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Schlecker
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Die Firma Anton Schlecker, gegründet von Anton Schlecker (*1944) im Jahre 1975 – mit Sitz im schwäbischen Ehingen – ist derzeit europaweiter Marktführer im Drogerie-Sortiment.
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Unternehmensgeschichte
Seit 1965 bis zur Firmengründung arbeitete Anton Schlecker in der Metzgerei seines Vaters, die insgesamt acht Filialen umfasste. Als 1974 die Preisbindung wegfiel, nutzte er die Chance und eröffnete in Kirchheim unter Teck seinen ersten Drogeriemarkt. "Der einzigartige Beginn einer Erfolgsgeschichte", so Ehingens Oberbürgermeister Johann Krieger. Nach und nach expandiert Schlecker deutschlandweit, ab 1987 auch europaweit. Nach Österreich folgte 1989 der Markteintritt in den Niederlanden und Spanien, 1991 in Frankreich. Im Jahr 1999 erfolgte die Expansion nach Italien, 2004 nach Polen und Dänemark.
Nach über 1000 neueröffneten Filialen 2004 wird Schlecker auch 2005 und 2006 weiterhin neue Märkte erschließen. Nachdem schon die ersten Filialen in Tschechien und Ungarn eröffnet wurden, wird der Focus auch auf die übrigen neuen Länder (Polen, Dänemark) gerichtet, die schon erschlossen wurden. Aber auch in den "alten" Ländern wird weiterhin kräftig expandiert.
Innerhalb von 10 Jahren verdoppelte sich der Umsatz von Schlecker auf 6,6 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2004/2005. Der Gewinn wird traditionell nicht veröffentlicht, da Schlecker nicht dazu verpflichtet ist. Allerdings vermuten Insider, dass die Bilanz alljährlich mehr als 200 Millionen Euro alleine an Barmitteln ausweist.
2005 übernahm Schlecker 91 Filialen der Drogeriekette idea – die grüne Drogerie von Rewe und integrierte die übernommenen Geschäfte in das eigene Filialnetz. Die übrigen 37 idea-Filialen verkaufte Rewe an die Kette dm-drogerie markt.
Ende 2006 übernahm Schlecker den tschechischen Konkurrenten Droxi. Mit dem Erwerb von Droxi, der führenden Drogeriekette in Tschechien, werde Schlecker auch in dem osteuropäischen Land Marktführer.
Rechtsform des Unternehmens
Ungewöhnlich für einen Betrieb dieser Größe ist die Rechtsform von Schlecker. Es handelt sich dabei um eine Einzelunternehmung, was bedeutet, dass der Firmeneigner mit seinem Privatvermögen für sämtliche Verbindlichkeiten des Unternehmens haftet.
Unternehmensdaten
Schlecker beschäftigt europaweit rund 52.000 Mitarbeiter und ist somit das größte Drogeriemarktunternehmen der Welt. In Deutschland und im europäischen Ausland gibt es über 13.800 Schlecker-Märkte (Stand: 08/2006):
- 10.800 in Deutschland
- 1.190 in Österreich
- 1.051 in Spanien
- 280 in den Benelux-Ländern
- 200 in Frankreich
- 190 in Italien (+ 80 übernommene Blu-Drogerien)
- 41 in Dänemark
- 32 in Polen
- 10 in Ungarn
- 143 in Tschechien davon sind 16 eigene Filialen, die anderen stammen aus einer Übernahme von Droxi welche zu Julius Meinl Österreich gehörte
Im Schnitt führt Schlecker auf 200 m² Verkaufsfläche ein Drogeriesortiment von rund 4.000 Artikeln.
