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Sergei Mironowitsch Kirow

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Sergei Mironowitsch Kirow
Sergei Mironowitsch Kirow

Sergei Mironowitsch Kirow, eigentlich Kostrikow, (russisch Сергей Миронович Киров, wiss. Transliteration Sergej Mironovič Kirov; * 15. März / 27. März 1886 in Urschum im Gouvernement Wjatka; † 1. Dezember 1934 in Leningrad) war ein Vertrauter Stalins und wurde nach der Entmachtung Trotzkis und seiner Anhänger 1926 Parteisekretär der KPdSU von Leningrad. Er wurde 1934 in Leningrad ermordet.

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

Geboren in einer armen Familie hat Sergei Mironowitsch Kostrikow seine Eltern früh verloren. Er wurde zunächst von seiner Großmutter aufgezogen und wuchs später in einem Waisenhaus auf. 1904 trat er in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) ein.

Er nahm an der Russischen Revolution von 1905 teil und wurde arrestiert. Nachdem er kurze Zeit später freigelassen wurde, schloss er sich den Bolschewiken an. Wegen Verbreitung illegaler Literatur wurde er 1906 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach weiterer revolutionärer Aktivität und Gefängnisstrafe ging er in den Kaukasus bis zur Abdankung von Zar Nikolaus II.

Zu dieser Zeit nahm er den Namen Kirow an und wurde Leiter der bolschewistischen Militärverwaltung in Astrachan. Nach der Russischen Revolution 1917 kämpfte er bis 1920 im Russischen Bürgerkrieg und wurde 1921 Sekretär der Parteiorganisation in Aserbaidschan. Er war ein loyaler Anhänger Stalins. 1926 wurde er Erster Sekretär der Leningrader Parteiorganisation.

In den 1930er Jahren wurde Kirow zunehmend populärer, sowohl bei den Parteigenossen als auch beim Volk. Bei der geheimen Wahl zum Zentralkomitee auf dem 17. Parteitag der KPdSU 1934 stimmten 292 Delegierte gegen Stalin und nur drei gegen Kirow, eine Demütigung für Stalin.

Im Politbüro arbeitete er mit Grigori Konstantinowitsch Ordschonikidse zusammen, der 1936 Selbstmord beging. 1934 traten Spannungen zwischen ihm und Stalin auf. Am 1. Dezember 1934 fiel er einem Attentat in Leningrad zum Opfer. Die Hintergründe des Attentats konnten nicht erkannt werden.

Folgen des Mordes

Auch der Mord an Kirow war ein Anlass für die dann in den Jahren 1936 bis 1939 folgenden Verhaftungen, den Stalinschen Säuberungen, den öffentlichen Schauprozessen und den Moskauer Prozessen - in denen in der Sowjetunion hohe Partei- und Staatsfunktionäre auch wegen des Mordes an Kirow, wegen ihrer Beziehungen zur Opposition Trotzkis und angeblicher terroristischer staatsfeindlicher Aktivitäten angeklagt wurden. Als „Beweise“ hierfür dienten vom NKWD durch Folter erpresste Geständnisse der Angeklagten.

Aufgrund des offensichtlichen Nutzens, den Stalin für die Entfachung des Großen Terrors aus dem Mord gezogen hat, gibt es immer wieder Vermutungen, er habe den Mord in Auftrag gegeben. Dafür haben sich allerdings nie Beweise finden lassen. Ebenso möglich erscheint daher die Tat eines frustrierten Einzelnen (Leonid Nikolajew).

Angeblich soll Stalin die Niederschlagung des fingierten Röhm-Putsches durch Hitler 1934 in Deutschland mit der Bemerkung: „Donnerwetter, so muss man mit dem politischen Gegner umgehen!“, kommentiert und in der Folge auch in der Sowjetunion mit dem Kirow-Mord selbst, oder danach, so realisiert haben (Dmitri Wolkogonow, Stalin). Stalin nahm jedenfalls Kirows Tod zum Anlass für die Große Tschistka-Säuberungen, denen Stalingegner in Partei, Verwaltung, Armee und Industrie zum Opfer fielen.

Ehrungen

  • 1934 wurde nach Kirow die Stadt Wjatka in Kirow umbenannt, 1935 das Leningrader Opernhaus Mariinski-Theater in Kirow-Theater. Die Ballettkompagnie dieses Theaters verwendet auch heute, nach der Rückbenennung des Theaters, noch den Namen Kirow-Ballett.
  • 1934 ist die ukrainische Stadt Jelisawetgrad in Kirowo und schließlich Kirowohrad umbenannt worden. So heißt die Stadt noch heute.
  • Zwischen 1935 und 1989 trug die Stadt Gäncä in Aserbaidschan ihm zu Ehren den Namen Kirowabad.
  • Wanadsor, die heute drittgrößte Stadt Armeniens, trug von 1935 bis 1991 den Namen Kirowakan.

Siehe auch

Stalinsche Säuberungen | Moskauer Prozesse

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Sergei Mironowitsch Kirow – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Anmerkung: Bei doppelten Datumsangaben führt der Tag gemäß julianischem Kalender, das folgende Datum gibt den Tag gemäß gregorianischem Kalender an. Der Wechsel des Kalenders fand, je nach Staat, zwischen 1582 und 1812 statt, in einigen Staaten Osteuropas erst Anfang des 20. Jahrhunderts (beispielsweise in Russland zur Oktoberrevolution 1917).
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