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Schild (Waffe)
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Der Schild (m., Plural: Schilde) ist eine von einem Kämpfer getragene Schutzwaffe. Er ist eine aus Flechtwerk, Holz, Leder oder anderem Material bestehende häufig leicht gewölbte Platte. Sie dient zur Abwehr von Nahkampfwaffen und Geschossen eines Angreifers.
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Wortherkunft
„Schild“, als Maskulinum auf den Artikel der, leitet sich aus dem altgermanischen scilt, auch althochdeutsch scilt „Abgespaltenes“ (vergl. Schindel). Im 12. Jahrhundert geht das Wort dann über die Schildfarben auf den Wappenschild über. Erst im mittelhochdeutschen findet sich ein Neutrum das Schild (Plural Schilder), „Zeichen“.[1] In der Umgangssprache wird im Wortumfeld von der Schild aber zunehmend der sächliche Artikel, etwa „das Hitzeschild“, „das Schutzschild“, verwendet.
Interessanterweise hat das Wort keinen Beitrag zum germanischstämmigen Namensschatz hinterlassen, Vornamen in dieser Bedeutung lauten auf das recht seltene -rand „Schild“ (Wolfrand).[2]
Geschichte
Schilde gehören zu den ältesten Schutzgegenständen der Kriegsgeschichte. Schon die ansonsten ungerüsteten Armeen der Pharaonen und Sumerer waren mit Schilden bewaffnet, bei denen Leder über einen Holzrahmen gezogen war. Die ersten Schilde waren stoffbespannte Weidengeflechte. Später wurde der Stoff durch Leder und die Flechtwerke durch Holz ersetzt. In der weiteren Entwicklung wurden die Holzschilde mit Metallteilen verstärkt. Sie erhielten einen metallenen Rand und Buckel. Schliesslich wurden sie komplett aus Metall gefertigt. Geführt werden Schilde entweder an einem zentralen Griff, der hinter dem Schildbuckel liegt (in der Regel bei Rundschilden) oder an Lederschlaufen für Unterarm und Hand (andere Schildformen wie z.B. Dreiecksschild). Zusätzlich hilft ein langer Lederriemen, die Schildfessel, den Schild auch ohne den Handriemen nur mit dem Unterarm zu dirigieren (die Hand bleibt dann frei, um die Zügel zu halten)
Die Entwicklung der Schilde und Waffen beeinflusste sich gegenseitig: Je effektiver die Waffen wurden, desto stabiler wurden auch die Schilde. Auch verschiedene Kampfstile führten zu Änderungen in der Form der Schilde. So trugen zu Pferde kämpfende Krieger kleinere Schilde als Fußtruppen. Im Späten Mittelalter entwickelten sich spezielle Turnierschilde, die für die verschiedenen Arten des Turniers angepasst waren. So wurden beim Lanzenstechen Schilde verwendet, die spezielle Aussparungen für die Lanze vorsahen.
Formen
Praktisch für jedes Einsatzgebiet wurden Schilde in verschiedensten Formen und Farben, je nach Anwendungszweck, gefertigt:
- Rundschilde (Wikinger-Schiffe und römische Kriegsschiffe wurden an den Ruderplätzen mit diesen Schilden ausgestattet, so dass die Besatzung sich dahinter vor dem Feind verstecken konnte und auch vor Spritzwasser geschützt war.)
- V- oder Drachenschilde (wurden vorwiegend von Reitern eingesetzt, da sich die Form besser dem Pferderücken anpassen ließ)
- Turmschilde (z. B. das Scutum)
- Setzschild: Von der Antike an waren auch sog. Setzschilde (im Mittelalter als "Pavese" bezeichnet) bekannt. Diese 1,50 bis 2m hohen Schilde boten einer oder mehreren Personen Schutz und bestanden oft aus Holz mit Rohhautbespannung. Insbesondere schützten sie Bogen- und Armbrust-Schützen der Belagerer bei Belagerungen vor Beschuss von der Mauer und ermöglichten Nachladen, teilweise auch den Abschuss aus der Deckung heraus. Pavesen wurden oft zu einer Art Schildwand aneinandergereiht und mit Stützen, Schießscharten und Sehschlitzen versehen. Die Hussiten setzen Pavesen in großem Umfang im Kampf ein.
Neuzeit
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Mit der Einführung der Feuerwaffen verloren Schilde ihre Bedeutung für das Kriegshandwerk. Bei verschiedenen Polizeitruppen werden Schilde heute noch verwendet, deren taktische Einsatzschilde vor allem als beschusshemmender Schild bei der Erstürmung von Gebäuden (Geiselnahme, Hausbesetzung) genutzt werden, sowie als zumeist durchsichtiger Schutzschild gegen Wurfgeschosse bei Straßenschlachten (gewalttätige Unruhen und Demonstrationen) Verwendung finden.
Einige Geschütze sind auch heute noch mit einem Schild versehen, um einen Schutz gegen Beschuss aus Handfeuerwaffen und Splittereinwirkung zu bieten.
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Schild – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Tempus vivit Artikel zu mittelalterlichen Schildformen
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag Schild, m. und n. clypeus. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854-1960 (germazope.uni-trier.de)
- ↑ Kapitel Rufnamen germanischer Herkunft, S. 16ff. In: Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde, dtv 2004, ISBN 3423032669
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