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Schlacht von Carabobo
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Mit der Schlacht von Carabobo wird ein entscheidender Kampf zur Nationenwerdung in der Geschichte Venezuelas zwischen Spaniens Truppen unter Miguel de la Torre und den Separatisten unter Simón Bolívar bezeichnet.
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Die zweite Schlacht von Carabobo am 24. Juni 1821
Vorgeschichte
Nach seiner Legitimierung als Oberbefehlshaber und Staatschef durch den Kongress von Angostura (Heute: Ciudad Bolívar am Unterlauf des Orinoko, Estado Bolívar) 1817 und dem glänzenden Sieg an der Brücke von Boyaca am 07. August 1819 zur Befreiung Neu-Granadas (heute Kolumbien) konnte sich Simón Bolívar dem Kampf in seinem Heimatland Venezuela zuwenden. Nach den fehlgeschlagenen Versuchen der Vorjahre, Caracas einzunehmen und dem Ende April ausgelaufenen Waffenstillstand (Geschlossen in Santa Ana [Estado Trujillo, ca. 20 km NE der Provinzhauptstadt Trujillo]) am 27. November 1820 zwischen Pablo Morillo und Bolívar) mit den Spaniern hatte Bolívar noch im April General José Francisco Bermúdez von Barcelona (Estado Anzoátegui, Hafen in Ostvenezuela) in Richtung Caracas geschickt, um den spanischen Oberbefehlshaber Miguel de la Torre zu zwingen, seine Truppen, rund 13500 in ganz Venezuela, zu teilen. Bolívar hatte von seinen insgesamt etwa 10000 Soldaten gut die Hälfte im Westen Venzuelas konzentriert und beabsichtigte, sie ebenfalls auf Caracas zu führen. Mitte Mai schaffte es Bermúdez, in Caracas einzuziehen. Er konnte die Stadt zwar nicht halten, band aber wichtige Kräfte der Spanier bei seiner Verfolgung. In San Carlos (Hauptstadt des Estado Cojedes, ca. 95 km SE Barquisimeto), zwischen Anden und Llanos, wartete Bolívar auf seinen General Rafael Urdaneta, der aus Barquisimeto kam, und den aus Apure anrückenden Llanero-General José Antonio Paez mit seinen legendären Lanzenreitern. Zur weiteren Zersplitterung der gegnerischen Einheiten sandte Bolívar gut 500 Mann unter Cruz Carillo nach San Felipe (Hauptstadt des Estado Yaracuay, Westvenezuela), um sich dort mit Freiwilligen zu verstärken und dadurch Feldmarschall Miguel de la Torre zu zwingen, die Truppen seiner Hauptmacht aufzuspalten.
Tag der Entscheidung
De la Torre stand am Morgen des 24. Juni mit ca. 5000 Mann und zwei Artillerie-Batterien auf einer Erhebung am Südende des Tals von Carabobo auf freiem Gelände, um den Separatisten den Weg nach Valencia (Hauptstadt des Estado Carabobo, ca. 130 km WSW Caracas) und Caracas zu verlegen. Unter den 6400 Mann Bolívars, die er in drei Divisionen (Paez, Cedeño und Plaza - Urdaneta musste krankheitsbedingt in Carota zurückbleiben) aufgeteilt hatte, befand sich auch der Bataillonskommandeur Oberst Johann von Uslar in der 3. Division unter Plaza sowie Mayor Otto Philipp Braun in der Leibwache Bolivars.
