einheitliche Führung gab, trat Buell überhaupt nicht an. Die Ohio-Armee griff lediglich im Januar die Konföderierten bei Prestonsburg und Somerset an. Einer der Kommandeure war der spätere Präsident James A. Garfield. Die Südstaatler wichen nach Virginia und südlich des Cumberland aus. Die Union hatte ihren ersten Sieg auf dem Kriegsschauplatz erfochten.
Grant griff in einer weiteren gemeinsamen Operation im Februar zunächst die Forts Henry und Donelson an. Fort Henry wurde von den Konföderierten geräumt und aufgegeben, Fort Donelson kapitulierte bedingungslos. Grant erhielt hier seinen Spitznamen – anstelle von „Ulysses Simpson“ „Unconditional Surrender“ Grant. Durch die Niederlage verlor der konföderierte Oberbefehlshaber General Albert S. Johnston ¹/₃ seiner Kräfte. Die Verteidigungslinie zwischen Columbus und Bowling Green konnte nicht mehr gehalten werden. Die Konföderierten evakuierten Columbus und organisierten eine neue Verteidigung entlang der Linie Island No. 10, Tennessee, Corinth, Mississippi und Chattanooga, Tennessee. Die Hauptstadt Tennessees verlegten die Konföderierten von Nashville nach Memphis. Nashville fiel als erste Hauptstadt eines Staates der Konföderation in die Hand der Union.
Generalmajor Henry W. Halleck entband Grant seines Kommandos. Lincoln setzte Grant mit den Worten „I can’t spare this man, he fights.“ („Ich kann diesen Mann nicht entbehren, er kämpft.“) als Oberbefehlshaber der West-Tennessee-Armee wieder ein. Buell lehnte eine gemeinsame Operation gegen Corinth ab. Lincoln ernannte deshalb Halleck im März zum Oberbefehlshaber auf dem Kriegsschauplatz und stellte so die einheitliche Führung her. Halleck befahl Grant, den Tennessee flussaufwärts zu fahren, bei Pittsburg Landing in der Nähe von Shiloh, Tennessee an Land zu gehen, dort auf die über Land marschierende Armee Generalmajor Don Carlos Buells zu warten und gemeinsam die Konföderierten bei Corinth anzugreifen.
Albert S. Johnston beabsichtigte, Grant noch vor dem Eintreffen Buells zu schlagen, und marschierte von Corinth nach Shiloh. Wegen schlechten Wetters verzögerte sich der Angriff und Grants Armee wurde durch das Eintreffen Buells gerettet. Johnston wurde während der Schlacht tödlich verwundet und Beauregard zu seinem Nachfolger ernannt. Die Konföderierten wichen in das befestigte Corinth aus. General Halleck griff aus Pittsburg Landing mit 100.000 Mann Corinth an. Nach einer fast einmonatigen Belagerung verließen die Konföderierten unter Beauregard die Stadt, in erster Linie wegen der katastrophalen hygienischen Bedingungen. Damit waren die für den Süden wichtigen Eisenbahnverbindungen aus dem Norden und aus dem Westen unterbrochen.
Am Mississippi gelang es den Nordstaatlern, die Sperren des Flusses bei New Madrid, Missouri, Island No. 10 und Fort Pillow zu durchbrechen und Memphis zu besetzen. Im Juni versuchten die Nordstaatler, den Mississippi bei Vicksburg, Mississippi umzuleiten und so die Befestigungen zu umgehen. Jefferson Davis bezeichnete Vicksburg als den Nagel, der die zwei Hälften der Konföderation zusammenhält. Der Bau des Kanals misslang.
Die Konföderierten stellten auf dem Yazoo das Panzerschiff CSS Arkansas fertig, das im Juli die Unionsflotte nördlich von Vicksburg passierte und in den Schutz von Vicksburg einlief. Mehrere Versuche, die Arkansas zu versenken, scheiterten.
