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Schloss Cappenberg
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Das Schloss Cappenberg ist eine ehemalige Klosteranlage in Selm im Ortsteil Cappenberg. Es liegt auf einer Anhöhe, dem Cappenberg, am Abzweig der Kreisstraße 19 nach Lünen und Werne und ist ein Aussichtspunkt mit Blick auf das östliche Ruhrgebiet.
Geschichte
Die Cappenberger Grafen waren mit den Saliern und Staufern verwandt und waren ein mächtiges und reiches Herrschergeschlecht. In den Investiturkriegen zwischen Kaiser und Papst zog Graf Gottfried und Otto von Cappenberg im Februar 1121 unter Herzog Lothar von Sachsen mit starker Heeresmacht nach Münster. Ein großer Teil der Stadt Münster wurde zerstört, auch der alte Dom ging in Flammen auf. Bevor ein Prozess gegen ihn wegen schweren Landfriedensbruchs eröffnet werden konnte, übergab er sein Vermögen dem Bischof und zog in ein Kloster ein, damit blieb er - nach damaliger Gepflogenheit - straffrei.
Im Jahr 1122 kehrte der Graf zurück als Gottfried II. (später der Heilige Gottfried) als letzter Graf von Cappenberg, und richtete dort ein Prämonstratenserstift ein.
Das Stift wirtschaftete erfolgreich und konnte einen erheblichen Reichtum ansammeln, der heute noch zum Teil in der sich auf dem Gelände befindlichen Stiftskirche sichtbar ist. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Kloster größtenteils zerstört und in der heutigen Form, eine Dreiflügelanlage, ab 1708 neu erbaut.
Nach fast 700-jährigem Bestehen wurde das Stift im Jahre 1803 aufgelöst und zur Preußischen Staatdomäne umgewandelt. Zwischenzeitlich unter französischer und bergischer Verwaltung stehend, fiel der Besitz 1815 wieder an den Preußischen Staat und wurde 1816 von dem ehemaligen Staatsminister Karl Freiherr vom und zum Stein erworben. Er renovierte die Gebäude und bewahrte sie so vor dem Verfall.
Im 2. Weltkrieg diente das Schloss Cappenberg zur Aufbewahrung von Kunstwerken zum Schutz vor den Bombenangriffen der Alliierten. So wurde die Sammlung des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund in Cappenberg verwahrt. Auch Kunstschätze aus verschiedenen zerstörten Kirchen Westfalens, etwa der Marienaltar von Konrad von Soest aus der Marienkirche Dortmund, wurden hier gerettet.
Ab 1946 wurde die Sammlung des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte in Cappenberg ausgestellt, die Rückführung der Sammlung nach Dortmund erfolgte erst mit der Neueröffnung des Museums im Jahre 1977.
1985 mietete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe gemeinsam mit dem Kreis Unna Räume im Schloss an und baute sie zu einem Museum aus. Seitdem sind hier in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verschiedene Ausstellungen zu sehen. Im Westfügel der Anlage befindet sich das Archiv des preußischen Staatsministers Freiherr vom Stein, der von 1824 bis zu seinem Tod 1831 im Schloss Cappenberg wohnte und neben seinem eigenen Nachlass auch den Urkundenbestand des Stiftsarchivs hinterließ. In der ehemaligen Stiftskirche wird ein aus der Zeit um 1160 stammender Portraitkopf von Kaiser Friedrich I. Barbarossa aus vergoldeter Bronze aufbewahrt.
Heute ist das Schloss Cappenberg ein Ausflugsziel und beherbergt ein Museum. Es finden dort regelmäßig Kunstausstellungen und Konzerte statt.
Das Innere der Stiftskirche |
Schlossgarten |
Weblinks
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Schloss Cappenberg – Bilder, Videos und/oder Audiodateien - Stein und Cappenberg, Seite des LWL zur Ausstellung im Schloss Cappenberg
- Kreis Unna: Schloss Cappenberg
- Gottfried II., letzter Graf von Cappenberg, Karl-Heinz Schreiber: Genealogie Mittelalter
- Die Stiftung Cappenbergs, Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff beim Projekt Gutenberg
Koordinaten: 51° 39' 3" N, 7° 32' 20.50" ODieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Schloss_Cappenberg, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
