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Świętochłowice

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Świętochłowice
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|155px|Świętochłowice auf der Karte von Polen
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px|Świętochłowice]]
Świętochłowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 13,22 km²
Geographische Lage: Koordinaten: 50° 19' N, 18° 55' O50° 19' N, 18° 55' O
Höhe: 281 m n.p.m
Einwohner: 55.660 (31. Dez. 2004)
Postleitzahl: 41-600 bis 41-608
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SW
Wirtschaft & Verkehr
Zweige: Steinkohlebergbau
Straße: GliwiceKattowitz
Nächster int. Flughafen: Flughafen Kattowitz
Verwaltung (Stand: 2007)
Stadtpräsident: Eugeniusz Moś
Adresse: ul. Katowicka 54
41-600 Świętochłowice
Webpräsenz: www.swietochlowice.pl
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Świętochłowice [ˌɕvʲɛ̃tɔxwɔˈviʦɛ] Bild:Loudspeaker.svg    anhören ?/i (deutsch: Schwientochlowitz) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Schlesien in Polen. Sie bildet mit rund 56.000 Einwohnern einen eigenen Stadtkreis und ist eine der am dichtesten besiedelten Städte Europas.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt ist ungefähr 7 km westlich von der Woiwodschafthauptstadt Kattowitz zentral auf der Oberschlesischen Platte in Südpolen gelegen. Hier befindet sich auch das Oberschlesische Industrierevier mit reichhaltigen Steinkohlevorkommen. Świętochłowice nimmt eine Fläche von 13,22 km² ein, die Nord-Süd Ausdehnung beträgt rund 6 km, die West-Ost-Ausdehnung ungefähr 3,7 km, die Länge der Stadtgrenze beträgt 23,22 km. Im Osten grenzt die Stadt an Chorzów, im Westen an Ruda Śląska und im Norden beginnt schon das Stadtgebiet von Bytom.

Stadtgliederung

Die Stadt Świętochłowice besteht aus fünf Stadtteilen:

Geschichte

Die Geschichte von Schwientochlowitz reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit entstand die erste Ansiedlung im heutigen Stadtgebiet, daneben kam es etwas später zur Gründung eines zweiten, größeren Dorfs. Der Name der Dörfer Swentochlowicze wurde am 25. Mai 1313 erstmals erwähnt. Der ältere, kleinere wurde mit dem Zusatz Klein-, der jüngere mit dem Zusatz Groß- versehen und beide existierten als getrennte Dörfer. Auch die Entwicklung der beiden Ortschaften verlief unterschiedlich, so entstand die ältere als ein ungeordnetes, kleines Haufendorf. Der größere Ort wurde planmäßig als Straßendorf angelegt. Dies deutet auf den Einfluss der deutschen Ostkolonisation hin, wobei in diese östlichsten Gebiete Schlesiens nur wenige neue Siedler kamen. Dieser Ort erhielt jedoch gegen Wende des 13. zum 14. Jahrhundert das Magdeburger Stadtrecht. Trotzdem waren alle diese Orte damals nicht mehr als kleine Dörfer mit sehr hohem slawischem Bevölkerungsanteil. So zählte man im 15. Jahrhundert in Schwientochlowitz nur zwölf Hausbesitzer. Sie gehörten außerdem bis ins 19. Jahrhundert zur Magdalenenpfarrei in Beuthen und zur dortigen Standesherrschaft.