Im August sollte das Schiff Generalmajor Breckinridge bei einem Angriff auf Baton Rouge unterstützen. Die Maschinen des Schiffes versagten und es musste aufgegeben werden. Der Angriff auf Baton Rouge misslang ebenfalls, die Stadt wurde jedoch kurze Zeit später von den Nordstaaten geräumt und erst im Dezember wieder besetzt.
Die Union versuchte im Sommer durch einen Angriff auf Chattanooga, Tennessee vollständig unter Kontrolle zu bekommen. Nahezu gleichzeitig marschierten zwei Armeen der Südstaaten unter Generalmajor Edmund Kirby Smith und Braxton Bragg, der Beauregard abgelöst hatte, in Richtung Kentucky. Den Konföderierten gelang im September die Einnahme Frankforts, Kentucky, und Munfordvilles, Kentucky. General Don Carlos Buell verfolgte die konföderierten Armeen. Im Süden griff Earl van Dorn im Oktober erfolglos Corinth, Mississippi, an, und verhinderte trotzdem, dass Buells Armee verstärkt werden konnte. Bragg wich nach der Schlacht von Perryville Mitte Oktober aus Kentucky nach Chattanooga aus. Die Sommeroffensiven der Konföderation waren trotz der Siege erfolglos und verlustreich geblieben.
Braxton Bragg besetzte gegen Ende des Jahres erneut Murfreesboro, Tennessee. Neuer Oberbefehlshaber der konföderierten Truppen westlich der Appalachen und in North Carolina wurde nach seiner Genesung Joseph E. Johnston. Grant bereitete einen Feldzug gegen Vicksburg vor, einzelne Angriffe auf Vicksburg scheiterten. Rosecrans griff Braggs Südstaatler am Stones River in der Nähe von Murfreesboro am 31. Dezember an und zwang ihn am 2. Januar 1863 zum erneuten Ausweichen ins mittlere Tennessee.
Die Bundestruppen versuchten nach der Einnahme von New Orleans, ihr Einflussgebiet in Louisiana zu vergrößern. Die Nordstaatler beabsichtigten, die dortige Zucker- und Baumwollproduktion in die eigene Hand zu bekommen und das Gebiet zur Vorbereitung zukünftiger Operationen zur Beherrschung des Mississippi zu nutzen.
Die Konföderierten führten ab Februar eine neue Art der Kriegsführung ein – die sogenannten Raids. Nathan Bedford Forrest und John Hunt Morgan hießen die beiden erfolgreichsten Generale, denen es immer wieder gelang, tief ins Hinterland vorzustoßen und Eisenbahnlinien und Depots der Union nachhaltig zu zerstören.
Östlicher Kriegsschauplatz
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Generalmajor |
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General |
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Generalmajor |
General Joseph E. Johnston baute nach dem Sieg bei Manassas Verteidigungsstellungen entlang des Bull Run aus. Das Umgehen der Stellungen auf dem Wasserweg verhinderte die Blockade des Potomac und der Chesapeake Bay. Der Held von Manassas, Generalmajor Thomas J. Jackson stellte im Shenandoah-Tal eine Division auf und griff im Januar erfolglos die Baltimore & Ohio Eisenbahnlinie an.
Präsident Lincoln hielt viel vom Oberbefehlshaber, General McClellan. Ungehorsam und Unhöflichkeit ließ er ihm durchgehen. Auf Drängen der Politiker und der Öffentlichkeit enthob Lincoln ihn am 11. März des Oberbefehls. McClellan sollte sich ausschließlich auf die Führung der Potomac-Armee konzentrieren. Den ersten Operationsplan für den Angriff auf Richmond vereitelte General Johnson, weil die Konföderierten die Stellungen am Bull Run aufgaben und auf das Südufer des Rappahannock auswichen.
