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Schwingrasen
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Ein Schwingrasen (engl. floating mat) ist eine über freiem Wasser schwimmende Pflanzendecke aus Moosen und anderen, besonders ausläuferbildenden, Pflanzen, die vom Ufer aus auf der Wasseroberfläche in ein Gewässer hinauswächst.
Schwingrasen sind meist nicht betretbar. Es besteht die Gefahr des Ertrinkens!
Inhaltsverzeichnis |
Entstehung
Die Schwingrasenbildung ist ein Prozess der Verlandung von Gewässern. In Moorgewässern bilden sich Torfmoos-Schwingrasen bei Wasserspiegelsenkungen und Nährstoffanreicherung. In eutrophierten Gewässern ist durch das Aufschwimmen von Unterwassertorfen und Besiedlung mit Pflanzen eine Schwingrasenbildung möglich. Die Pflanzendecken werden durch deren Wurzelfilz zusammengehalten. Am Ufer wachsendes Schilf oder Binsen können diese Pflanzendecke abtrennen, so dass sich eine schwimmende Insel bildet. Ist der Schwingrasen stabil und groß genug, können sich darauf sogar Bäume ansiedeln wie beispielsweise im Kleinen Arbersee. Unterhalb der Schwingrasen wird Torf gebildet, der langsam nach unten sinkt und nach und nach das Gewässer auffüllt.
Flora und Fauna
In nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen, sauren Gewässern werden Schwingrasen aus Torfmoosen (Sphagnum cuspidatum, Sphagnum recurvum) oder Braunmoosen (Scorpidium scorpioides) gebildet. Ferner siedeln in Schwingrasen Charakterarten der Kleinseggenriede wie die Schlamm-Segge (Carex limosa), (Carex rostrata), Schnabelriede (Rhynchospora ssp.), Blasenbinse (Scheuchzeria palustris) und Sumpfblutauge (Potentilla palustris). Am Rand von nährstoffreichen Gewässern siedeln Schilf (Phragmites australis), Rohrkolben (Typha ssp.), Scheinzypergras-Segge (Carex pseudocyperus) und Wasserschierling (Circuta virosa). Schwingrasen sind Lebensraum für beschalte Amöben wie beispielsweise Amphitrema sp. und Zuckmückenlarven.
Siehe auch
Literatur
- Hutter, Claus-Peter (Hrsg.); Alois Kapfer & Peter Poschlod (1997): Sümpfe und Moore - Biotope erkennen, bestimmen, schützen. Weitbrecht Verlag, Stuttgart, Wien, Bern. ISBN 3-522-72060-1
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