Industrialisierung

Erst mit dem Einsetzen der Industrialisierung begann sich Schwientochlowitz rasant zu entwickeln. 1790 wurde Schwientochlowitz endgültig in einem Ort vereinigt. 1828 erwarb Carl Lazarus Graf Henckel von Donnersmarck Schwientochlowitz für seine Familie, die über großen Industriebesitz in Oberschlesien verfügte. Früher hatte das Gut der Familie von Kamienitzky und Schwientochlowitz und zu Beginn des 19. Jahrhunderts u.a. dem Gutsbesitzer Johann Adam von Porembsky und Kornitz (1785–1857) gehört. Mit dem neuen Besitzer allerdings veränderte sich das Aussehen des Ortes grundlegend. Nun kam es zu einer schnellen Entwicklung der Industrie, vor allem des Bergbaus und des Hüttenwesens. Schwientochlowitz entwickelte sich somit von einem Dorfgemeinde zu einem Industrieort. Carl Lazarus kaufte bereits 1827 Mehrheitsanteile an der Grube Mathilde und errichtete 1828 die Eisenhütte Bethlen-Falva (heute Huta Florian). 1831 wurde der Steinkohleabbau mit der Grube Faust vorangetrieben. 1838 folgte die Eintrachtgrube, wo später eine Fabrik für Bergbaumaschinen und Geräte eingerichtet wurde. Das Vermögen der Donnersmarcks überließ 1848 Carl Lazarus freiwillig seinem Sohn Guido. Er war Mitbegründer der ersten oberschlesischen Aktiengesellschaft 1853, der Schlesischen Aktiengesellschaft für Bergwerke und Zinkhütten in Lipine.

Mit dem industriellen Wachstum wurden auch neuer Wohnraum und neue Institutionen nötig. In den 1880er Jahren wurde eine Schule erbaut, 1884 ein Krankenhaus, 1889–1891 folgte die Peter- und Paulskirche. Die Stadt Świętochłowice, aber auch ihre späteren Stadtteile entwickelten sich zu einem bedeutenden Industrieraum.

Teil Polens und deutsche Besetzung

Nach der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921, bei der die Schwientochlowitzer mit 51,9% der Stimmen für den Verbleib bei Deutschland gestimmt hatten, fiel Schwientochlowitz 1922 wie ganz Ostoberschlesien trotzdem an Polen und wurde Świętochłowice genannt. Die Stadt schied gleichzeitig aus dem Landkreis Beuthen aus, um von da an einen eigenen Landkreis zu bilden. Zu dieser Zeit gehörten mit den späteren Stadtteilen Lipiny und Chropaczów 14 Gemeinden und 7 Güter dem neuen Landkreis an. 1929 kam dann noch der jetzige Stadtteil Zgoda hinzu. In der Zwischenkriegszeit wurde die industrielle Entwicklung weiter vorangetrieben und die alten Bergwerke und Hütten arbeiteten nun für den neuen polnischen Staat. 1939 wurde die Stadt von deutschen Truppen besetzt und war seitdem Teil des „Großdeutschen Reiches“ im Landkreis Kattowitz. Die Stadterhebung wurde zum 1. Januar 1940 beschlossen, zu der es jedoch wegen des Krieges nicht mehr kam. Außerdem sollte die Stadt in Stahlhof umbenannt werden, da der frühere deutsche Stadtname Schwientochlowitz den neuen Machthabern zu slawisch klang. Teile der Bevölkerung mussten an Kriegshandlungen in ganz Europa teilnehmen und außerdem wurde hier 1943 ein Nebenlager des Konzentrationslagers Auschwitz, das KZ Zgoda errichtet.

Bild:Familoki Swietochlowice.JPG
Bergarbeiterwohnhäuser

Die Stadt wurde 1945 von der Roten Armee besetzt und gehörte seitdem als Świętochłowice wieder zu Polen. Die deutsche Bevölkerung erlitt das Schicksal der Vertreibung. In das Lager in der Stadt wurde jetzt deutsche Zivilbevölkerung eingeliefert, die die Flucht nach Westen nicht mehr bewältigt hatte. Zahlreiche deutsche und auch polnische Oberschlesier starben in dem von der Roten Armee weiter verwendeten KZ Zgoda unter dem Kommandanten Salomon Morel. Der kürzliche Auslieferungsantrag des polnischen Staates bezüglich Morels wegen Mordes wurde von Israel als jetzigem Aufenthaltsort Morels abschlägig beschieden.