| <center>Halbinsel-Feldzug |
|---|
| Yorktown – Williamsburg – Eltham’s Landing – Hanover Courthouse – Seven Pines – Sieben-Tage-Schlacht |
| <center>Burnsides North Carolina Expedition |
| Roanoke Island – Elizabeth City – New Bern – Fort Macon – South Mills – Tranter’s Creek |
| <center>Jacksons Operation gegen die B&O Eisenbahn |
| Hancock |
| <center>Jacksons Shenandoah-Feldzug 1862 |
| Kernstown I – McDowell – Front Royal – Winchester I – Cross Keys – Port Republic |
| <center>Nordvirginia-Feldzug |
| Cedar Mountain – Rappahannock Station I – Manassas Station – Thoroughfare Gap – Manassas II – Chantilly |
| <center>Maryland-Feldzug |
| SouthMountain – Harpers Ferry – Antietam – Shepherdstown |
| <center>Fredericksburg-Feldzug |
| Fredericksburg I |
| <center>Goldsboro Expedition |
| Kinston – White Hall – Goldsboro Bridge blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Erst nachdem die unmittelbare Bedrohung der Seewege durch die CSS Virginia ausgeschaltet war, schiffte McClellan die Potomac-Armee am 17. März ein und landete am südöstlichen Rand der Virginia-Halbinsel in Fort Monroe. Die Potomac-Armee war ca. 120.000 Mann stark. Lincoln befahl zur Unterstützung des Feldzuges, Truppen aus dem unteren Shenandoah-Tal und aus der Sicherung Washingtons abzuziehen. Der Halbinsel-Feldzug begann am 5. April mit der Belagerung Yorktowns, Virginia. Die Konföderierten gaben die Stadt nach einem Monat auf und stellten sich bei Williamsburg, Virginia zur ersten Schlacht. McClellan meldete den Ausgang der Schlacht als grandiosen Erfolg, obwohl Johnstons Truppen zwar unter Verlusten geordnet und planmäßig ausweichen konnten. McClellan verfolgte die Konföderierten vorsichtig. Die Zahl der der Potomac-Armee gegenüber stehenden konföderierten Truppen wurde von ihm überschätzt; zeitweise war McClellan davon überzeugt, gegen 200.000 Soldaten kämpfen zu müssen.
Johnston blieb durch das langsame Vorgehen Zeit, seine Großverbände zu verschieben und McClellan über die tatsächliche Stärke der Nord-Virginia-Armee zu täuschen. Da Johnston aber immer weiter in Richtung Richmond auswich, geriet er immer wieder mit Präsident Jefferson Davis aneinander. Ende Mai sah Johnston erstmalig die Möglichkeit, Teile der überlegenen Potomac-Armee zu vernichten. In der Schlacht von Seven Pines gelang es McClellan jedoch, diesen Angriff abzuwehren. General Johnston erlitt in der Schlacht eine schwere Verwundung und ihm folgte General Robert E. Lee als Oberbefehlshaber der Nord-Virginia-Armee nach.
In North Carolina gelang es Generalmajor Ambrose E. Burnside im Winter und Frühjahr die Häfen am Pamlico und Albermarle Sund und New Bern und Fort Macon zu besetzen.
Lee hatte als militärischer Berater des Präsidenten nach seiner Ernennung General Jackson beauftragt, möglichst viele Truppen der Union im Shenandoah-Tal zu binden und so zu verhindern, dass McClellans Vormarsch aus Norden unterstützt werden konnte. Jackson gelang dies mit dem brillant geführten Shenandoah-Feldzug.
Jedes Mal wenn die Unionstruppen das Tal verlassen wollten und aus Norden McClellan unterstützen sollten, griff er die abziehenden Nordstaatler an und bedrohte Washington. Die Bedrohung der Hauptstadt wollte Präsident Lincoln nicht hinnehmen und befahl deshalb, die gerade eingeleiteten Marschbewegungen zur Unterstützung des Halbinsel-Feldzuges zu beenden und die Bedrohung Washingtons zu beseitigen.
