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Schwelm

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Wappen Deutschlandkarte
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Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Ennepe-Ruhr-Kreis
Koordinaten: Koordinaten: 51° 16′ N, 7° 16′ O51° 16′ N, 7° 16′ O
Höhe: 213 m ü. NN
Fläche: 20,5 km²
Einwohner: 29.858 (30. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 1456 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58332
Vorwahl: 02336
Kfz-Kennzeichen: EN
Gemeindeschlüssel: 05 9 54 024
Stadtgliederung: 13 sog. Nachbarschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 14
58332 Schwelm
Webpräsenz:
Bürgermeister: Dr. Jürgen Steinrücke (CDU)

Schwelm ist die flächenmäßig kleinste Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und die Kreisstadt des Ennepe-Ruhr-Kreises. Die Stadt befindet sich im Regierungsbezirk Arnsberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Schwelm liegt am südlichen Rand des östlichen Ruhrgebiets in Westfalen an der Grenze zum Bergischen Land. Aus diesem Grund wird es auch als „Pforte Westfalens” bezeichnet und insbesondere bei älteren Namensnennungen findet sich der Zusatz i.W. (in Westfalen).

Schwelm liegt zwischen Wuppertal, Ennepetal, Gevelsberg und Sprockhövel.

Stadtgliederung

Die Stadt Schwelm gliedert sich in 13 sogenannte Nachbarschaften (Aechte de Muer, Brunnen, Fronhof, Linderhausen, Loh, Möllenkotten, Oberstadt, Oehde, Ossenkamp, Parlament, Rote Wasser, Winterberg, Zur alten Post) die jährlich das „Schwelmer Heimatfest” ausrichten. Die Namen der Nachbarschaften sind teils Schwelmer Platt und leiten sich von geografischen, historischen oder architektonischen Besonderheiten ab. Sie stellen allerdings keine Stadtbezirke im eigentlichen Sinne dar.

Bekanntgeworden ist die Nachbarschaft „Oberstadt” durch das Lied „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern” von Franz Josef Degenhardt. In der „Oberstadt” wohnen (dem Lied zufolge) die „guten Kinder”.

Geschichte

Bild:Schwelm Stadtansicht.JPG
Schwelm mit Christuskirche u. Winterberg

Die Geschichte von Schwelm lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Schon um 900 n. Chr. taucht der Name „Suelmiu” als altgriechische Gewässerbezeichnung für den Bach (die heutige Schwelme) auf, der für den Ort schließlich namensgebend war. Als ältester Teil Schwelms gilt der Fronhof, in dessen Höhe schließlich auch der Altmarkt und die Christuskirche entstanden. Urkundlich wurden diese erstmals 1085 erwähnt. Lange Zeit in kurkölnischer Hand, geriet das Landstück Schwelm schließlich in den Besitz der Grafen von der Mark.

Die Stadtrechte wurden Schwelm erstmals 1496 verliehen, aber fünf Jahre später wieder entzogen, da die Schwelmer den Zorn des Landesherren auf sich gezogen hatten. Trotzdem blieben Bürgermeisteramt und Bürgerrat weiter bestehen. Das war auch nötig, denn es tobten viele schwere und minder schwere Brände in der Stadt, die einen fähigen Krisenstab erforderten. Am 16. Juni 1590 wurden dann die Stadtrechte erneut und dauerhaft an Schwelm verliehen.

1887 wurde Schwelm Kreisstadt des innerhalb der preußischen Provinz Westfalen neugegründeten Kreises Schwelm (seit 1929 Ennepe-Ruhr-Kreis).

Kirchen

Christuskirche

Die Schwelmer Christuskirche gilt als die Kirche (nicht Dom) mit den höchsten Kirchtürmen, sowie als größte Hallenkirche in Westfalen.


Politik

Der Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:

  • CDU: 18 Sitze
  • SPD: 13 Sitze
  • Grüne: 5 Sitze
  • Bürger für Schwelm (BFS) 4 Sitze
  • Schwelmer Wählergemeinschaft e.V. (SWG): 4 Sitze
  • FDP: 3 Sitz
  • NPD: 1 Sitz

Bürgermeister ist Dr. Jürgen Steinrücke (CDU), 1. Stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor (CDU) und 2. Stellvertretender Bürgermeister Günter Dresen (SPD).

Schwelm ist Partner von Fourqueux (Frankreich)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Haus Martfeld

Haus Martfeld (auch Schloss Martfeld genannt) ist eine ehemalige Burganlage der Ritter Wandhoff. Das Rittergut ist seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Zum Haus Martfeld gehört ein spätmittelalterlicher Wehrturm von 1450 und ein Torturm von 1627. Durch mehrere Umbauten und Verfall hat sich das Erscheinungsbild der Anlage stark gewandelt. Im 18. Jahrhundert wurde der Westflügel abgerissen und das Gebäude mit Stilelementen der bergischen Bürgerhausarchitektur versehen. Der Park, in dem das Gebäude heute liegt und auch die Kapelle wurde im 19. Jahrhundert von Friederike von Elverfeldt angelegt. Der Name Martfeld leitet sich von dem Begriff für sumpfiges Feld ab. Haus Martfeld dient heute als heimatgeschichtliches Museum.

