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Senseo

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Senseo-Gerät der ersten Generation
Senseo-Gerät der ersten Generation

Senseo ist das Warenzeichen eines vom Elektronikhersteller Philips (Royal Philips Electronics) entwickelten Kaffeebrühsystems zur Zubereitung von Kaffee und neuerdings in den Niederlanden (Testmarkt) auch Tee.

Inhaltsverzeichnis

Konzept

Der Kaffee wird in vorportionierter Form mittels sogenannter Kaffeepads in das Gerät eingelegt und mit 1 bar Druck gefiltert. Durch die geringe Kontaktzeit des Wassers mit dem Kaffeepulver erreicht man einen vollmundigen Kaffee, der jedoch als Filterkaffee bezeichnet werden kann. Umsteiger von Filterkaffee auf Kaffee von der Senseo-Maschine empfinden den Kaffee am Anfang als eher stark, dies hängt aber vor allem auch mit der Kaffeesorte zusammen, deswegen ist gerade die Sorte „Mild“ sehr beliebt.

Nach einer kurzen Aufwärmzeit nach dem Einschalten und dem Einlegen eines Kaffeepads kann Kaffee hergestellt werden. Es können bis zu zwei Kaffeetassen gleichzeitig gebrüht werden, dazu werden zwei verschiedene Pad-Halter mitgeliefert, einer der Pad-Halter nimmt nur ein Kaffeepad auf, der andere größere Pad-Halter nimmt zwei Kaffeepads gleichzeitig auf. Die Maschine besitzt drei Bedienknöpfe, einen An-/Aus-Schalter und je einen Tastschalter für eine Tasse Kaffee bzw. für zwei Tassen Kaffee. Zusätzlich schaltet sich die Senseo-Maschine nach 60 Minuten Nichtbenutzung automatisch ab. Alle Teile des Brühsystems (außer der Elektronik) und auch das Abtropfbecken können demontiert werden und zum Beispiel auch in einem Geschirrspüler gereinigt werden.

Marketing

Stagnierende Umsätze und Gewinne beim Verkauf von herkömmlichem Kaffee in Form von Bohnen oder Pulver erforderten ein neuartiges Kaffee-Produkt mit einem Alleinstellungsmerkmal. Im Falle der SENSEO-Maschinen umfasste das Produkt- und somit auch das Marketingkonzept folgende Punkte:

  • Umgehung der Preiseinheit EUR pro Gramm Kaffee durch fertig abgepackte Einmal-Verbrauchseinheiten: hierdurch war es möglich, den relativ hohen Preis pro Gramm zu verschleiern. Die Pflicht zur Preisangabe je Standardeinheit des Grundstoffes konnte so umgangen werden.
  • Hervorhebung der Variabilität: Dem Verbraucher war es möglich, verschiedenste Sorten Kaffee vorrätig zu halten und ganz nach Belieben tassenweise zu brühen
  • Betonung des Lifestyle-Aspektes: die Maschine wird nicht als simple Kaffeemaschine vermarktet, sondern als Inbegriff eines neuen Lebensstils

Das Produkt ist das Resultat einer Kooperation mit dem Unternehmen Douwe Egberts, welches die für dieses System empfohlenen Kaffeepads anbietet. Bei der Markteinführung (zuerst 2001 in den Niederlanden) handelte es sich um eine neuartige Form von Kaffeemaschine, die zahlreiche Nachahmer fand. Bis Oktober 2005 wurden weltweit ca. zehn Millionen Senseo-Maschinen und über vier Milliarden Pads verkauft, in Deutschland, wo das System Ende 2002 auf den Markt kam, über drei Millionen Maschinen und mehr als 900 Millionen Pads.

Die durchschnittlichen Kosten für eine Tasse Kaffee sind bei diesem System bis zu 10x höher als bei herkömmlichen Filtermaschinen (in EUR pro Gramm Kaffee). Mittlerweile sind auch Senseo-kompatible Kaffeepads anderer Hersteller verfügbar, die günstiger sind. Philips und Douwe Egberts versuchten vor Gericht gegen diese vorzugehen und berufen sich dabei auf ein europäisches Patent, das sie auf das System halten. Die Kaffee-Pads-Hersteller umgingen dieses Patent damit, dass sie auf den Kaffee-Pads-Packungen den Namen „Senseo“ nicht mehr erwähnen und mit „Kaffee-Pads für handelsübliche Kaffee-Pad-Maschinen“ ersetzten.

