Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Servolenkung
Aus Kefk.
Zur Reduzierung der Lenkkräfte im Stand, beim Rangieren oder bei geringen Fahrgeschwindigkeiten verfügen heute viele Fahrzeuge über eine so genannte Servolenkung. Je nach Ausführung wird unterschieden:
Hydraulischer Antrieb
Dabei handelt es sich um ein hydraulisches System, bestehend aus der vom Motor angetriebenen Pumpe, dem Ölvorratsbehälter, dem Servoventil, dem Hydraulikzylinder sowie den dazugehörigen Druckleitungen. Aufwändigere Servolenkungen arbeiten geschwindigkeitsabhängig. Die hydraulische Kraftunterstützung der Lenkbewegungen nimmt dann mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit ab.
- Nachteile: Die Servopumpe (Hydraulikpumpe) fördert ständig einen Volumenstrom durch die Lenkung. Da aber die Lenkung bei der Geradeausfahrt oder geringen Lenkbewegungen keine Servounterstützung braucht, fließt das Öl direkt wieder zurück in den Behälter. Den Druck, der dabei entsteht, nennt man Durchflussdruck. Dies lässt sich mit einem Gartenschlauch vergleichen, durch den man ungehindert Wasser fließen lässt. Die Pumpe läuft zwar ständig mit, verbraucht aber weniger Energie als andere Verbraucher im Auto, wie z.B. Klimaanlage, heizbare Heckscheibe, Sitzheizung etc.. In dem Moment, wo eine Lenkbewegung ausgeführt wird, wird ein Teil dieses Volumenstromes in den Arbeitsraum der Lenkung umgeleitet. Es entsteht ein Druck im System. Den höchsten Druck erreicht man dann, wenn man die Lenkung voll in eine Richtung einschlägt. In diesem Moment wird der komplette Volumenstrom in den Arbeitsraum eingeleitet, ohne dass Öl direkt zurückfließen kann. Die Pumpe geht auf Block. Der entstehende Druck wird durch das Druckbegrenzungsventil auf einen maximalen Druck eingeregelt, den sog. Systemdruck. Dadurch entsteht das Pfeifen, welches man hin und wieder beim Einparken hört, da dann der Ölstrom vollständig in die Arbeitsräume der Lenkung eingeleitet wird. In diesem Fall wird die maximale Leistung der Servopumpe erbracht, sie kann, je nach Fahrzeug, 21 kW und mehr betragen. Ein weiterer Nachteil einer hydraulischen Lenkung gegenüber einer elektromechanischen Lenkung ist, daß die Wellendichtringe (Simmerringe) um die Spurstange nach einer gewissen Betriebsdauer undicht werden können und dann ein komplizierter Austausch des Lenkgetriebes notwendig ist, da aus Sicherheitsgründen keine Reparaturen an Teilen der Servolenkung gemacht werden, darum nur komplette Lenkgetriebe gewechselt werden.
- Vorteil: Keine Elektrik, Defekte oder Schäden sind offensichtlich, und die Funktion ist relativ leicht nachzuvollziehen.
Elektrischer Antrieb
Die elektrisch-mechanische Servolenkung ist eine elektrische Hilfskraftlenkung, die nur dann arbeitet, wenn Lenkbewegungen stattfinden. Es gibt zwei verschiedene Systeme.
1. Ein programmgesteuerter Elektrostellmotor übernimmt Steuer- und Lenktätigkeit.
2. Ein programmgesteuerter Elektromotor übernimmt die Funktion der Hydraulikpumpe und fördert Servoöl in ein Lenkgetriebe wie bei dem hydraulischen System. (Elektrohydraulische Servolenkung)
- Nachteile: Elektrische Systeme sind bei Defekten oder Schäden in der Funktion weniger leicht nachzuvollziehen. Bei programmgesteuerten Digitalsystemen gibt es Sicherheitsbedenken bezüglich nicht auszuschließenden Fehlern im Programmcode, den so genannten "Bugs".
- Vorteile: Es muss vom Hersteller keine Servopumpe in Reichweite eines Antriebsriemens montiert werden, somit ist die Platzierung des Lenkgetriebes im Motorraum einfacher. Situations- und bedarfsgerechte Servounterstützung führt zu einer Kraftstoffersparnis von bis zu 0,2 l/100 km. Lenkradmomentregelung in Abhängigkeit der Fahrzeuggeschwindigkeit erlaubt eine Auflösung des Zielkonfliktes von niedrigen Lenkkräften beim Parkieren und höheren Lenkradmomenten im Fahrbetrieb. Das Lenksystem kann für weitergehende Fahrerassistenzaufgaben genutzt werden (z.B. Parkassistent, Spurhalteassistent, etc.).
Siehe auch
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Servolenkung, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
