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Schwarzheide

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Schwarzheide.png
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Koordinaten: Koordinaten: 51° 29′ N, 13° 52′ O51° 29′ N, 13° 52′ O
Höhe: 99 m ü. NN
Fläche: 33,23 km²
Einwohner: 6540 (28. Feb. 2006)
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01987 (alt: 7817)
Vorwahl: 035752
Kfz-Kennzeichen: OSL (bis 1994 SFB)
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 296
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bürgerhaus
Ruhlander Straße 102
Webpräsenz:
Bürgermeister: Bernd Hübner (parteilos)

Schwarzheide ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden des Landes Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Schwarzheide liegt im Süden des Landes Brandenburg, etwa 50 km nördlich von Dresden und 110 km südlich von Berlin. Das Stadtgebiet befindet sich nördlich der Schwarzen Elster im Tiefland der Niederlausitz. Im Ostteil der Stadt fließt zudem das kleine Flüsschen Pößnitz.

Nachbargemeinden

Unmittelbare Nachbarn der Stadt sind die Städte Ruhland (südlich), Lauchhammer (westlich), Schipkau (nördlich) und Brieske (östlich).

Stadtgliederung

  • Schwarzheide-West (ehemals Zschornegosda)
  • Schwarzheide-Wandelhof
  • Schwarzheide-Zentrum/Wasserturmsiedlung
  • Schwarzheide-Ost (ehemals Viktoriasiedlung und Naundorf)
  • Schwarzheide-Süd/Gewerbegebiet


Geschichte

Bild:Wahrzeichen Wasserturm.jpg
Das Wahrzeichen der Stadt – Der Wasserturm

Die heutige Industriegemeinde Schwarzheide entstand am 1. Oktober 1936 durch den Zusammenschluss der beiden bis dahin völlig selbstständig entwickelten Gemeinden Zschornegosda (heute Schwarzheide-West) und Naundorf (heute Teil von Schwarzheide-Ost). Der Name der Stadt entstand aus der freien Übersetzung des aus dem Sorbischen stammenden Namen des Ortes "Zschornegosda" (corny = schwarz, gozd = Heide, Wald).

Der Zeitpunkt der Gründung des Ortes verliert sich im Dunkel der Geschichte. Vermutlich wurden die Dörfer Zschornegosda und Naundorf im Zuge der christlichen Missionierung im Verlaufe des 12. und 13. Jahrhundert gegründet. Solche kleinen Dörfer werden jedoch erst dann schriftlich erwähnt, wenn für diese gegenüber den jeweiligen Landesherren oder Kirchenvertretern bestimmte Rechte oder Pflichten festgeschrieben werden.

Der erste schriftliche Nachweis von Naundorf (als Nuwendorff) stammt aus einer Verpfändungsurkunde aus dem Jahre 1421. Zschornegosda wurde erstmals 1449 (als Cschörnegast) in der Lehensurkunde des Herzogs Friedrich von Sachsen urkundlich erwähnt. Während das an einem Übergang der Schwarzen Elster gegenüber der Stadt Ruhland gelegene Naundorf ein typisches Straßendorf war, war das ursprüngliche Fischerdorf Zschornegosda, im Gegensatz zu den für die Gegend typischen slawischen Rundlingen, ein sogenanntes Hofreitendorf. Es bestand aus einer stark gekrümmten Gehöftzeile, die sich nach Nordosten offen um die Kapelle des Dorfes legte. Die Kapelle selbst stand auf dem höchsten Punkt einer flachen Sandkuppe, der heutigen Dorfaue. Die damals etwa 20 Grundstücke der Bauern, die Hofreiten, waren Flächen von etwa 25 x 300 m deren Stirnseite in Richtung der Kapelle zeigte.

Die Entwicklung der beiden Dörfer wurde immer wieder durch Plünderungen in Folge verschiedenster Kriege, große Brände und Seuchen erheblich behindert. So betrug die Zahl der Einwohner bis ins 18. Jahrhundert hinein kaum mehr als 100. Eine Pechhütte (1673) welche aus Kiefernholz Pech zum Abdichten der Fischerkähne, Wagenschmiere, Holzkohle und Kienruß herstellte sowie ein Eisenhammer (1725), der Ursprung des heutigen Lauchhammerwerkes, waren bis dato die einzigen größeren Industrieansiedlungen in unmittelbarer Umgebung.

Nach den ersten Funden von Rohbraunkohle westlich von Zschornegosda auf dem Bockwitzer Flur um 1780, begann deren Abbau (über Tage) im großen Stil erst etwa hundert Jahre später, in dessen Folge auch die ersten Brikettfabriken gegründet wurden (Ferdinand, Victoria, Victoria II). Mit der einhergehenden Begradigung und Kanalisation der Schwarzen Elster um das entstehende Grubenwasser besser abfließen zu lassen, verschwinden auch die natürliche Auenlandschaft und der damit verbundene Fischreichtum, so dass die Fischerei als ehemals wichtigster Erwerbszweig völlig erlischt.