Mittlerweile gibt es im Handel eine große Auswahl an Kaffee-Pads-Anbieter für die Senseo-Maschine, u.a. von Jacobs und Dallmayr. Selbst die Lebensmitteldiscounter haben mittlerweile Senseo-Pads im Angebot. Auch die Geschmacksvielfalt wird immer größer, gab es zum Start der Senseo-Kaffeemaschine nur die Sorten „Koffeinfrei“, „Mild“, „normal“ und „dunkel“, so gibt es mittlerweile auch Kaffee mit zusätzlichen Aromen, z.B. mit Vanille, Amaretto oder Zitronen-Geschmack. Auch Kaffeepads mit integriertem Milchpulver („Cappucino“) sind mittlerweile erhältlich. Von verschiedenen Herstellern gibt es sogar Tee-Pads. Weniger Experimentierfreudige schäumen sich ihre Milch jedoch vorher mit handelsüblichen Milchschäumern und lassen dann Kaffee dazu laufen oder legen einen Teebeutel anstelle eines Tee-Pads in die Maschine.

Seit Ende November 2006 gibt es nun auch die sogenannten „Senseo Presso“ Pads. Mit diesen Pads und mit Hilfe eines speziellen Presso Padhalter lässt sich nun mit allen Senseo Kaffeemaschinen (Ausnahme: HD 7800) ein Espresso zubereiten. Der neu entwickelte Senseo Presso Padhalter erzeugt einen höheren Druck in der Maschine und sorgt für eine geringere Wassermenge, welche mit ca. 80 ml einem doppelten Espresso entspricht.

Nach kurzer Zeit führte Philips ein Nachfolgemodell des Kaffeeautomaten ein, welches sich optisch jedoch nur für Kenner vom Vorgängermodell unterscheidet. Neu ist der verbesserte Verschließmechanismus, die verbesserte Tassenstellfläche für eine Tassenhöhe von 9,5 cm, das verbesserte Kaffeetassentablett und die Senkung der Leistungsaufnahme auf 1.450 Watt (vormals 1.600 Watt) bei gleicher Brühdauer. Grund für diese Änderungen war unter anderem, dass man beim alten Senseo-Modell die Maschine während des Brühvorgangs öffnen konnte, was zu Verbrühungen führen konnte.

Als Zubehör gibt es im Handel einen größeren Wasserbehälter mit 1,5 Liter Fassungsvermögen, was gerade bei einer häufigeren Benutzung (zum Beispiel im Büro) sehr von Vorteil ist.

Anfang September 2006 stellte Philips eine neue Generation von Senseo-Kaffeemaschinen unter dem Namen „New Generation“ vor. Das Design wurde überarbeitet, außerdem bietet der standardmäßige Wasserbehälter nun eine Füllmenge von 1,2 Litern. Die neuen Senseo-Maschinen sind in drei Varianten erhältlich, wobei die teuerste Variante ein LC-Display bietet, um die Wassermenge individuell einzustellen. Die Spitzenvariante ist aber weitaus teuerer als die „normalen“ Senseo-Maschinen, welche aber weiterhin im Sortiment bleiben. An den Pads hat sich nichts geändert, sie sind weiterhin zu allen Senseo-Kaffeemaschinen kompatibel.

Kritik

In der Kritik stehen die Kaffeesysteme aufgrund des sogenannten Price capturing. Das bedeutet, dass die Anschaffungskosten für die jeweiligen Kaffeemaschinen niedrig sind, die Folgekosten für die Kaffeepads dafür - zum Teil um ein Mehrfaches - über dem von herkömmlichem Kaffee liegen.

Die Systeme sind nicht untereinander kompatibel, für jedes System sind verschiedene Kaffeepads, bzw. -kapseln erforderlich. Ursprünglich waren diese nur vom jeweiligen Hersteller verfügbar, was die Auswahlmöglichkeiten sehr einschränkte. Mittlerweile sind aber auch Kaffeeportionen von anderen Anbietern erhältlich.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Nachteil ist die anfallende Menge an Müll, der durch die Verbundverpackung der Kaffeekapseln anfällt.

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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