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Schema (Psychologie)
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Als Schema wird in der Psychologie eine mentale Wissensstruktur bezeichnet, die Information über ein bestimmtes Objekt oder Konzept in abstrakter, generalisierter Form enthält. Schemata sind, ebenso wie Exemplare, nicht als Beschreibung einer Entität im Gedächtnis zu verstehen, sondern als Veranschaulichung, wie erlerntes Wissen in der Informationsverarbeitung genutzt werden kann. [1]
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Allgemeine Funktionsweise von Schemata
- Schemata können explizit oder implizit aktiviert werden. Eine Möglichkeit, Schemata explizit zu aktivieren, wäre über den Inhalt des Schemas nachzudenken; eine implizite Möglichkeit wäre die Verarbeitung von Informationen, die das Schema beinhaltet. So ist es beispielsweise möglich, das Schema "Aggressivität" zu aktivieren, indem eine Person über Aggressivität nachdenkt, aber auch, wenn die Person eine Geschichte über aggressives Verhalten einer anderen Person liest.
- Die Zugänglichkeit, also die Leichtigkeit der Aktivierung von Schemata, ist abhängig von der Benutzung. So sind häufig benutzte Schemata zugänglicher als nicht so häufig benutzte.
- Schemata sind unabhängige (kognitive) Entititäten. Falls ein Schema aktiviert ist, bedeutet das nicht, dass ein Schema, das ähnliche Inhalte aufweist, ebenfalls aktiviert ist.
- Schemata beinhalten nicht nur Informationen, sondern können auch die Interpretation von Informationen beeinflussen. Nicht eindeutige Informationen werden somit mittels des aktivierten Schema interpretiert. Falls beispielsweise eine Person mit Glatze das Schema Skinhead aktiviert, wird zum Beispiel das Verhalten der Person anhand der Information, die im Schema Skinhead enthalten ist, interpretiert. Dieser Effekt wird als Assimilation bezeichnet.
- Schemata können auch, abhängig von den Umständen, die Aufmerksamkeit lenken, nämlich auf schemakonsistente Informationen oder auf schemainkonsistente Informationen. Zudem können aktivierte Schemata die Erinnerung von Informationen beeinflussen, und zwar dann, wenn die eigentliche Erinnerung an ein Ereignis nicht eindeutig ist.
Wissenspsychologie
In der Wissenspsychologie definieren Mandl und Spada Schemata als "Wissensstrukturen", die auf Erfahrungen basieren und "typische Zusammenhänge eines Realitätsbereichs" repräsentieren. [2]
Danach lassen sich Schemata nach 6 Merkmalen beschreiben:
- Schemata sind kognitive Strukturen für allgemeines Wissen im Gedächtnis. Innerhalb dieser Strukturen zeigt sich, wie dieses Wissen repräsentiert wird. Schemata organisieren "typische Zusammenhänge" aus dem Bereich der Realität.
- Schemata besitzen "Leerstellen" die mit unterschiedlichen Werten besetzt werden können.
- Schemata können ineinander gefügt sein.
- Schemata verfügen über episodisches und generisches Wissen.
- Neben einer Struktur verfügen Schemata ebenso über eine "ausgeprägte Prozeßkomponente".
- Das in Schemata repräsentierte Wissen ist nicht auf einzelen Inhaltsbereiche beschränkt.
Wie bei Quinn und Holland, so werden allgemein Wahrnehmungsschemata und Handlungsschemata von einander unterschieden. Als Modelle von der Welt beinhalten sie Deutungs- und Erklärungswissen. Als Modelle für die Welt beinhalten sie Wissen zur Lösung von Problemen und für das Handeln.
Repräsentationsebenen
Das Abbilden von Ereignissen im Gedächtnis des Menschen wird "Repräsentation" genannt. Dabei dienen die Schemata zur Umformung der durch die Sinnesorgane wahrgenommenen Informationen.
Neben den angeborenen Repräsentation wie "Lidreflex" und "Sprachkompetenz" können nach Karl-Heinz Flechsig [3] vier Ebenen der Repräsentation, basierend auf erlernte Schemata, unterteilt werden:
- 1. episodische Repräsentation (einfache Sachverhalte: z.b. das Anzünden einer Zigarette)
- 2. kategorische Repräsentation (abstrakte Schemata: die Vorstellung einer Zigarettenschachtel, vom Rauchen, vom Genießen). Diese Ebene ist mit andern Ebenen verbunden.
- 3. einfache hypothetische Repräsentation (einfache "kulturelle Modelle" "cultural models" wie Krankheit, Eigentum)
- 4. komplexe hypothetische Repräsentation ("Weltbilder", "Menschenbilder", "Mythen", "Lebensmuster")
Gesellschaftliche Aspekte von Schemata
Schemata werden individuell dargestellt, könnte aber nicht losgelöst von gesellschaftlichen Aspekten betrachtet werden. Sehr verallgemeinert lassen sich dabei alle Schemata nach drei Aspekten befragen [4]:
- Wie verbreitet sind diese Schemata unter den Mitgliedern einer Gesellschaft?
- Wie selbstverständlich sind diese Schemata unter den Mitgliedern dieser Gesellschaft
- Welche Bedeutung für die Mitglieder dieser Gesellschaft kommt den Schemata für das Weltverständnis und das Verhalten in der Welt zu?
Alternative Begriffe
Da es kein allgemeine Schematheorie gibt, finden sich zu Schema vergleichbare Begriffe wie "Skript", "Modell", "Muster", "Szenario", "Modul" oder auch "Prototyp".
Literatur
- Smith, E.R., / Queller, S. (2001). Mental Representations. In Tesser, A., & Schwarz, N. (Eds.). Blackwell handbook of social psychology: Intraindividual processes. London: Blackwell Publishers.
- Mandl, H. / Spada, H. (Hg.) (1988), Wissenspsychologie. München / Weinheim.
- Holland, D. / Quinn, N. (Hg.) (1987): Cultural Models in Language and Thought. Cambridege-Mass.
Quellen
- ↑ Smith, Eliot R. and Sarah Queller. "Mental Representations." Blackwell Handbook of Social Psychology: Intraindividual Processes. Tesser, Abraham and Norbert Schwarz (eds). Blackwell Publishing, 2002. Blackwell Reference Online. 06 April 2007 Link
- ↑ Mandl, H. / Spada, H. S. 124
- ↑ [Karl-Heinz Flechsig: Kulturelle Schemata und interkulturelles Lernen http://wwwuser.gwdg.de/~kflechs/iikdiaps3-98.htm]
- ↑ Karl-Heinz Flechsig: Kulturelle Schemata und interkulturelles Lernen
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