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Serbisch-Bulgarischer Krieg
Aus Kefk.
Als Serbisch-Bulgarischen Krieg bezeichnet man den Konflikt zwischen Serbien und Bulgarien um die Vorherrschaft auf dem Balkan 1885/1886, der auch im europäischen Mächtesystem tiefgreifende Änderungen nach sich zog.
Nachdem Bulgarien nach dem russisch-türkischen Krieg 1877/1878 im Frieden von San Stefano zusammen mit Ostrumelien und Makedonien als autonomes, aber weiterhin dem osmanischen Reich tributpflichtiges Fürstentum Großbulgarien etabliert worden war, verwarf der Berliner Kongress 1878 diese Regelung und erklärte nur das um Ostrumelien und Makedonien verkleinerte Bulgarien zum autonomen und tributpflichtigen Fürstentum. Ostrumelien blieb osmanische Provinz mit Verwaltungsautonomie, Makedonien wurde wieder komplett ins osmanische Reich eingegliedert. Ziel bulgarischer Außenpolitik war es fortan, die endgültige Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich und die Wiederangliederung Ostrumeliens an sein Staatsgebiet zu erreichen.
Unter dem Einfluss des wachsenden Nationalismus in allen Balkanländern, der sich sowohl gegen die türkische Fremdherrschaft, als auch gegen die russischen Einflussversuche wandte, brach 1885 ein Aufstand in Ostrumelien gegen die osmanische Herrschaft aus, der auf die Vereinigung mit dem Fürstentum Bulgarien abzielte. Fürst Alexander I. übernahm an Stelle des Generalgouverneurs die Herrschaft über die autonome türkische Provinz Ostrumelien. Der Zusammenschluss wurde dabei von Großbritannien unterstützt, das dadurch unter anderem seine diplomatische Isolation nach der Berliner Kongokonferenz 1884 beenden wollte.
Am 13. November 1885 erklärte Serbien, unterstützt von Österreich-Ungarn, in dessen Interesse die Stärkung eines prorussischen Bulgariens nicht liegen konnte, Bulgarien unerwartet den Krieg. Obwohl sich Bulgarien auf einen bevorstehenden Krieg mit dem osmanischen Reich eingestellt und daher einen Großteil seiner Armee an der türkischen Grenze konzentriert hatte, war es der serbischen Armee in der Schlacht bei Sliwnitza vom 17. bis zum 19. November klar überlegen und marschierte daraufhin in Serbien ein. Erst die Intervention Österreich-Ungarns zugunsten seines Verbündeten Serbien beendete den bulgarischen Vormarsch. Im Frieden von Bukarest vom 3. März 1886 wurde der status quo ante wiederhergestellt.
Im Zuge dieser Ereignisse, die auch unter dem Oberbegriff der Bulgarischen Krise zusammengefasst werden, verschlechterte sich das russisch-österreichische Verhältnis derart, dass der Dreikaiserbund zerbrach. Obwohl der bulgarische Fürst Alexander I. in einer prorussischen Militärrevolte gestützt wurde, wusste sich die bulgarische Regierung jedoch gegen Russland durchzusetzen und Russland hatte seinen gesamten Einfluss auf Bulgarien an Großbritannien verloren. Österreich dagegen konnte seine Stellung und die seines Verbündeten Serbien behaupten und zusätzlich seinen Favoriten Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha-Koháry als neuen bulgarischen Fürsten durchsetzen.
Nur massiver Druck der deutschen Regierung verhinderte einen bewaffneten Konflikt auf dem Balkan, in den auch die Großmächte hineingezogen worden wären. Bismarck musste nun seine Bündnispolitik mit dem so genannten System der Aushilfen retten: Direkte Folge des Scheiterns des Dreikaiserbundes war der Abschluss des Rückversicherungsvertrags und der Mittelmeerentente.
Trivia
Das Theaterstück Helden von George Bernard Shaw ist in diesem Krieg angesiedelt.