Schlachtverlauf
Weil Bolívar einen Frontalangriff bergan als zu verlustreich einschätzte, ließ er Richtung Nordwesten abbiegen, um die linke Flanke von de la Torres Truppen anzugreifen. De la Torre schickte daraufhin das in Reserve gehaltene Bataillon Burgos auf eine nördlich gelegene Anhöhe, um die Divisionen Paez und Cedeño, die sich voran durch eine flache Hügellandschaft bewegten, aufzuhalten. Paez umging die Spanier und traf zuerst mit einem Llanero-Schwadron (Bravos de Apure) auf deren Flanke. Wegen des heftigen Abwehrfeuers griffen nun die Englischen Jäger ein. Dazu mussten sie einen Hügel erklimmen, an dessen Kuppe sie vom Royalistenfeuer zum Stellung machen gezwungen waren. La Torre schickte vergeblich zwei in Reserve gehaltene Regimenter, um die Engländer zu verdrängen. Obwohl die Hauptmacht von Paez nicht eingriff, erhielten die Englischen Jäger den Angriffsbefehl. Während der ersten Viertelstunde des mörderischen Angriffs fielen 17 englische Offiziere, aber die Spanier verließen nun ihrerseits die Stellungen, um sich den Engländern zu nähern. Diese warteten kaltblütig auf den günstigsten Moment und waren damit sehr effektiv. Erst jetzt ließ Bolívar die Reiterei gegen die angeschlagenen spanischen Truppen vorgehen. Zwei der Regimenter wurden zersprengt, ein drittes ergab sich.
Die Divisionen von Cedeño und Plaza rückten, nachdem die Kavallerie im Rücken der Spanier operiert und deren Kavallerie besiegt hatte, über den Hügel, von dem die Reste des Bataillons Burgos und deren Verstärkungen vertrieben oder gefangen worden waren, von der Seite auf die Armee de la Torres vor. Diesen hatte Bolívar immer noch im Glauben an einem Frontalangriff gelassen. Einer von de la Torres Stabsoffizieren, José Rodríguez Rubio, schreibt wenige Tage später: „Am 24. des vergangenen Monats drangen die Feinde über die Engpässe zur Linken ein und hinterhältig schafften sie es, Bataillon für Bataillon ihre Stellungen angreifen zu lassen und zu schlagen, was dazu führte, dass wir schließlich in vielen kleinen Kämpfen geschlagen wurden, während Teile ihrer Kavallerie uns ergriffen und durch ihre linke Flanke abschnitten, was letztlich zur Auflösung der Streitmacht in alle Richtungen führte und nur das tapfere Bataillon Valencey zog sich geordnet zurück.“
Beim Nachsetzen, vor allem bei der Verfolgung des Bataillons Valencey, verlor General Manuel Cedeño, allein gegen einen ganzen Zug anreitend, sein Leben. Gleiches widerfuhr dem Oberst Ambrosio Plaza bei der Attacke des Bataillons Infante. Paez' Leibwächter Pedro Camejo war unter den Opfern im ersten Kavallerieregiment, dem Ehrenregiment, während der Gefechte mit der spanischen Reitern. Auf der anderen Seite konnte sich de la Torre unter dem Schutz der Königlichen Lanzenreiter unter General Francisco Tomás Morales über La Guaira (Distrito Féderal (Bundesdistrikt); Hafen von Caracas, ca. 15 km N davon), wo er kapitulieren musste, nach Puerto Cabello (Estado Carabobo, ca. 120 km W Caracas; der einzige befestigte Hafen Venezuelas) absetzen.
Ende der Kämpfe
Bolívar selbst versuchte, die Flucht der Spanier mit seinen verbliebenen Reserven zu unterbinden. Die zähen Gefechte erstreckten sich noch über mehrere Tage bis zur Einnahme Valencias. Von den ursprünglich 5000 Mann der Spanier verfügte de la Torre am Ende noch über 400. Der Widerstand der Spanier in Venezuela war endgültig gebrochen, als Bolívar vier Tage nach der Schlacht in seine Heimatstadt Caracas einzog. Die letzten Kämpfe endeten allerdings erst Ende 1823 mit der Einnahme des einzig befestigten Hafens in Venezuela, Puerto Cabello.
Seit 1971 schmücken ein weißer Triumphbogen des spanischen Architekten Antonio Rodriguez de Villar und ein Aussichtsturm die ausgedehnte Parkanlage der Gedenkstätte der Schlacht, die Venezuela die endgültige Befreiung von der spanischen Kolonialherrschaft sicherte. Der Campo de Carabobo liegt im gleichnamigen Bundesstaat, rund 25 km südwestlich der Provinzhauptstadt Valencia.
