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Selbstinszenierung

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In einer Selbstinszenierung nimmt jemand eine bewusste Pose vor Zuschauern oder der Kamera ein oder übt Kontrolle über das Bild aus, das (sich) von ihm gemacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Selbstinszenierung/ Inszenierung in der Kunst

Selbstinszenierungen findet man häufig in der Kunst (Portrait, Selbstportrait, etwa Cindy Sherman).

Der Ausdruck des Menschen findet im Handeln seine konkrete Form. Aus diesem Grund kann die Inszenierung als Manifestation gedanklicher Strukturen begriffen werden und das Inszenieren als jene Handlung, die die Inszenierung hervorbringt.

Selbstinszenierung in der Politik

Selbstinszenierungen findet man auch in Wirtschaft (Corporate Identity, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung) oder aber auch in der Politik (zum Beispiel die bekannten Bilder von Politikern mit Kindern auf dem Arm, Gerhard Schröders und Edmund Stoibers Auftritte bei der Oderflut, oder George W. Bush bei seiner Landung mit einem Kampfflugzeug auf einem Flugzeugträger im Irak-Krieg). Berater nehmen dabei Einfluss auf die Inszenierung bis in Bereiche wie Körpersprache, Kleidung, Frisur, oder Farbigkeit und Art des Bildhintergrunds. Der Film "Wag the Dog" schildert die Inszenierung von Politik. Ein weiteres Beispiel der "Inszenierung von Politik" war beispielsweise das "legitime Theater" (Peter Müller) der Unions-Ministerpräsidenten im deutschen Bundesrat nach dem Zustandekommen des Zuwanderungsgesetzes[1].

Selbstinszenierung in der Wirtschaft

Die Inszenierung hat auch die Welt der Wirtschaft erreicht, besonders wenn es darum geht, ein Image aufzubauen und zu überzeugen; auch Top-Manager versuchen bei Auftritten vor Aktionären bei Hauptversammlungen sowie vor Analysten und der Presse mit dem Einsatz theatraler Mittel, mit hohen Bühnen, grellen Lichtern, firmenfarbenen Krawatten und schwungvoller Rhetorik von der "überstandenen Ertragsdelle" möglichst kompetent zu erscheinen und dabei echt zu wirken. Sie wollen ein Vertrauen der Anleger, Presse und Öffentlichkeit aufbauen in die Firma und ihre Führung aufzubauen. Das Paradox dabei besteht darin, mit medialen Mitteln den Anschein größtmöglicher Authentizität und Vertrauenswürdigkeit herzustellen. Das gelingt nicht immer, denn gerade bei paratheatralen Live-Veranstaltungen nutzt auch das Publikum die Möglichkeit, sich selbst zu inszenieren. Das sind Aktionärsschützer und Aktionärsvertreter, die oftmals sehr kritische und andere Perspektiven über die Geschäftsentwicklung vertreten und so manche zukunftsweisende Strategie in einem anderen Licht erscheinen lassen. Auch Fondsmanager monieren bei Hauptversammlungen öffentlich schlechte Ergebnisse. Auch auf Unternehmensseite gibt es Pannen: verwirrende Symbolik auf den Bühnenbildern (vgl. Biehl 2003), heruntergeleierte langatmige Reden und Antworten von Spitzenmanagern (vgl. Wachtel 2003), Vorstände und Aufsichtsräte, die sich während der Hauptversammlungsrede des Chefs offensichtlich langweilen.

Selbstinszenierung im Alltag

Mehr oder weniger bewusst inszeniert sich jeder Mensch durch sein Auftreten, durch Kleidung, Frisur, Stil, Sprache. Sehr bewusst geschieht dies etwa bei einem Vorstellungsgespräch oder gegenüber potentiellen Sexualpartnern. Diese Arten, sich zu differenzieren, sind u.a. Thema der Soziologie, siehe dazu auch Soziale Rolle.

Der inszenierte Skandal

Ein inszenierter Skandal ist ein geplanter Skandal, bei dem entweder durch kalkulierte Provokation Aufmerksamkeit erregt werden soll, oder es wird in bigotter oder kalkulierter Weise übertriebene Empörung über einen Sachverhalt geschürt, siehe auch Populismus.

Literatur

  • Thomas Knieper / Marion G. Müller (Hrsg.): Authentizität und Inszenierung von Bilderwelten. Köln: Herbert von Halem Verlag, 2003.
  • Axel Balzer, Marvin Geilich, Shamim Rafat (Hg.): Politik als Marke - Politikvermittlung zwischen Kommunikation und Inszenierung, (Lit-Verlag) Münster 2005.
  • Artikel zum Thema (Download): Politische Kommunikation in der Gegenwartsgesellschaft - Politikvermittlung zwischen Kommunikation und Inszenierung
  • Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Essay. Frankfurt am Main 1999.
  • Brigitte Biehl: Die Jahreshauptversammlung als Inszenierung. Eine Untersuchung der Performance zwischen Theater und Management. In: Bentele, Günter/ Piwinger, Manfred/ Schönborn, Gregor (Hg.): Kommunikationsmanagement. Nr. 4/2003. Neuwied und Kriftel 2001ff. (Wolters-Kluwer Deutschland)
  • Biehl, Brigitte: Business is Show-Business. Analyse der Auftritte von Topmanagern bei Hauptversammlungen, Bilanzpresse- und Analystenkonferenzen, in: prmagazin 6/2006, S. 51-58.
  • Repräsentanz Expert (Hrg.); Corporate Speaking. Auftritte des Spitzenmanagements. Bonn und London 2006
  • Wachtel, Stefan, Rhetorik und Public Relations. München 2003
Wikipedia
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