Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Schimpfen
Aus Kefk.
Als Schimpfen bezeichnet man in der Umgangssprache ein häufiges Sozialverhalten bei Menschen, das auf Ärger zurückgeht oder ihn vorgibt. In der Verhaltensbiologie bezeichnet "Schimpfen" eine Form des Drohverhaltens. Das Wort Schimpfen bedeutet auch "etwas als etwas bezeichnen" und wird meist abwertend verwendet. Beispielsweise schimpft sich jemand einen Meister. (Peter schimpft sich einen Meister). Das meint, dass er sich als einen Meister bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
Begriff in der Umgangssprache
In der Umgangssprache bezeichnet der Begriff eine lautstarke Aktivität von Menschen, die vor allem bei Verärgerung auftritt oder diesen vorgibt. Anders als bei Tieren ist das Schimpfen von Menschen nicht immer drohend, denn es kann sich auch auf unbelebte Vorgänge, Ideen oder Gedanken richten und ist nicht auf die Anwesenheit von anderen Personen angewiesen. Eine verärgerte Person kann auch dann vor sich hin schimpfen, wenn niemand da ist, auf den es sich richtet. Langatmiges, schwer unterbrechbares Schimpfen wird auch als "Schimpftirade" oder "-kanonade" bezeichnet.
Schimpfen kann aggressiv, aber auch eine Rückzugsstrategie sein (Joachim Ringelnatz: Und so flohn die Zwei voreinander mit drohenden Reden.)
Nähere Bestimmungen
Die Beschimpfung kann je nach Kultur ritualisierte oder normierte Züge annehmen, wie bei den traditionellen Tänzen der Maori, die auf symbolisiertes Beschimpfen beschränkt bleiben und heute keine körperliche Auseinandersetzung mehr vorbereiten (vgl. joking relationship). Aus der europäischen Antike ist ein brauchtümliches wechselseitiges Beschimpfen überliefert, das einem Zweikampf voraus ging, so bereits zwischen den Helden in Homers Ilias.
Stärker noch als heute hat in Schamgesellschaften die Tatsache, als "beschimpft" zu gelten, die Bedeutung eines Ehrverlustes. Daher auch in der mittelalterlichen deutschen Rechtssprache die Formel, jemanden "mit Schimpf und Schande aus der Stadt zu jagen".
Nicht selten geht Schimpfen mit dem strafrechtlichen Tatbestand der "Beleidigung" einher.
Menschen schimpfen oft drohend, meist vor oder nach körperlichen Auseinandersetzungen oder Streitigkeiten. Dies ist auch heute oft aufzufinden, z.B. in der Vorbereitungszeit vor Boxkämpfen. Diese Beschimpfungen werden als Usance im Geschäftsleben angesehen und als dazugehörig empfunden. Wechselseitiges Beschimpfen ist auch in modernen Kriegen üblich (vgl. dazu Propaganda). Im Ersten Golfkrieg, der ein Stellungskrieg war, kam es mehrfach über Wochen zu Schimpftiraden beider Seiten mit Lautsprechern und Funkgeräten. Auch Partisanenkriege gehen typischerweise mit ausgiebigen Beschimpfungen per Funk einher. Neben der einschüchternden Wirkung hat dieses Verhalten auch den Zweck, die eigenen Verbündeten zu ermutigen. Im Zweiten Weltkrieg war es z.B. auf Seiten der russischen Alliierten üblich, Munition, die im Hinterland produziert wurde, mit beschimpfenden Schriftzügen zu versehen, die nur von den kämpfenden Soldaten der eigenen Armee gelesen werden konnten.
Richtet sich das Schimpfen nicht auf eine Person, sondern auf einen Vorgang, eine Idee oder eine Vorstellung, so ist es meistens ohne direkt herausfordernden oder drohenden Inhalt. (Beispiel: Er schimpfte noch stundenlang vor sich hin.) Der Betreffende ist mit seiner Situation unzufrieden, und sein Schimpfen erfüllt dann eine psychische Entlastungsfunktion.
Begriff in der Verhaltensbiologie
| Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht oder unzureichend durch Quellenangaben (Literatur, Webseiten usw.) belegt worden, wodurch den fraglichen Inhalten eine Löschung droht. Bitte hilf der Wikipedia, indem du gute Belege für die Informationen nennst. |
In der Verhaltensbiologie ist "Schimpfen" jene Form des Drohverhaltens, die mit lautstarken Äußerungen und körperlicher Aktivität einher geht, jedoch nicht mit kämpferischen Auseinandersetzungen verbunden ist. Es ist zielgerichtet, meist auf einen Gegner oder eine gegnerische Gruppe.
Die Funktion des Schimpfens besteht darin, durch lärmende Demonstration der eigenen Stärke seinen Durchsetzungswillen anzukündigen, die eigene Position nicht aufzugeben bzw. die fremde Position nun erobern zu wollen. Geschimpft wird auch, wenn dem keine Taten folgen (können).
Das Schimpfen ist vor allem bei Wirbeltieren weit verbreitet. So ist von vielen Vögeln lautstarkes Lärmen und körperliche Aktivität (Scheinangriffe) bekannt, die jedoch nicht in echte Angriffe übergehen. In der Jägersprache wird der Vorgang auch "auf etwas Hassen" genannt (Alle Singvögel sammelten sich schnell und hassten gemeinsam auf die im Tageslicht unsichere Eule.) Hunde und Primaten schimpfen ebenfalls ausgiebig.
Redensart
- Der als misstönend empfundene Gesang der Rohrammer hat Anlass zu der Redensart "Er schimpft wie ein Rohrspatz" gegeben.
Siehe auch
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Schimpfen, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
