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Schutzhütte
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Eine Schutzhütte ist eine Hütte in ansonsten unbebautem Gebiet, die zum Schutz vor Unwetter, als Übernachtungsmöglichkeit und als Stützpunkt dient. Sie wird heute hauptsächlich für Wanderer und Bergsteiger errichtet, kann aber auch von verschiedenen Berufsgruppen genutzt werden. Schutzhütten können bewirtschaftet oder unbewirtschaftet sein. Manche Schutzhütten bieten keine Übernachtungsmöglichkeit, viele einen Winterraum für die unbewirtschaftete Saison.
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Historisches
Die ersten Schutzhütten sind vermutlich entstanden, um arbeitenden Menschen, die sich weit abseits der bewohnten Gebiete befinden, einem Schutz vor Unwettern zu bieten. Das können zum Beispiel Schafhirten, Forstarbeiter, Bergwerksknappen, Säumer oder Landvermesser sein. Schutzhütten für Hirten, die mit ihrer Herde unterwegs sind, gibt es vermutlich schon, seit der Mensch Tierherden hält. Typische Schutzhütten für diesen Zweck, die auch heute noch in Betrieb sind, sind Almhütten, Forsthäuser, Jagdhütten, Bergrettungsstationen.
Mit der fortschreitenden Erschließung der Alpen für wirtschaftliche Zwecke wurden immer häufiger Stützpunkte für verschiedene Berufsgruppen errichtet. So ist zum Beispiel bekannt, dass im Jahr 1822 am steirischen Grimming nicht nur ein Vermessungszeichen, sondern auch eine Steinhütte als Unterstand errichtet wurde.
Auch die ersten Schutzhütten als touristische Stützpunkte entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts. Durch das zunehmende Interesse an hochalpinen Ausflügen durch die „Städter“ erkannte man den Bedarf, diesen einen Schutz und eine Verpflegung anzubieten, und die alpinen Vereine errichteten zahlreiche Schutzhütten. Dadurch sind im Laufe der Zeit bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts etwa 1300 Schutzhütten in den Alpen entstanden, die heute einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen.
Hütten alpiner Vereine
Zahlreiche Schutzhütten gibt es vor allem in den Alpen, wo sie den Wanderern, Bergsteigern und Skifahrern als Stützpunkte dienen. Diese Hütten werden häufig von alpinen Vereinen betrieben, die auch die dazugehörenden Weganlagen betreuen. Daneben gibt es aber auch private Schutzhütten.
- Siehe Alpenvereinshütte, alphabetische Liste
In anderen Gebirgen der Welt sind Schutzhütten wesentlich weniger verbreitet als in den Alpen. Beispiele sind die Bergbauden des Riesengebirges, die Lodges an den Trekkingrouten des Himalaya, der Anden, oder der Rocky Mountains, oder die Hütten für den Aufstieg auf den Kilimandscharo. Durch das zunehmende internationale Bergsteigen und -wandern entstehen touristische Schutzhütten in vielen weiteren Gebieten nach den alpinen Vorbild.
Versorgung und Umweltschutz
Aufgrund der oft abgelegenen Lage der Schutzhütten, die zum Teil keine Straßenverbindung haben, ist die Versorgung mit Lebensmitteln und die Entsorgung der Abfälle aufwändig. Hütten, die nicht an eine Materialseilbahn angebunden sind, müssen mit dem Hubschrauber oder per Maulesel, Maultier oder Haflinger versorgt werden. Steigende Komfortbedürfnisse der Gäste und ein gestiegenes Umweltbewusstsein macht den Betrieb von Schutzhütten kostspieliger, so wurden in letzter Zeit u. a. Solar- und Wind<b/>energieanlagen oder Kläranlagen installiert. Um das Engagement im Bereich Umweltschutz weiter zu fördern, wird seit 1997 das Umweltgütesiegel an vorbildliche Alpenvereinshütten verliehen.
Siehe auch
Literatur
- Oliver Feiler: Die Berghütte als „soziale Welt“. Eine Ethnographie. Magisterarbeit, Universität Konstanz 2004, Volltext