Schwelmer Brauerei

Eines der ältesten Gebäude Schwelms ist das Verwaltungsgebäude der Brauerei Schwelm (ehemals Haarmann & Kathagen). Das so genannte Rietz´sche Haus steht mitten im Stadtzentrum und wurde 1701 gebaut. Seit 1830 wird in Schwelm Bier gebraut, die Brauerei Schwelm zählt zu den wenigen Privatbrauereien in Deutschland. Die Brauerei war eine der erste Brauereien weltweit, die von Holzfässern auf (vom Schwelmer Eisenwerk entwickelte) Emaille-Metallfässer umstellte.

Schwelmer Altstadt

In der Altstadt haben nur wenige Häuser die verheerenden Stadtbrände des 18. Jhds. überstanden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Schwelmer Heimatfest

Regelmäßig findet am 1. Septemberwochenende das Schwelmer Heimatfest statt. Es hat ca. 40.000 Besucher. Höhepunkt ist neben der Kirmes ein Umzug von Motivwagen ähnlich dem beim Kölner Karneval. Das Heimatfest hat jedes Jahr ein neues Motto auf Plattdeutsch. Im Jahr 2006 war es „Vie stellt wat oppe Beene” (Wir stellen was auf die Beine).

Trödelmarkt

Eine weitere regelmäßige Veranstaltung seit Mitte der 70er Jahre in Schwelm ist der große Trödelmarkt, der jedes Jahr im Mai und im Oktober stattfindet. Zu diesem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Trödelmarkt kamen in den letzten Jahren zwischen 35.000-40.000 Besucher. Parallel dazu findet ein verkaufsoffener Sonntag statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die wirtschaftliche Situation Schwelms ist problematisch, da in den letzten Jahren viele örtliche Unternehmen schlossen oder Entlassungen vornahmen. Die Arbeitslosenquote lag mit 8,4 % (Stand 2003) noch leicht unter dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen.

Bekannte Schwelmer Unternehmen sind neben der Brauerei:

  • die Klavierfabrik Rud. Ibach Sohn, die seit 1794 Klaviere herstellt und damit Deutschlands ältester Klavierhersteller ist. Das Unternehmen ist im Familienbesitz.
  • das Schwelmer Eisenwerk war bis in die 60er Jahre des 20. Jhds. weltweit einer der führenden Hersteller von Benzinzapfsäulen für Tankstellen. Selbst in den U.S.A. konnte man die Säulen finden. Das Schwelmer Eisenwerk war auch einer der ersten Produzenten von emaillierten Stahlfässern, die um 1905 die bis dahin gebräuchlichen hölzernen Bierfässer ablösten.
  • Die gepa (jetzt in Wuppertal) wurde als Gesellschaft für fairen Handel mit der so genannten Dritten Welt in Schwelm gegründet und ist heute die größte Fair-Handelsorganisation in Europa.

Sport

Als Sportteams in Schwelm werden vor allem der ehemalige Basketball-Bundesliga-Verein Schwelmer Baskets und der Fußball-Landesligist, der VfB Schwelm, in den Vordergrund gestellt.

Öffentliche Einrichtungen

Schwelm ist Sitz des für die Städte Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg und Schwelm zuständigen Amtsgerichts.

Verkehr

Die Lage von Schwelm ist äußerst verkehrsgünstig. Die Stadt liegt an den Autobahnen A 1, A 43 und A 46 und wird durchquert von der B7 und der B 483.

Die Stadt hat einen Bahnhof, der an der Eisenbahnstrecke von Wuppertal nach Hagen in Westfalen liegt. Außerdem gibt es einen zweiten S-Bahnhof, Schwelm West.

Es fahren folgende Linien des SPNV in NRW in Schwelm:

Die direkte Verbindung der Stadt mit dem Ruhrgebiet über die Bahnstrecke Witten–Schwelm wurde 1980 endgültig stillgelegt. Heute gibt es eine regelmäßige Schnellbusverbindung, Linie SB37, nach Bochum.

Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an. Außerdem gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe für Fahrten in deren Verkehrsgebiet. Der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg gilt als Übergangstarif bis Köln.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende bekannte Personen sind in Schwelm geboren (Auflistung chronologisch nach Geburtstag):

Literatur

  • Petra Gallmeister, Wolfgang Fenner, Claudia Menne: Schwelm. (Vorwort von Rainer Döring), Stadt Schwelm (Hg.). Born, ISBN 3-87093-077-2

Weblinks

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