Um während des Krieges unabhängig von Ölexporten Benzin produzieren zu können, wurde 1935 nördlich der Stadt die Braunkohle-Benzin-AG (BRABAG) errichtet, welche mittels der Fischer-Tropsch-Synthese aus Braunkohle Benzin erzeugte. Zusammen mit der Errichtung der Industrieanlagen entstehen die heutige Bundesautobahn 13 und die zahlreichen Wohnungen der Belegschaft als Wandelhof- und Wasserturmsiedlung.

Vom 5. Juli 1944 bis 16. April 1945 befand sich im Nordosten der Stadt das Außenlager Schwarzheide, ein Zwangsarbeitslager des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Aufgrund der strategischen Bedeutung der BRABAG-Werke wurde die Stadt während des Zweiten Weltkriegs durch unzählige Bomberangriffe zum Teil erheblich zerstört. Demzufolge existieren heute in Stadt und Umgebung, bis auf beispielsweise die Wasserturmsiedlung, kaum noch Gebäude aus der Zeit vor 1945, während gleichzeitig jährlich noch immer mehrere, zentnerschwere Blindgänger geborgen werden. In Folge des Potsdamer Abkommens wurde das BRABAG-Werk eine sowjetische staatliche Aktiengesellschaft (SAG) und diente den Reparationsleistungen an Polen und die Sowjetunion. Erst am 1. Januar 1954 wurde das SAG-Werk als VEB Synthesewerk Schwarzheide in die Hände der DDR übergeben.

Als die Industriegemeinde Schwarzheide in den 60er Jahren schon über 8.000 Einwohner zählte, wurde ihr am 11. Januar 1967 das Stadtrecht verliehen. Anfang der 80er Jahre hatte die Stadt kurzzeitig sogar mehr als 10.000 Einwohner.

In Folge der deutschen Wiedervereinigung von 1990 wurde das Synthesewerk Schwarzheide als einer der ersten Betriebe der Treuhandanstalt mit über 6.000 Arbeitsplätzen von der BASF AG als BASF Schwarzheide GmbH übernommen. Mit dem Niedergang der Braunkohleförderung ist die BASF Schwarzheide heute mit über 2.000 direkt Beschäftigten und zahlreichen Zulieferern der größte Arbeitgeber der Region.

Politische Zugehörigkeit

Der Flusslauf der Schwarzen Elster bildet die Grenze zwischen der Nieder- und Oberlausitz, die zu dieser Zeit als Nebenländer dem Königreich Böhmen angehörten. Ab 1635 gehörten beide Dörfer zum Kurfürstentum Sachsen. 1815 wurden beide Orte durch den Wiener Kongress in Folge der Napoleonischen Kriege Teile Preußens und der Provinz Brandenburg. Zwischen 1818 und 1952 gehörten Zschornegosda und Naundorf bei Ruhland, bzw. ab 1936 die Gemeinde Schwarzheide dem Landkreis Calau an. Nach der Auflösung der Länder und Neugliederung der Landkreise im Jahre 1952 kam Schwarzheide zum Kreis Senftenberg im Bezirk Cottbus.

Mit der Wiedereinrichtung der Länder im Jahre 1990 gehört die Stadt dem Land Brandenburg an und seit der Kreisstrukturreform vom 6. Dezember 1993 zum Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Einwohnerentwicklung

Schwarzheide hat insgesamt 6.540 Einwohner (Stand 1. März 2006), davon sind 3.193 Einwohner männlich und 3.347 weiblich. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von ca. 197 Einwohnern pro km².

Alter Männer Frauen
0–18 Jahre 463 455
19–45 Jahre 1.232 1.085
46–60 Jahre 787 824
Über 60 Jahre 711 983

Altersstruktur der Stadt Schwarzheide am 1. März 2006

Politik

Stadtparlament

Das Stadtparlament von Schwarzheide besteht aus 18 Stadtverordneten.

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Stadtwappen

Bild:Wappen schwarzheide bis 1993.jpg
Stadtwappen von 1967 bis 1993

Im Zuge der Verleihung des Stadtrechts wurde 1967 das erste Stadtwappen entworfen, welches sich mit seiner Symbolik auf die ansässige chemische Industrie und die ursprünglich betriebene Landwirtschaft bezog.

„Geteilt von Blau über Grün; oben eine silberne Industrieanlage, unten eine goldene Ähre; das Ganze belegt mit einem schwarzen S.“

1993 wählte die Stadtverwaltung aus einer größeren Anzahl von Entwürfen die Neufassung des Stadtwappens. Das neue Stadtwappen zeigt das Heidekraut in Anlehnung an den Namen der Stadt sowie einen Fischotter, ein ehemals charakteristisches und weit verbreitetes Tier der Niederlausitz, als Hinweis auf den einstmals von der Bevölkerung betriebenen Fisch-, Krebs- und Aalfang.