Lee verstärkte nach der Schlacht von Seven Pines die Befestigungen Richmonds. Am 26. Juni ergriff er die Initiative und griff die Potomac-Armee an sieben aufeinanderfolgenden Tagen an. Lee konnte während der Sieben-Tage-Schlacht an keinem Tag gewinnen – der übervorsichtige McClellan nutzte die Vorteile jedoch nicht und Lee erzielte seinen ersten strategischen Sieg.
McClellan hatte den Präsidenten immer wieder aufgefordert, ihm für die Dauer des Angriffs auf Richmond alle dazu zur Verfügung stehenden Truppen zu unterstellen. Die Bedrohung Washingtons schätzte McClellan nicht so hoch ein wie Lincoln. Für eine kurze Zeit erhielt McClellan diesen Oberbefehl, aber als Jackson Washington erneut bedrohte, führte Lincoln die Verbände im Norden wieder selbst. McClellan schob aus diesem Grund die alleinige Schuld für das Misslingen des Feldzuges dem Präsidenten zu. Der neue Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte, Generalmajor Henry W. Halleck, befahl am 3. August den Abtransport der Potomac-Armee und die Unterstützung des offensiven Vorgehens der Virginia-Armee unter Generalmajor John Pope. McClellan führte diese Aufträge nur halbherzig und widerwillig aus.
Lee hatte nach dem Abschluss der Kämpfe auf der Virginia-Halbinsel entschieden, Popes Virginia-Armee anzugreifen, bevor diese durch McClellan verstärkt werden konnte. Lee stellte Popes Armee nahe dem Schlachtfeld des letzten Jahres bei Manassas und schlug die Nordstaatler vernichtend. In Abstimmung mit Präsident Davis beschloss Lee eine Invasion Marylands. Dort wollte er die Vorräte der Nord-Virginia-Armee auffrischen und, wenn möglich, Freiwillige aus der Bevölkerung des Grenzstaates für die Armee rekrutieren. Darüber hinaus hoffte Lee, sein Einmarsch könnte die öffentliche Meinung im Norden beeinflussen und Friedensbestrebungen unterstützen.
Die Virginia-Armee war nach der Niederlage bei Manassas in der Potomac-Armee aufgegangen. Nach der Schlacht kam es zur Amtsenthebung eines Kommandierenden Generals, Generalmajor Fitz J. Porter. Nach einem Kriegsgerichtsverfahren aus der Armee entlassen, wurde Porter nach dem Krieg rehabilitiert. McClellan folgte der Nord-Virginia-Armee zögerlich. Am 17. September kam es am Antietam zur Schlacht, während der es McClellan trotz doppelter Überlegenheit wegen mangelhafter Koordination nicht gelang, Lee zu besiegen. Lincoln fordert McClellan im Oktober immer wieder auf, den Gegner zu verfolgen („Give battle to the enemy.“). Erst gegen Ende des Monats überschritt McClellan den Potomac. Die energische Verfolgung der inzwischen reorganisierten Nord-Virginia-Armee unterblieb.
Lee gelang es, die Nord-Virginia-Armee nach Virginia zurückzuführen. Longstreets Flügel bezog Stellungen auf dem Südufer des Rappahannock bei Fredericksburg, Jackson verblieb mit den linken Flügel der Armee im Shenandoah-Tal.
Präsident Lincoln löste auf Druck der Öffentlichkeit General McClellan vom Oberbefehl über die Potomac-Armee am 5. November ab. Sein Nachfolger wurde Generalmajor Ambrose E. Burnside, der sich der Aufgabe aber nicht gewachsen sah. Trotzdem entwickelte er sofort einen Operationsplan zur Eroberung Richmonds. Dazu gehörte als eine der ersten Maßnahme eine Organisationsänderung der 100.000 Mann starken Potomac-Armee. Burnside beabsichtigte den Rappahannock bei Fredericksburg auf Pontonbrücken zu überqueren, die Nord-Virginia-Armee auf dem jenseitigen Ufer zu schlagen und Richmond einzunehmen. Am 13. Dezember kam es zur Schlacht. Alle Angriffe Burnsides scheiterten. Die beiden Armeen lagen sich am Rappahannock gegenüber. Ein erneuter Angriff im Januar 1863 scheiterte im schlechten Wetter.