Am 1. Januar 1947 wurden Świętochłowice offiziell Stadtrechte verliehen, seit dem 17. März 1951 ist sie kreisfreie Stadt. Damals wurden auch die Gemeinden Lipiny und Chropaczów eingemeindet. In den folgenden Jahrzehnten besaß die Stadt 20 größere Industriebetriebe, mit drei Kohlengruben, mehreren Eisen und Zinkhütten, aber auch der Maschinenbau und die Chemieindustrie waren bedeutend. Das Stadtgebiet von Świętochłowice ist heute, an der Bevölkerung gemessen, sehr klein, denn die Stadt gehört mit 4238 Einwohnern pro km² zu den am dichtesten besiedelten Städten Europas. Zu weiteren Problemen gehört auch die hohe Arbeitslosigkeit aufgrund der Schließung zahlreicher Bergwerke und Hüttenbetriebe im Zuge des Strukturwandels: Im Jahre 2000 betrug die Arbeitslosenquote 20,9%[1] und stieg weiter auf 27,8% im Februar 2004 an.[1] Seitdem ist sie zwar auf 21,2% gesunken (Stand: Dezember 2006), ist aber die höchste Arbeitslosenquote der Woiwodschaft Schlesien (Durchschnitt 12,8%).[1]

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen der Stadt nach dem jeweiligen Gebietsstand (teilweise gerundete Zahlen):[1]

Jahr Einwohner
1855 2.006
1861 3.508
1885 3.818
1905¹ 14.612
1910² 16.167
1939 57.000
1973 58.600
1984 61.000
1998 59.200
2003 56.023
2004 55.660

¹ Gutsbezirk Schwientochlowitz: 6.701 Einwohner
² Gutsbezirk Schwientochlowitz: 7.473 Einwohner

Politik

Wappen

Seit dem 19. Jahrhundert wurde von der Gemeinde Schwientochlowitz ein Wappen genutzt, das den heiligen Antonius mit dem Jesuskind und einer Lilie in der Rechten zeigte. Nachdem 1922 Teile Oberschlesiens an Polen gefallen waren, wurde der Landkreis Świętochłowice gebildet, der einen Teil dieses Gebiets aufnahm. Der Kreis, der bis 1939 bestand, erhielt ein neues Wappen.

Das Wappen ist senkrecht gespalten und zeigt im linken Feld einen halben gelben Adler auf blauem Grund. Der Adler verkörpert als Wappentier Oberschlesiens die jahrhundertelange Verbundenheit der Stadt mit Oberschlesien. Das rechte Feld besteht aus einem halben, weißen Kreuz auf rotem Grund. Die vom Kreuz eingerahmten beiden Felder sind wiederum geteilt, es befinden sich im oberen Feld goldene, gekreuzte Schlägel und Eisen, diese Bergmannsutensilien deuten auf die Bedeutung des Bergbaus in dieser Region hin. In gleichen Farben präsentiert sich das Zahnrad im unteren Feld und weist auf die industrielle Entwicklung der Stadt im 19. Jahrhundert hin.

1951 wurden die Ortschaften Chropaczów und Lipine eingemeindet und von der kommunistischen Verwaltung das bis dahin gültige Wappen durch das ehemalige Kreiswappen (ohne Kreuz) ersetzt. Somit wurde die industrielle Bedeutung der Stadt angezeigt und mit dem Heiligen und dem Kreuz christliche Elemente aus dem Wappen entfernt. Am 30. August 1995 nahm der Stadtrat dieses Wappen offiziell als Stadtwappen an.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Świętochłowice unterhält zur Zeit Partnerschaften mit fünf deutlich kleineren Orten:

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Świętochłowice – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

Fußnoten


fiu-vro:Świętochłowicehsb:Świętochłowicepap:Świętochłowiceru-sib:Свентохловица
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