„Schräg geteilt durch Wellenschnitt von Silber über Schwarz. Vorn ein silberner zum Schildrand aufgebogener Heidekrautblütenstengel mit drei senkrechten Blätterstengeln. Hinten ein schwarzer, steigender, widerstrebender Fischotter mit einem linkshin gebogenen blauen Fisch im Maul.“

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wahrzeichen der Stadt ist der 36 m hohe, ehemals als Rathausturm geplante, Wasserturm, welcher 1943/44 größtenteils durch französische Kriegsgefangene erbaut wurde. Mit seiner Fertigstellung endete in Schwarzheide auch die Wasserknappheit, die mit der Errichtung der Brabag-Siedlungen begonnen hatte. Erst durch den Bau der Tettauer Wasserwerke, der Wasserringleitung und des Wasserturms in Lauchhammer-Ost verlor der Schwarzheider Wasserturm ab 1958 seine Funktion. Als zentraler Punkt der Stadt wurde der Turm 1994 vollständig restauriert und auf dessen Vorplatz um einen modernen Kunststoffbrunnen (Die Welle) erweitert. Außerdem befindet sich in der Stadt eine denkmalgeschützte Lutherkirche aus dem Jahre 1754. Gelegenheit für anspruchsvolle Ausstellungen und Veranstaltungen bietet die Galerie der BASF. Schwarzheide verfügt über Ostdeutschlands älteste Großraumdiskothek, den Freizeitpark Wandelhof, sowie über ein Kino mit vier Sälen mit insgesamt 650 Plätzen.

Museen

  • Kulturhaus der BASF (Schipkauer Straße)
  • Heimatmuseum der Stadt Schwarzheide (Dorfaue)

Bauwerke

  • Evangelische Christus-Kirche (1953 erster Kirchenneubau der DDR, Otto-Nuschke-Straße)
  • Evangelische Luther-Kirche (Dorfaue)
  • Evangelische Kapelle (Parkstraße)
  • Katholische Heilig-Kreuz-Kirche (Otto-Nuschke-Straße)

Natur und Naherholung

Bild:Ferdinandsteich.jpg
Ferdinandsteich

Großflächige Kiefernwälder, Seen, Wiesen und Weiden sind in unmittelbarer Umgebung von Schwarzheide zu finden. Die bewaldete, renaturierte Hochkippe bietet bei klarer Sicht einen weiten Blick in den Süden des Niederlausitzer Umlands. Zahlreiche Radwanderwege ermöglichen die Erkundung der Niederlausitzer Natur und führen auch durch die großen Naherholungsgebiete des Lausitzer Seenlands und in den Spreewald.

Sport

In direkter Nachbarschaft der Stadt befindet sich zudem der Eurospeedway Lausitz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Im Stadtgebiet befinden sich zwei Anschlussstellen der Bundesautobahn 13 von Berlin nach Dresden. Im Süden der Stadt verläuft die „Trasse der Niederlausitz“ - die Bundesstraße B 169. Im Norden des Ortes befindet sich ein Sonderlandeplatz, der Flugplatz Schwarzheide-Schipkau. Des Weiteren gibt es einen Bahn-Haltepunkt in Schwarzheide-Ost.

Straße

A 13 (E 55): Berlin–Dresden (Anschlussstelle (16) Schwarzheide und Anschlussstelle (17) Ruhland)

Bahn

RE 18: Falkenberg (Elster)–Bad Liebenwerda–Lauchhammer–Ruhland–Schwarzheide-Ost–Senftenberg–Drebkau–Cottbus

Ansässige Unternehmen

Das größte ansässige Industrieunternehmen ist die BASF Schwarzheide GmbH, welches gleichzeitig auch der größte Arbeitgeber der Region ist. An der Peripherie des Chemieunternehmens und im Gewerbegebiet Süd befinden sich einige mittelständische (Fränkische Rohrwerke, PeinigerRöRo) und zahlreiche kleinere Unternehmen.

Medien

  • Lokalfernsehen Schwarzheide & Ruhland (LSR)


Bildung

In Schwarzheide gibt es eine Grundschule (Schwarzheide-Wandelhof), ein Gymnasium (Emil-Fischer), eine Abteilung des Oberstufenzentrums Lausitz (OSZ) zur Ausbildung von Laboranten, Chemiekanten, Kfz-Mechanikern, Karosseriebauern und Prozessleitelektronikern sowie eine Musikschule.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Schwarzheide hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (Auflistung chronologisch nach Jahr der Verleihung):

  • 2002: Hans-Herman Dehmel (Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide von 1990 bis 1995)
  • 2004: Sokratis Giapapas (Leiter des Zweigwerkes der Fränkischen Rohrwerke in Schwarzheide)

Weblinks


Wikipedia
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