In North Carolina griffen Unionstruppen die Eisenbahnbrücke bei Goldsboro an. Über diese verlief die Wilmington & Weldon Eisenbahnlinie, auf der wichtige Versorgungsgüter aus Wilmington, die Blockadebrecher dort anlandeten, transportiert wurden. Es gelang den Nordstaatlern, die Eisenbahnbrücke nachhaltig zu zerstören.
Seekrieg
Konteradmiral |
Kapitän zur See |
| <center>Operationen gegen Fort Pulaski |
|---|
| Fort Pulaski |
| <center>Operationen gegen wichtige Städte der Konföderation |
| Forts Jackson and St. Philip – New Orleans – Secessionville – Simmon’s Bluff – Tampa – Baton Rouge – Donaldsonville I |
| <center>Operationen am White River |
| Saint Charles |
| <center>Blockade der texanischen Küste |
| Sabine Pass I – Galveston |
| <center>Halbinsel-Feldzug |
| Hampton Roads – Drewry's Bluff |
| <center>Expedition nach St. John’s Bluff |
| St. John’s Bluff blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
1862 setzte der Norden seine Strategie fort, Häfen entlang der Küste der Südstaaten zu erobern oder für die Blockadebrecher unzugänglich zu machen. In Georgia wurde der Hafen Savannah durch die Besetzung von Fort Pulaski durch US-Truppen für Blockadebrecher gesperrt. In Florida wurden Jacksonville und St. Augustine eingenommen, Pensacola wurde im Mai von den Konföderierten geräumt. Ein Vorstoß der Nordstaaten auf Charleston, South Carolina scheiterte jedoch, als die Südstaatler bei Secessionville einen Sieg errangen.
Um die Blockade zu durchbrechen, setzte der Süden auf neuartige Waffen und baute das Panzerschiff CSS Virginia (gepanzerte Kanonenboote waren bereits zuvor von beiden Seiten eingesetzt worden, allerdings nur auf den Flüssen im Westen). Der Norden reagierte jedoch schnell und baute seinerseits nach dem Entwurf von John Ericsson das Panzerschiff USS Monitor. Am 8. März versenkte oder zerstörte die CSS Virginia am ersten Tag der Schlacht von Hampton Roads zwei hölzerne US-Schiffe und zeigte damit die Überlegenheit der neuen Panzerschiffe. Am folgenden Tag traf sie jedoch auf die USS Monitor.
Das erste Gefecht zwischen gepanzerten Kriegsschiffen endete unentschieden, die Virginia zog sich schließlich zurück. Die von ihr ausgehende Gefahr war durch die Monitor neutralisiert worden. Die Virginia wurde im Mai von den Konföderierten zerstört, als sie aufgrund General McClellans Halbinsel-Feldzug ihren Heimathafen Norfolk verlor.
Den bis dato größten Sieg zur See errang eine US-Flotte unter David Glasgow Farragut. Er eroberte am 25. April New Orleans, die bevölkerungsreichste Stadt des Südens. Farragut stieß in der Folgezeit weiter den Mississippi hinauf vor, eroberte Baton Rouge, passierte die Batterien von Vicksburg und traf sich oberhalb davon mit einer Süßwasserflottille. Für seine Erfolge wurde er zum ersten Konteradmiral der US-Marine ernannt.
