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Schlacht am Weißen Berg
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In der Schlacht am Weißen Berg (tschechisch: Bílá Hora) am 8. November 1620 unterlagen die böhmischen Stände unter ihrem König Friedrich V. von der Pfalz und dessen Heerführer Christian I. von Anhalt (21.000 Mann), den Truppen der katholischen Liga, die von dem Generalissimus Karl Bonaventura Graf von Buquoy (29.000 Mann) angeführt wurden. Johann t'Serclaes von Tilly stand unter seinem Kommando. Friedrich V., der so genannte Winterkönig, musste aus Böhmen fliehen und Kaiser Ferdinand II. konnte seinen Anspruch auf die Krone Böhmens durchsetzen.
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Der legendäre Verlauf
Betrachtet man die strategisch enorm günstige Stellung des böhmischen Heeres, das den Bergrücken besetzt hielt, so grenzt es fast an ein Wunder, dass den kaiserlichen Truppen der Sieg gelang. Tilly war am Morgen des 8. November noch selbst von der Uneinnehmbarkeit des Weißen Berges überzeugt. Da trat mit einem Male, so wird berichtet, ein Karmelitermönch in das kaiserliche Lager und trug ein Bildnis der heiligen Familie mit sich, welcher im Zuge eines der zahlreichen Bilderstürme jener Tage die Augen ausgestochen worden waren. Das Bildnis und seine Worte: man müsse diesen Frevel rächen, erbitterten die Truppen dergestalt, dass sie mit dem Schlachtruf „Santa Maria!“ auf den Berg zu- und ihn binnen kürzester Zeit erstürmten. Das böhmische Heer wurde von diesem unerwarteten Angriff völlig überrumpelt, geriet in Unordnung und flüchtete letztlich Hals über Kopf. Friedrich V. von der Pfalz hielt gerade ein Bankett für den britischen Botschafter, als ihm die Nachricht von der plötzlichen Niederlage seiner Truppen überbracht wurde. Er floh ins Exil.
Die Folgen
Als Folge der verlorenen Schlacht wurden 61 Anführer und Unterstützer der böhmischen Seite inhaftiert und davon 27 Standesherren (22 tschechischen und 5 deutschen Ursprungs) am 21. Juni 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet, darunter Kaspar Cappleri de Sulewicz, Jan Jessenius und Joachim Andreas von Schlick. Über Friedrich V. und seinen General Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg wurde die Reichsacht verhängt (Abbildung im Artikel Reichsacht).
Diese Schlacht ist insofern für die weitere Geschichte Mitteleuropas bedeutsam, da sie in den österreichischen und böhmischen Ländern den Weg zur Rekatholisierung und zur Durchsetzung des Absolutismus freigab. Die Stände Böhmens wurden durch die vom Kaiser 1627 erlassene Verneuerte Landesordnung völlig entmachtet. Tausende von böhmischen Protestanten flohen als Exulanten nach Deutschland und fanden dort eine neue Heimat.
Eine einschneidende Wirkung hatte die Schlacht auch für die Geschichte der tschechischen Sprache, da diese in der Folge bei den Gebildeten durch das Deutsche ersetzt wurde, so dass das Tschechische als Schriftsprache Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts in der tschechischen Wiedergeburtsbewegung revitalisiert werden musste, was bis heute als Diglossie zu spüren ist.
Der Weiße Berg hat eine Höhe von 379 m ü. NN und liegt im Westen von Prag am Rand des heutigen Stadtgebiets. Er ist aus der Innenstadt mit den Straßenbahnen der Linien 22 und 25 zu erreichen.
Literatur
- Frantisek Kavka: Bílá hora a ceské dejiny. Praha 2003. ISBN 80-8637952-3
- Josef Pekař: Bílá hora. Jeji priciny i následky. o.O. 1921
- Arnold Baron von Weyhe-Eimke: Karl Bonaventura Graf von Buquoy. Wien 1876 (mit ausführlicher Schilderung der Schlacht)
Siehe auch
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Weblinks
Koordinaten: 50,083° N, 14,332° O