Zukunft
Schlecker ist in Deutschland laut eigenen Angaben Marktführer unter den Drogeriemärkten mit einem Marktanteil von 70 %, 41% laut neutralen Beobachtern. Größter Konkurrent ist dm-drogerie markt und dahinter Rossmann. Durch den harten Konkurrenzkampf unter diesen dreien stagnierten nach Einschätzung von Marktbeobachtern teilweise die Umsätze von verschiedenen Schlecker-Märkten in den letzten Jahren. Um diesem Problem entgegenzuwirken, startet Schlecker ein Standortoptimierungsprogramm, bei dem rund 1000 kleinere umsatzschwache Filialen geschlossen werden und neue rentablere Filialen eröffnet werden. Allerdings kritisiert der Schleckerbetriebsrat dieses Programm, da Mitarbeitern bereits gekündigt worden sei oder die Kündigung drohe. Ein Schlecker-Sprecher weist die Information allerdings als unzutreffend zurück, da es zwar zur Schließung von Filialen komme, aber bereinigt um die Zahl der Schließungen alleine im Jahr 2004 bereits 272 neue Verkaufsstellen eröffnet worden sind und den Beschäftigten entsprechende Übernahmeangebote für die neuen Märkte unterbreitet worden sind. Außerdem unterhält Schlecker noch 5 SB-Warenhäuser im Großraum Ehingen sowie Metzgereifilialen auf der Schwäbischen Alb, in Oberschwaben und im Allgäu. Im Jahr 2000 wurde der Onlineshop Schlecker Homeshopping eröffnet. Ab einem Bestellwert von 15 € liefert Schlecker nach eigenen Angaben über 120.000 Artikel zum Kunden, wobei hier für jede Filiale die Verpflichtung besteht, mindestens eine Bestellung pro Tag aufzugeben. Eigens dafür wurde 2004 ein neues Logistikzentrum nahe Ehingen-Berg in Betrieb genommen. Nach eigenen Angaben ist das Home-Shopping-Lager das modernste Lager Europas. Die Expansion wird seit einigen Jahren aus dem Cash Flow eigenfinanziert.
Kritik
Schlecker steht auf Grund seiner Arbeitsbedingungen in der Kritik der Gewerkschaften. So werden die Läden oft nur von einer einzigen, meist weiblichen Person geführt. In der Regel arbeiten in einer Filiale eine Vollzeitkraft und zwei Halbtagskräfte, die je nach Bedarf eingesetzt werden.
Auch werden die Mitarbeiter oftmals durch Kameras und Detektive überwacht. Sofern Angestellte krankheitsbedingt ausfallen, werden ihnen Hausbesuche abgestattet. Ebenso werden sie durch Testkäufe kontrolliert. Wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen und kleiner Belegschaft werden Schlecker-Filialen häufiger überfallen als andere Ketten.
Allerdings wird der Konzern oft auch für seine Kundenunfreundlichkeit kritisiert. Aber auch Unternehmen, deren Produkte in Schlecker-Läden verkauft werden, berichten häufig darüber, hintergangen worden zu sein, so beispielsweise Claus Hipp, der Hersteller der gleichnamigen Babynahrung.
Die Drogeriekette Schlecker hat zum Nachteil von Konkurrenten digitale Fotoarbeiten zu unzulässigen Dumpingpreisen angeboten und musste dafür Bußgeld bezahlen. Das teilte das Bundeskartellamt am 1. September 2005 in Bonn mit.
Der Österreichische Gewerkschaftsbund erhebt massive Vorwürfe gegen Schlecker wegen Verstößen gegen das Arbeitsrecht.
Andere Drogerieketten
- Andere Drogerieketten sind Rossmann, dm-drogerie markt, Ihr Platz und Müller.
Literatur
Michael Opoczynski Die Blutsauger der Nation - Wie ein entfesselter Kapitalismus uns ruiniert Droemer ISBN 3-426-27380-2
Weblinks
- http://www.schlecker.de
- www.labournet.de Gesammelte Kritik an Schlecker
- www.manager-magazin.de Über die Familie Schlecker
- www.wams.de "Schlecker verschärft Kontrolle"
- www.gpa.at Österreichische Gewerkschaft über Schlecker
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