Im Oktober eroberten die Nordstaaten den Hafen von Galveston, Texas. Die Stadt wurde jedoch bereits kurze Zeit später, am Neujahrstag 1863, von konföderierten Truppen unter General Magruder zurückerobert und blieb bis Kriegsende in konföderierter Hand.
Der Kaperkrieg (siehe auch Piraterie) der Südstaaten war seit August sehr erfolgreich. Die CSS Alabama mit englischer Besatzung unter Kapitän Raphael Semmes unter Südstaatenflagge brachte 60 Kauffahrer auf und wurde zum Schrecken der US-Handelsschifffahrt, ehe er am 19. Juni 1864 von der Kearsarge versenkt wurde.
1863
Strategische und politische Entwicklung
Die Emanzipationserklärung trat am 1. Januar in Kraft. Die Gründe für die Erklärung waren zum einen, dass der Siegeswille im Norden einen neuen moralischen Impuls brauchte und zum anderen, dass durch einen Kreuzzug gegen die Sklaverei die ständige Bedrohung durch eine Intervention der europäischen Mächte aus dem Weg geschafft wurde. Auf den Krieg hatte die Erklärung entscheidende Auswirkungen. Ein Kompromissfrieden war nicht mehr möglich, denn die Erklärung zog die Zerschlagung der Wirtschaftsordnung des Südens nach sich. Die Demokraten als Kriegsgegner erhielten immer mehr Zulauf. Sie schürten unter anderem Ängste der Bevölkerung, dass Schwarze als billige Arbeitskräfte bald das gesamte Land überfluten würden. Im Juni wurde West Virginia als 35. Staat in die Union aufgenommen.
Das Embargo der Union wurde immer effektiver. Es führte im Süden zu Versorgungsengpässen – Rohstoffmangel gefährdete die Kriegsführung, Inflation schwächte die Währung. Kriegsspekulanten trieben die Preise in die Höhe. In Mobile, Alabama kam es im August zu Unruhen. Die Konföderation schöpfte wegen des Engagements Frankreichs in Mexiko Hoffnung, bei einer Unterstützung der Pläne Napoleons III. doch noch anerkannt zu werden.
Auf beiden Seiten wurden Sanitätskorps zur Versorgung der Verwundeten geschaffen. Erstmals in der Militärgeschichte kamen Hospitalschiffe und -züge zum Einsatz. Massachusetts stellte im Februar das erste „Negerregiment“ auf.
Der Kongress im Norden beschloss am 3. März die allgemeine Wehrpflicht. Auf beiden Seiten war es möglich, sich gegen Zahlung von $ 300,00 freizukaufen oder einen Ersatzmann zu stellen. Deswegen kam es im Juli zu Krawallen in New York, New York, die durch Regimenter, die direkt aus Gettysburg kamen, blutig niedergeschlagen wurden. Lincoln verlangte von den Bundesstaaten im Oktober, weitere 300.000 Freiwillige zu stellen, die mit einem Handgeld geworben werden sollten. Dieses System erwies sich als nicht tauglich. Viele schrieben sich ein, desertierten und schrieben sich erneut ein oder sie schrieben sich unter Pseudonymen mehrfach ein. Die Südstaaten verboten die Gestellung von Ersatzleuten im Dezember.
Die Situation an allen Fronten war zu Beginn des Jahres festgefahren – Grant mühte sich hartnäckig ergebnislos am Mississippi, in Tennessee waren die beiden Armeen nach der Schlacht am Stones River auf ihre Ausgangsstellungen bei Nashville und Chattanooga zurückgegangen und in Virginia standen sich die Armeen am Rappahannock gegenüber. Im März unternahm Grant einen neuen Versuch, Vicksburg zu erobern. Nach dem grandiosen Sieg bei Chancellorsville griff Lee die Union in Pennsylvania an. Diese beiden Operationen endeten nahezu gleichzeitig – bei Gettysburg wurde Lee von Meade geschlagen und einen Tag später kapitulierte Vicksburg. Viele Historiker werteten den Ausgang dieser beiden Schlachten als den Wendepunkt des Krieges zugunsten der Union. Präsident Lincoln erklärte im November das Schlachtfeld von Gettysburg mit der „Gettysburg Address“ zum National Cemetery. Im Herbst gelang der Konföderation noch einmal ein Sieg im Süden Tennessees. Eine weitere Geheimwaffe des Südens, das Tauchboot „CSS H.L. Hunley“ sank endgültig im Hafen von Charleston.
