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Hetzkampagne
Aus Kefk.
Als Hetzkampagne oder auch Schmutzkampagne werden öffentliche Aktionen bezeichnen, die mit unfairen Mitteln und bestimmter Zielsetzung gegen eine bestimmte Person, Gruppe oder Institutionen geführt werden. Die (angestrebte) Wirkung ist eine öffentliche Rufschädigung (Rufmord). Mitunter wird Medien unterstellt, solche Kampagnen zu führen, wobei der Beweis selten erbracht werden kann. Der Begriff wird auch als politischer Kampfbegriff benutzt, um Kritiker zum Schweigen zu bringen oder kritische Berichterstattung in ein negatives Licht zu rücken. Außerhalb der Öffentlichkeit wäre ein synonym verwendeter Begriff Mobbing.
Charakteristisch für eine so genannte Hetzkampagne:
- Die Ausrichtung auf die Öffentlichkeit oder eine bestimmte Zielgruppe, meist in der Form, dass den Medien gezielt bestimmte Informationen oder Fehlinformationen zugänglich gemacht werden, oft in einer abgestimmten zeitlichen Reihenfolge, so dass beispielsweise eine Person oder Personengruppe längere Zeit nicht aus den Schlagzeilen verschwindet.
- Die Unverhältnismäßigkeit (zuweilen auch Unsachlichkeit) der Argumente und angewandten Mittel, deren Ziel weniger die Aufklärung eines Sachverhaltes als vielmehr die Diffamierung des Opfers ist. Oft werden auch sachliche Argumente mit rein emotionalen und diffamierenden Gesichtspunkten vermengt.
Ziel einer solchen Kampagne sind in der Regel in der Öffentlichkeit bekannte Personen wie Politiker, Unternehmer, Prominente oder Organisationen bzw. Gruppen.
Den Ablauf einer Hetzkampagne in der Form einer Pressekampagne einer Boulevardzeitung beschreibt Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll in seinem Roman Die verlorene Ehre der Katharina Blum.
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Methoden
So genannte Hetzkampagnen werden mit Methoden der Propaganda geführt und umfassen auch tendenziöse Berichterstattung, wobei bestimmte negativ besetzte Begriffe eingesetzt werden. Sachliche Argumente spielen eine untergeordnete Rolle. Vorwürfe basieren auf Gerüchten oder Vermutungen und werden nicht bewiesen. Fakten werden selektiv ausgewählt oder verfälscht dargestellt. Eine Hetzkampagne kann als Ablenkungsmanöver dienen, um die Aufmerksamkeit von einer Sache weg auf eine Person zu lenken.
Beispiele
Deutschland
- Westdeutsche Politiker sollen nach den Unterlagen der Gauck-Behörde beim Staatssicherheitsdienst der DDR Dossiers über andere Politiker bestellt haben, die dann im Wahlkampf in den Medien auftauchten und zu Skandalen führten.
Schweiz
- Affäre Kopp: Die erste Schweizer Bundesrätin, Elisabeth Kopp, musste auf Grund einer öffentlichen Kampagne wegen der angeblichen Verstrickung ihres Mannes in einer Affäre wegen Geldwäsche zurücktreten, obwohl das Bundesgericht sie selbst freigesprochen hatte.
- Affäre Borer: Der frühere Schweizer Botschafter in Deutschland, Thomas Borer, verlor sein Amt, weil eine Zeitung über eine angebliche sexuelle Affäre berichtet hatte, die er dementierte und die von der angeblichen Geliebten später ebenfalls widerrufen wurde.
- Ein Tierschutzverein prangert auf seiner Internetseite Privatpersonen als angebliche Tierquäler mit Adresse und Telefonnummer an, weil diese ihre Kaninchen in Kästen halten und nicht in Freilaufgehegen
USA
- In den 1960er Jahren wurde der Verbraucherschützer Ralph Nader das Ziel einer Hetzkampagne, weil er sich für sichere Autos einsetzte. Sie hat seine Arbeit aber nicht nachhaltig gestört, er ist nach wie vor aktiv.
Literatur
- Jeanne Hersch (Hg): Rechtsstaat im Zwielicht - Elisabeth Kopps Rücktritt, Verlag Peter Meili, ISBN 3-85805-153-5
- Brigitte Klump: Das rote Kloster, Verlag Ullstein, 1993, ISBN 3-548-34990-0
- Hubertus Knabe: Der diskrete Charme der DDR - Stasi und Westmedien, Econ Verlag, 2001, ISBN 3-549-07137-X
