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Seegrotte (Hinterbrühl)

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Die Seegrotte ist ein ehemaliges Gipsbergwerk in der Hinterbrühl, ungefähr 15 km südlich von Wien.

Im Jahr 1848 begann ein Müller, der in einer Tiefe von 5 m beim Brunnenschlagen auf Gips stieß, mit dem Abbau von Düngergips, der in einer Mödlinger Mühle gemahlen wurde.

Im Jahr 1912 entstand durch eine Sprengung ein Wassereinbruch von mehr als 20.000 Kubikmetern, der einen weiteren Betrieb unmöglich machte. Jahrelang stand das Bergwerk still, in dem sich ein großer See gebildet hatte.

In den 1930er Jahren wurde ein Schaubergwerk eingerichtet. Bis zum Jahr 1942 war es als solches in Betrieb. An einigen Stellen wurden auch Marmor- und Bronzefiguren aus der in Laxenburg befindlichen Franzensburg zum Schutz vor Kriegsschäden eingemauert. In der zweiten Hälfte des zweiten Weltkrieges wurde das Bergwerk beschlagnahmt und darin eine Flugzeugfabrik der Heinkelwerke eingerichtet, weil es vor Bombenangriffen relativ sicher war. Dazu wurde der See komplett ausgepumpt und der Boden zu einer ebenen Fläche betoniert. Es wurden die Rumpfteile der Heinkel He 162 (auch Salamander genannt) darin gebaut, in Teilen heraustransportiert und in Wiener Neudorf und Wiener Neustadt bei den Flugmotorenwerke Ostmark zusammengebaut. Es waren bis zu 2.000 Personen darin beschäftigt. Ein großer Teil davon waren Zwangsarbeiter, die in der Außenstelle des KZ Mauthausen untergebracht waren und hier unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Eine 1988 errichtete Gedenkstätte erinnert daran.

Bei Kriegsende wurden bei der Flucht nur wenige der von der SS vorher verlegten Sprengbomben gezündet, sodass sich die Schäden in Grenzen hielten. Wasser drang wieder ein und Flugzeugwracks lagen noch am Grund des Sees. Bis 1948 dauerte es bis die Fabriksteile und Reste der Flugzeugfabrik wieder aus dem Bergwerk entfernt wurden und es als Schaubergwerk wieder eröffnet werden konnte.

Sieben Quellen speisen den unterirdischen See. Da er keinen natürlichen Abfluss hat, muss laufend Wasser abgepumpt werden, um einen konstanten Wasserspiegel zu halten. Im Durchschnitt ist der See 1,2 m tief.

Heute ist die Seegrotte mit dem größten unterirdischen See Europas eine Touristenattraktion. 250.000 Menschen besuchen sie jährlich. Teile der Grotte dienten als Filmkulisse für den Walt Disney Film Die drei Musketiere.

Bootsunglück 2004

Am 31. Mai 2004 kenterte ein Boot mit 28 Touristen. Vier Deutsche sowie eine Belgierin ertranken dabei, da sie unter dem Boot eingeklemmt wurden. Die Unglücksursache ist laut Gutachten vor allem auf die Fehlkonstruktion des Bootes zurückzuführen. Das Boot hätte lediglich für 25 aber nicht für 29 Personen bewilligt werden dürfen. Dadurch war das Freibord geringer und das Boot war faktisch immer in Kenternähe. Der Bootsführer wurde in erster Instanz freigesprochen. Die Geschäftsführerinnen der Seegrotte und der Landesbeamte, der das Boot genehmigt hatte, wurden zu je 15 Monaten bedingter Haft verurteilt. Die Urteile gegen die Geschäftsführerinnen und den Bootsfahrer wurden jedoch im September 2006 wegen eines Einspruches der Staatsanwaltschaft aufgehoben und müssen neu verhandelt werden.

Im Juli 2004 wurden mit einem anderen Bootstyp und einem verbesserten Sicherheitskonzept die Bootsfahrten wieder aufgenommen.

Weblinks

Koordinaten: 48° 5′ 9" n. Br., 16° 15′ 27" ö. L.

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