Kriegsschauplatz Trans-Mississippi
| <center>Marmadukes Missouri-Expeditionen |
|---|
| Springfield II – Hartsville – Cape Girardeau – Chalk Bluff |
| <center>Quantrills Raid nach Kansas |
| Lawrence – Baxter Springs Massaker |
| <center>Operationen im westlichen Louisiana |
| Fort Bisland – Irish Bend – Vermillion Bayou |
| <center>Operationen Taylors im westlichen Louisiana |
| LaFourche Crossing – Donaldsonville – Kock’s Plantation – Stirling’s Plantation |
| <center>Vorstoss nach Little Rock |
| Little Rock – Pine Bluff |
| <center>Operationen zur Beherrschung des Indianer-Territoriums |
| Cabin Creek – Honey Springs – Devil’s Backbone |
| <center>Operationen gegen Galveston |
| Galveston II |
| <center>Operationen gegen die Sioux in North Dakota |
| Big Mound – Dead Buffalo Lake – Stony Lake – Whitestone Hill |
| <center>Expedition von Camp Douglas, Utah Territorium nach Cache Valley, Idaho Territorium |
| Bear River (Boa Ogoi Massaker) blau: Sieg der Union rot: Sieg der Konföderation |
Im letzten Jahr war auf dem Kriegsschauplatz ein Patt entstanden. Das Kriegsziel der Konföderation, Missouri zu kontrollieren, konnte auf absehbare Zeit nicht mehr erreicht werden. Den Südstaaten ging es nur noch darum, dem Norden in Missouri möglichst großen Schaden zuzufügen. Dazu war nahezu jedes Mittel recht.
Die Konföderierten führten zumeist Raids gegen Depots und Versorgungslinien der Union durch. Die neuralgischen Stellen wurden besonders gesichert. Dort entbrannten dann heftige Gefechte. Im Oktober gelang es den Südstaatlern durch die Anwendung einer anderen Kampfweise, sie übernahmen die Taktiken der Indianer, Schäden im Gesamtwert mehrerer Millionen Dollar anzurichten.
Die Südstaaten setzten weiter auf Guerillas. Diese führten ihre Operationen nicht entsprechend der Regeln des Krieges durch, d. h. sie kämpften in Zivil oder in Nordstaatenuniformen. Häufig führten sie Terrorangriffe gegen die Zivilbevölkerung durch. Im August überfielen Südstaatenguerillas Lawrence, Kansas und ermordeten 160 unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder (siehe Massaker von Lawrence). Als Vergeltung vertrieben die Nordstaatler 19.000 Südstaatenanhänger aus an Kansas grenzenden Countys.
Die Bundestruppen unter Generalmajor Nathaniel P. Banks, einem „politischen General“, kämpften im April im westlichen Louisiana. Die Kämpfe dienten der Inbesitznahme eines möglichst großen Gebietes Louisianas und zur Sicherung des Verkehrs auf dem Mississippi. Der konföderierte Befehlshaber im westlichen Louisiana führte Gefechte zur Entlastung der Besatzung von Port Hudson während und im Anschluss an die Belagerung durch die Union. Banks rückte im Herbst im westlichen Texas vor, um Frankreich auf Risiken seines Mexikoabenteuers aufmerksam zu machen. Brownsville und Corpus Christi fielen in die Hand der Union. Generalmajor Taylor (CS) versuchte Banks zu stören. Das gelang ihm trotz eines Sieges nich